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den drei ewigen Gesetzen von Zahl, Maaß und Ge­wicht, dem Gesetze der Zahl, das ist der ewigen Wahr­heit, dem Gesetze des Maaßes, das ist der ewigen Schönheit, und dem Gesetze des Gewichtes, das ist der ewigen Moral. (Lebh. Beifall.)

Deutsches Keich.

Berlin, 3. September.

* In Berlin sind zwei weitere Fälle asiatischer Cholera festgestellt worden. Erkrankt sind ein gestern Nachmittag auf dem Lehrter Bahnhofe eingetroffener Zugführer und ein hiesiger 20jähriger Kaufmann Martin Kappel, der heute in das Krankenhaus Moabit eingebracht wurde. Koppel, der schwer erkrankt ist, soll das Hemd eines Hamburgers, das in seinem Geschäft zur Reparatur abgegeben worden, in eine Desinfektionsanstalt gebracht haben. Das Haus, in dem Kappel wohnte und die Nachbarhäuser sind gründ­lich desinfizirt worden. Außerdem sind noch 24 cholera­verdächtige Erkrankungen angemeldet. Der an der asiatischen Cholera erkrankte, schon einmal irrthümlich tobt gesagte Arbeiter Pettke ist gestern Nachmittag im Moabiter Krankenhause gestorben.

* Dem Kaiserlichen Gesundheitsamtc wurden gestern aus Hamburg 581 Choleraerkrankungen und 245 Todesfälle gemeldet (gegen 626 bezw. 116 am 1. September). Außerdem vereinzelte Fälle aus den Regierungsbezirken Stade, Lüneburg, Hildesheim, Magde­burg, Oppeln und Minden (1 Erkrankung in Bielefeld) sowie aus Mecklenburg-Schwerin.

* Die .Nordd. Allg. Ztg.' stellt heute im Leitar­tikel sowohl den Freisinnigen, wie den Konservativen das Centrum als Muster der praktischen Be­kämpfung der Sozialdemokratie auf. Sie schreibt: „Während die freisinnige Partei den Kampf mit „geistigen Waffen"" gegen die Sozialdemokratie vor­wiegend mit Broschüren betreibt, welche die „Aktien­gesellschaft Fortschritt" an Bourgeoiskreise absetzt, in ihrer Presse aber ebenso wie in Wahlreden und im Parlament in erster Linie immer negativ auftritt, konnte gelegentlich der Generalversammlung der Katho­liken in Mainz berichtet werden, daß der erst 1890 gegründete kathol. Volksverein bereits jetzt die Mitgliederzahl von über 120,000 habe. Dieser Verein ist ausdrücklich gegen die Sozialdemokratie ge­richtet, und wir möchten meinen, daß an diesem Vor­gang alle staatserhaltenden Parteien sich ein Muster nehmen könnten. Insbesondere würde auch die deutsch­konservative Partei über manches von dem, was ihr das Herz bedrückt, so weit es sich auf Schwierig­keiten der Programmrevision bezieht, rasch und am besten hinwegkommen, wenn sie ihr Hauptaugenmerk auf den Theil der Aufgabe jeder staatserhaltenden Partei konzentriren möchte, die durch die zügellose Propaganda der sozialdemokratischen Presse, Vereins­und Wahlthätigkeit gegeben ist."

* Die zu erhöhende Friedenspräsenz soll, wie dem Hamburger ,Korresp.' gemeldet wird, entsprechend der Wahl- und Bolkszählungsperioden auf fünf Jahre festgestellt werden. Wegen der Deckung der dauernden Mehrausgaben von 70 bis 80 Millionen fänden gegen­wärtig Verhandlungen mit den Bundesregierungen statt.

* Die Ansprüche Frankreichs auf das Pro­tektorat über die deutschen Katholiken in Palä­stina sind jüngst wieder in einem Vorfall zu Tage getreten, welcher sich in der Hafenstadt Kalfa am Fuße des Berges Karmel ereignet hat. Das dortige, von dem deutschen Palästina-Verein gegründete und unterhaltene Hospiz, in welchem deutsche Borromäerinnen thätig sind, hatte bei der Ankunft der deutschen Pilger- Karawane und bei dem Besuche der Offiziere des Kriegsschiffes „Loreley" die deutsche und die päpstliche

noch weiter? Sie bemerkte an diesem Septembermor­gen nicht, wie die Sonne das Gewölk durchbrach und in ihrem ganzen Strahlenglanze hervortrat; sie vernahm nichts von dem Gesänge der Vögel, sie sah nichts von der prächtigen Färbung des Herbstlaubcs — sie war wie zu Stein verwandelt.

„Wenn man mir einen Degen in die Hand gegeben und ich hätte mein Herz damit durchbohrt," sagte sie sich, „so wäre das thöricht gewesen; was ich aber ge- than habe, war unbedingt ein viel sicherer Selbstmord."

Margarita war wirklich wie versteinert. Als Mr. Layston sie betrachtete, staunte er über die kalte, düstere Schönheit des einst strahlenden Antlitzes, das jetzt mehr einer Maske, als einem menschlichen Angesichte glich.

„Diese meine Feinde, die mich vernichtet haben, sollen wenigstens nicht sehen, wie mein Herz blutet," sagte sie sich.

Sie wurde in das Gerichtszimmer in Mr. Layston's Hause geführt.

„Wessen wird diese Dame beschuldigt?" fragte der Richter und die Antwort fetzte ihn ebenso wie ihre kalte, düstere Schönheit in Erstaunen.

„So sieht keine Diebin aus," dachte er bei sich. „Wer das behauptet, befindet sich im Jrrthum. Dieses Weib ist über einen großen Kummer halb wahnsinnig."

Dem Tische gegenüber, vor dem sie stand, befand sich ein hohes Fenster von buntem Glase, in das die Sonne eben hineinschien und die weißen Hände dunkel- roth färbte. Er sah, wie sie sich abwischte, als wären

Flagge aufgezogen. Der französische Vize-Konsul nahm daraus Veranlassung, an die Leitung des Hospizes die Aufforderung zu richten, sich bei Aushissung fremder Flaggen zu enthalten, da die religiösen Anstalten in Palästina nur die Flagge ihrer Schutzmacht — und das sei Frankreich — verwenden dürften. Die Hospiz- direktion gab darauf keine Antwort, sondern übermittelte das Schreiben dem zuständigen deutschen Konsul, Herrn Dr. Schröder zu Beirut, welcher seinen französischen Kollegen ersuchte, dem französischen Vize-Konsul in Kaifa jede Einmischung in die Angelegenheiten des deutschen Hospizes zu untersagen. Der französische Konsul erwiderte in entgegenkommender Form. — Es ist zu erwarten, daß Frankreich nupmehr keinen Versuch machen wird, deutsche Anstalten im Orient unter sein „Protektorat" zu nöthigen, zumal inzwischen aus Anlaß des Vorgehens des französischen Ministeriums gegen die deutschen Lazaristen in Jerusalem sowohl der hl. Stuhl wie auch die Pforte das Recht des Deutschen Reiches auf eigene Beschützung der von den deutschen Katholiken in Palästina errichteten Werke ausdrücklich anerkannt haben. Dieser Schutz wird, wie dankbar an­zuerkennen ist, in der entgegenkommendsten und nach­drücklichsten Weise gewährt. Er bildet eine der besten Bürgschaften für den gedeihlichen Erfolg der deutschen Bestrebungen im Morgenlande.

* Anläßlich des Sedantages hat der Kaiser den KriegsministerGenerallieutenantv.Kaltenborn-Stacha« zum General der Infanterie ernannt.

* Wegen der Choleragefahr wurde das Parteifest der Nationalliberalen Hessens, Badens und der Pfalz, welches am 11. September in Neustadt a. d. Haardt stattfinden sollte, abgesagt.

* Süddeutschen Blättern zufolge sind die Zoll­behörden telegraphisch mit der telegraphischen Bericht­erstattung über den derzeitigen Siand des Tabaks- Anbaues beauftragt worden.

* Bei der Reichstagsersatzwahl in Halle- Herford wurde der conservative Kandidat Frh. v. Hammerstein mit einer absoluten Mehrheit von 389 Stimmen gewählt. — Aus dem Wahlkreise Sagan- Sprottau, wo der Konservative von Klitzing mit dem deutsch-freisinnigen Dr. Müller zur Stichwahl stand, liegt noch kein endgiltiges Ecgebniß vor. Bis jetzt hat Dr. Müller die Mehrheit.

Ausland.

* Das französisch-schweizerische Handelsüberein- kommen, das in Bern veröffentlicht wurde, haben die französischen Kammern noch nicht genehmigt; es er­scheint daher in Paris nicht im .Journal officiell' sondern wird nur der Presse mitgetheilt. Nach dem Ueberein- kommen gewähren Frankreich und die Schweiz einander für den direkten Transit den Minimaltarif in Frank­reich und die niedrigsten Zollsätze in der Schweiz. Das geschlossene Uebereinkommen soll sogleich nach dem Austausch der Ratifizirungen spätestens aber am 1. Jan. 1893 in Kraft treten. Es bleibt bindend für 1 Jahr von dem Tage an, da einer der Kontrahenten es ge­kündigt haben wird- Außer diesem Handelsüberein- kommen haben Frankreich und die Schweiz auch eine literarische Konvenston unterzeichnet.

* Noch immer haben die Eruptionen des Aetna nicht aufgehört, im Gegentheil haben dieselben wieder an Heftigkeit zugenommen. Zwei Lavaströme haben sich neuerdings vereinigt und richten Verwüstungen an.

* Der italienische Kriegsminister hat den Spezial- Korrespondenten vieler Pariser Blätter das Passepartout für die Manöver entzogen, weil er erfahren hatte, daß verkleidete französische Offiziere eigens als solche Korre­spondenten entsandt worden sind.

* Nach ausführlichen Berichten der ,Charkower Gouvernementszeitung' sind seit Auftreten der Cholera

sie mit Blut befleckt und beobachtete dabei den Aus­druck des Entsetzens in ihren Zügen.

„Ein großer Kummer macht sie fast wahnsinnig," wiederholte er bei sich.

Dann nahm er seinen amtlichen Sitz ein und die Untersuchung begann.

Er hörte erst die Anklage an — vernahm dann die Zeugen und sah, wie vollkommen gleichgiltig sie dabei blieb.

„Sie fühlt weder die Schande, noch das Elend, das der Entdeckung eines solchen Verbrechens folgt," sagte er bei sich.

Mrs. Grame erstattete ihren Bericht, und er sprach allerdings beredt genug gegen die Gefangene. Sie sagte aus, wie sie zuerst unter einem Vorhände das Schloß besichtigt habe — dann als Miß Camerons Gesellschafterin wieder erschienen sei, wie sie sich bemüht habe, die Schlüssel zu erlangen, und wie sie sie dann, da ihr Verdacht gegen sie immer größer geworben sei, bewacht und auf der That ertappt habe.

Die Stimme des Richters war mild und theil- nehmend, als er die Gefangene fragte, ob sie etwas zu ihrer Rechtfertigung zu sagen habe. Sie erhob die dunklen, verschleierten Augen zu ihm und beantwortete seine Frage mit einem einfachen „Nein".

Dann machte Mr. Beale seine Aussagen, die eben­falls gegen sie sprachen. Wiederum fragte die freund- liche, sanfte Stimme, ob sie nichts zu entgegnen habe, und sie antwortete wiederum mit „Nein." (F. f.)

bis zum 22. August in Rußland 107,647 Persone" der Seuche erlegen.

* Noch ist der Besuch des bulgarischen Minister­präsidenten Stambulow beim Sulian in frischer Er­innerung und schon beschäftigt sich ein Gerücht mit einem im Herbst bevorstehenden Besuch des Fürsten Ferdinand in Konstantinopel. Daß dieses Gerücht vielseitig Glauben findet, darf nicht Wunder nehmen, wenn man sich den für Bulgarien günstigen Verlauf der Audienz Stambulow's beim Sultan vergegenwärtigt. Zu den Aergernisfen der letzten Zeit, die Rußland über Bulgarien gehabt, würde mit dem genannten Be­such des Fürsten beim Sultan, ein neues hinzutreten.

* Eine Privatmeldung aus Belgrad besagt, daß zwischen Pasitsch und der radikalen Opposition eine Verständigung erzielt sei.

Itadt, Provinz und Mchbargebiet»

Fulda, 5. September.

* Ihre Königl. Hoheit die Frau Landgräfin von Hessen, das fürstliche Brautpaar, Prinz Karl von Hessen und Prinzessin Margarethe von Preußen sowie die Schwester des Bräutigams, Prinzessin Sybille, be­suchten gestern Vormittag in offenem Wagen unsere Stadt, besichtigten dos landgräfliche Schloß und kehrten um 11 Uhr, am Schloßgarten von dem zahlreich ange- sommelten Publikum ehrerbietig und freundlich begrüßt, nach Schloß Adolfseck zurück. Heute Vormittag er­folgte die Abreise der fürstlichen Braut mit dem 8 Uhr 45 M. in der Richtung nach Frankfurt abgelasse­nen Zuge.

* .Gestern Abend beging der St. Josephs-Arbciter- Verein das Namensfest feines hochw. Präses, des Herrn Domkaplans August Helfrich. Bei seinem Erscheinen mit Musik und Hochrufen begrüßt, nahm derselbe die vom Henn Vizepräsidenten zum Ausdruck gebrachten Glückwünsche der Mitglieder entgegen und dankte gerührt für die ihm bereitete liebevolle Ueber- raschung. Bald darauf erschienen noch mehrere geist­liche Herren, darunter die Präsides des Augsburger kathol. Arbeiter-Vereins und des Aschaffenburger kathol. Gesellen-Vereins. Es folgten nun Deklamationen ernsten und heitern Inhalts, sowie kleinere Musik-Vorträge. Ein von Mitglied Schreiber vorgetragenes Gedicht „An Leo XIII." gab Anlaß zu einem dreifachen Hoch auf Se. Heiligkeit, welches enthusiastischen Widerhall fand. Später erschienen noch der Herr Präses des kathol. Gesellen-Vereins zu Wien (Leopoldstadt), sowie die Herren Präses und Vizepräses des hiesigen Gesellen- Vereins. Der Herr Gesellen-Präses aus Aschaffenburg dankte dem Verein für die herzliche Aufnahme und er­mahnte die Mitglieder zur steten Eintracht. Herr Pfar­rer Hummer, Präses des kathol. Arbeiter-Vereins zu Augsburg, überbrachte Grüße von dort, schilderte die dortigen Vereins-Verhältnisse und verbreitete sich dann in längerem Vortrage über die Eigenschaften, die ein echter und rechter Mann besitzen solle. Daß der Herr Präses des Fuldaer Arbeiter-Vereins allezeit solche „Männer" in den Reihen der Mitglieder sehe, sei sein Wunsch zum Namenstage. Der gesammte Verlauf des Festes war sehr gemüthlich und erbaulich zugleich. Möge er dazu beigetragen haben, dem Verein weitere Mit­glieder zuzuführen, so daß die Zahl derselben nachdem Wunsche des Herrn Präses von 100 bald auf 150 steigen wird. — Erwähnen wollen wir noch, daß die oben genannten beiden Gesellen - Präsides von Wien (Leopoldstadt) und Aschaffenburg, wie zu erwarten war, auch im G esellen-Bere in erschienen und dort durch ihre zündenden und begeisternden Reden die Mitglieder erfreuten. Ersterer überbrachte Grüße vom dortigen Verein, sowie von Sr. Eminenz dem Hochw. Herrn Kardinal-Fürsterzbischof Gruscha, dem bekannten Freunde und Förderer der Gesellen-Vereine.

z4! Im vergangenen Monat schlachteten die Metzger und Privaten der Stadt Fulda: 51 Ochsen, 11 Bullen, 57 Stiere, 36 Kühe, 62 Kalbinnen, 517 Kälber, 310 Schweine, sowie 137 Hammel und Schafe im Gesammtgewichte von 90,926 Kilogramm. Außer­dem wurden in demselben Monat dahier 3975 Kilo­gramm Fleisch und Fleischwaaren eingebracht, so daß der Gesammtverbrauch in hiesiger Stadt pro Monat August 1892 94,895 Kilogramm beträgt.

(*) Gestern fand in Tann a. d. Rh. die feierliche Eröffnung der Gewerbe-Ausstellung statt. In zwei Lokalen, dem „Grünen Baum" und der „Krone", waren die Erzeugniffe des Gewerbefleißes sowie die Handelsobjekte TannS und der weiteren Umgebung zur Schau gestellt. Die Stadt Fulda war, wie dies ja auch erwartet werden mußte, am stärksten vertreten. Ein Prachtstück der Ausstellung bildete eine stilvoll gearbeitete gediegene Zimmereinrichtung der Herrn Conrad Sauer Söhne von hier. Sodann hatte Herr Thonwaarenfabrikant Kramer außer einer Anzahl prächtiger Porzellanöfen und einer Kücheneinrichtung, auch Rohmaterial für verschiedene Bauzwecke in ge­fälligem Arrangement ausgestellt. Herr Hermann Kramer sowie Herr Hillebrand zeigten durch die von ihnen gewählten Schauobjekte, daß Fulda auch in Be­zug auf Bildhauerei und Bildschnitzerei die Metropole der Rhön genannt werden darf. Sehr interessant war auch das von den Herren Elektrotechniker Schneider und Meckel gelieferte Material. Namentlich glänzte