scheu Sprache vollkommen mächtig und korrespondirendes Mitglied der königl. spanischen Akademie der Künste ist _ zugleich Verfasser des bereits in zweiter Auflage erschienenen Sprachführers „Viaje porEspanna“ .welches Buch auch Kaiser Friedrich als Kronprinz auf seiner Reise durch Spanien benutzte. Anmeldungen zur Betheiligung an dieser Reise, deren ausführliches Programm später bekannt gemacht wird, nimmt schon jetzt Ries-l's Reise-Kontor entgegen.
„Von ganzem Herzen", erwiderte er, und Madame de Valmy mischte sich wieder in das Gespräch.
„Es ist am Ende das Beste, wenn Du augenbhct» lich nichts weiter über die Sache sagst, sondern sie erst in Ruhe überdenkü, Adelaide", bemerkte sie; das Mge Mädchen wendete sich aber um und sagte zu sich selbst:
4 । „Ich fürchte," sagte sie, „daß, wenn ich wirklich meinen Wohnsitz hier aufschlage, es aussehen wird, als
„Ueberlegen Sie, so lange Sie wollen. Miß Cameron", sagte er freundlich, „und halten Sie nur Ihre eigenen Wünsche bei Ihrer Entscheidung sür maß-
Sie blickte zu ihm auf, die zarte Röthe war von ihren Wangen gewichen und ihre Lippen bebten, ob-
„Das wäre aber eine ganz falsche Idee , sagte er lachend. „Den Menschen kann es doch ganz gleichgiltig sein ob Sie oder ein Anderer hier leben, und mein heißer Wunsch ist, daß Sie es sein möchten!"
„Wünschen Sie wirklich das so dringend? fragte
1496 zurückzukehren. Er rechtfertigte sich am Hofe des Königs vollkommen. ~ v .
Auf der dritten Reise entdeckte er Trinidad und an der Küste von Paria das amerikanische Festland. In Hispaniola kamen Unruhen und Empörungen, unter den abenteuerlichen Kolonisten vor. Seine erbitterten Feinde, die längst seinen Ruhm mit scheelen Augen betrachteten, erhoben neue Anklagen. Kolumbus wurde mit seinen beiden Brüdern in Ketten nach Spanien zurückgeschickt, Oktober 1500. Hier erlangte der Held alsbald die Freiheit. Am Hof wohl ausgezeichnet empfangen, wurde er aber nicht mehr in seine alte Wurde eingesetzt. Im Mai des Jahres 1502 unternahm Kolumbus mit vier armseligen Schiffen seine vierte und letzte Entdeckungsreise. Sein Plan war diesmal eine Umschiffung des Erdballs. Eine Durchfahrt nach dem großen Ocean suchend, gelangte er unter entsetzlichen Stürmen bis zum Isthmus vor Panama und entdeckte das goldreiche Veraqua. Diese Fahrt war eine ununterbrochene Kette von Leiden, Aufregungen und Gefahren, noch verbittert durch Undank und Verräthereien von Untergebenen. Am 7. Mai 1504 kam Kolumbus krank und erschöpft nach Spanien zurück. Am 26. desselben ' Monats starb seine Gönnerin, die Königin Isabella, ehe sie den Heimgekebrten sehen konnte. Kolumbus starb zu Valladolid mit dem Habit der Franziskaner als Mitglied des dritten Ordens bekleidet, am Himmelfahrtsfest, 15. August 1506. Im Kloster der Franziskaner daselbst fand er seine letzte Ruhestätte. Im Jahre 1536 aber wurden die Gebeine des großen Entdeckers erhoben und nach der von ihm angelegten Stadt der neuen Welt, nach San Domingo überbracht.
Die Gedanken, welche Kolumbus bei seiner Entdeckungsreise leiteten, waren wesentlich religiöse. Sein Hauptbeweggrund war das Verlangen, alle Nationen unter der Fahne des Heilandes zu vereinigen; die unbekannten Gegenden der Erde sollten in Verbindung mit dem christlichen Abendlande, das Licht des wahren Glaubens in die umnachtete Heidenwelt getragen und die zahllosen Völler unter die Herrschaft der Kirche gebracht werden. Ein anderer Beweggrund, der ihn be- fchäftigte, war die Befreiung des heiligen Grabes und die Vernichtung des Islam mit den Reichthümern des neu entdeckten Landes. Diesen Gedanken hielt er bis an sein Ende fest und legte ihn in seinem Testamente seinem Sohne an's Herz. Mit diesen Ideen lebte Christoph Kolumbus, mit diesen starb er als Mann von großer Frömmigkeit, als ein tiefgläubiger, in Glück und Unglück bewährter Christ. Er verdient es auch, daß die katholische Welt das vierte Säkulum seiner ruhmvollen Entdeckung feiert. Freude erfüllt unsere Brust, wenn eS sich bestätigt, daß dem Manne, der für die Kirche so große Eroberungen in apostolischer Gesinnung gemacht hat, bald die Ehre des Altares zu Theil wird.
Zur Centenar-Feier werden in Spanien in verschiedenen Städten die umfassendsten Vorbereitungen getroffen. So sind in Valladolid, Madrid, Sevilla, Granada, Huelva, Cadix rc. großartige Festlichkeiten geplant, denen beizuwohnen sich auch deutschen Reisenden eine bequeme Gelegenheit bietet. Karl Riesel's Reise-Kontor in Berlin, Königgrätzer Straße 114, veranstaltet nämlich Anfangs September eine Ge- sellschafts-Reise nach Spanien, deren Programm sowohl die Theilnahme der Mitglieder an den Festlichkeiten, wie den Besuch aller Haupt - Sehenswürdigkeiten des Landes verspricht. Außerdem ist von Granada aus ein landschaftlich reizvoller Ausflug in die Sierra Nevada und ferner von Malaga ein Abstecher nach Tanger (Marokko) in Aussicht genommen. Führer dieser Gesellschaftsreise ist ein bekannter Schriftsteller, der Spanien durch längeren Aufenthalt genau kennt, der spani-
„Jch weiß wohl, daß wir gemeinsam eine so bittere Prüfung bestanden haben, wie sie sich nur irgend ersinnen läßt", fuhr Lord Rylestone fort, „ich will aber nicht hoffen, daß das kein Hinderniß für unsere freundschaftlichen Beziehungen ist, da wir doch in gewissem Sinne zu einer Familie gehören. Wenn Sie meine Freundschaft und meine Dienste annehmen wollen, Miß Cameron, so schätze ich mich nur zu glücklich, sie Ihnen widmen zu dürfen." m
„Ich nehme Ihr Anerbieten dankbar an, Mylord", erwiederte sie, ohne die Augen zu ihm aufzuschlagen. r , . .
„Ich habe verschiedene Pläne entworfen, bei denen Sie mehr oder minder betheiligt sind", sagte er. „Wie wohlthuend ist es, zu Freunden zu sprechen, deren Vertrauen und Interesse man genießt! Ich habe Ihnen einen Vorschlag zu machen. Wie Sie einsehen werden, bin ich gezwungen, Walton zu verpachten, denn ich kann den hier erforderlichen Hausstand unmöglich mit einem jährlichen Einkommen von tausend Pfund unterhalten. So tief es mich schmerzt, so muß ich mich dazu entschließen, und da hätte ich Sie, Miß Cameron, so unendlich viel lieber, als jeden Anderen zur Pächterin."
Sie wendete sich schauernd ab, als ob ein eisiger Wind sie berührt hätte.
„Nein, nein, erwiderte sie schnell, „es ist mir unmöglich, hier zu leben."
„Wir wollen das ganz nach Ihrem Wunsche ord? nen", sagte er. „Sie haben seit einiger Zeit hier eine Heimath gefunden, und da ich, nach menschlichem Er-
Jch werde mir Ihren Vorschlag überlegen , sagte sie. „Sogleich kann ich keinen Entschluß fassen. In mancher Beziehung scheint mir die Sache sehr einladend, in anderer nicht. Ich bedarf einiger Muße, um
Fulda, 14. Juni.
* Leider sind uns beim Festberichte über die Wallfahrt zum Grabe des heil. Bonifatius, besonders in der Rede des Herrn Fabrikbesitzers Wiese, einige Fehler mit unterlaufen. So muß es in der genannten Rede natürlich heißen: „Der springende Punkt", nicht der schwingende P , nicht Pastor Kathrem, sondern Pater Kathrein". Auch die übrigen Inkorrektheiten liegen so klar auf der Hand, daß wir kaum nöthrg haben, näher darauf einzugehen. Wir bitten unsere gen. Leser hierfür um Entschuldigung und wünschen nur, daß diese Versehen sie keineswegs in de? angenehmen Lektüre dieser herrlichen Reden gestört haben.
— In der gestrigen Versammlung des St. Josephs- Bereins hielt Herr Lehrer Ebel vor den zahlreich erschienenen Mitgliedern den in diesem Blatte schon an- ।lekündigten Vortrag, und zwar: „lieber die Verdienste des Benediktiner-Ordens um die Kultur Deutschlands und seiner Bewohner." Redner schilderte Eingangs seines Vortrages die trüben und wilden Zustände, in denen das Land unserer Vorfahren, sowie diese selbst sich befanden, bevor noch die Sonne des Christenthums über Germanien's Himmel aufgetaucht war. Wenngleich auch die Sitten und Gebräuche der alten Deutschen vielfach edler waren, als die anderer Heidenvölker, so waren ie doch alle besiegelt mit dem Stempel des blinden Götterqlaubens. Die Blätter der Geschichte lassen uns die traurige Wahrnehmung machen, wie durch Wodan s Priester nach siegreich beendetem Kriege gar oftmals das Blut unglücklicher Gefangenen über dem Opferstem eines Götzen-Ältares verspritzt wurde. - Doch nicht immer sollten die Bewohner unseres Vaterlandes^Sklaven des Götzendienstes sein. Gott hatte dem deutschen Volke eine erhabenere Stellung zugewiesen. Sohne des hl. Benediktus waren es, welche, dem Rufe eines Höheren folgend, Vaterhaus und Heimath verließen, um das Kreuz, den Lebensbaum der Völker, auf beut» chem Boden einzupflanzen. Aus der kleinen Zelle, welche die schwarzen Kuttenträger anfangs errichteten, entstand nach und nach ein Kloster nebst einem Kirchlein, umgeben von sinnig und zierlich gepflegten Garten und urbar gemachten Ackerfeldern. Mit der Zett erweiterte sich diese kleine Anlage mehr und mehr, so daß zuletzt eine wohlgepflegte Landschaft weithin vor unseren Augen sich ausbreitete. Wenn wir bedenken, daß solche Niederlassungen nicht vereinzelt dastehen, sondern deren eine große Anzahl über Deutschlands Gaue ausgestreut waren und wie ganz anders es bei uns aussah, seitdem die wackeren Mönche ihren Stab hier niederstellten, so können wir nicht umhin, in den Benediktinern die Pioniere unserer Civilisation zu erkennen. Wie auf bi8 Land, so wirkten die edlen Ocdensleute auch auf die Bewohner segenbringend ein. Waren Letztere sonst hingeeilt, um sich an den schaudererregenden Götzenopfern zu erfreuen, so sah man sie fetzt dem Rufe des Glöckleins folgen, welches Edelgeborene und Gemeine, Männer und Frauen, Jünglinge, Jungfrauen und Kinder um die AltarLftufen des einzig wahren Gottes versammelte. Es wurden Schulen gegründet, in denen die germanische Jugend eine echt christliche Erziehung genoß. Dabei arbeiteten die Ordensbrüder noch beständig an ihrer eigenen Fortbildung. Uner
messen, niemals im Stande sein werde, hier zu leben, sehe ich nicht ein, weshalb Sie nicht hier bleiben wollen. Jedenfalls ist es für die Besitzung Vortheilhaft , wenn sie in den Händen eines Familiengliedes bleibt, als wenn irgend ein Fremder sie verwaltet."
„In Zukunft werden Sie doch vielleicht selbst hier leben", bemerkte sie. ,
Vielleicht, es liegt ja allerdings in den Grenzen , -
der Möglichkeit, jedenfalls muß bis dahin aber noch darüber nachzudenken, manches Jahr verfließen. Ich wollte Ihnen eben nur 1 ben Vorschlag machen, hier zu bleiben, ba Sie boch unbebingt eines Wohnortes bedürfen, der Ihrer Lebensstellung entspricht."
Sicherlich würden wenige junge Tarnen, die sich in Ihrer Lage befinden, denselben Ausspruch thun", . ->-
äußerte er lächelnd. „Ich habe die Idee nur angeregt, gleich sie lächelte, weil ich glaubte, daß sie Ihnen nach einiger gelt ganz I -•* «"«*- angenehm sein würde. Wenn Sie daraus entgingen, > ~ finttt»
bedürfte es keiner weiteren Veränderungen. Sie könnten ob ich sie auch des Lchtm beraub h . auch einige Monate nach Brighton gehen und dann ' ««' falsche
Ihren dauernden Wohnsitz hier nehmen."
„Der Vorschlag ist doch der Erwägung werth , wars Madame de Valmy ein.
„Die einzige Bitte, die ich, wenn Sie sich hier zu bleiben entschlössen, aussprechen möchte, ist. daß Sie gütigst meiner in meinem Exil gedächten und mir daun und wann schrieben, wie Alles steht. <;ch nehme em inniges Interesse an dem Orte und seinen Bewohnern, an den Tagelöhnern und Dienern und möchte gern ab und zu von ihrem Ergehen hören."
Er sah, rote ihr Gesichtsausdruck sich plötzlich Der»
müdlich waren sie bestrebt, die Erzeugnisse griechischer und römischer Bildung uns zu übermitteln, ohne welche unser Volk wohl nie zu einer solchen Höhe sich empor- geschwungen hätte.
„Was auf Hella s blauen Bergen, Was einst am Tyrrhener Meere Dichter sangen, Denker dachten, Später Welt zu Nutz und Lehre;
Was der Geist geweihten Sehern Offenbart in Sturm und Stille Wort und Werk des Gottessohnes, Als er ging in Manneshülle.
Bon der Mönche Hand geschrieben Blatt auf Blatt mit Müh' und Sorgen In den Truhen der Abteien Lag es liebevoll geborgen." , s (Dreizehnlinden.)
Ein Blick in eine unserer zahlreichen Bibliotheken wird uns von den heroischen Leistungen der Benediktiner auf künstlerischem, schriftstellerischem und wissenschaftlichem Gebiete treffliches Zeugniß ablegen, -staunend bewundert heute der Gelehrte selbst die hier ausgestellten Bände, von denen die Fertigstellung eines einzigen oftmals ein ganzes Menschenalter an Zett erforderte. Mit der Aufforderung zum Danke gegen Gott, durch dessen Hingebung jene Missionäre sich zum großen Werke der Bekehrung und Civilisation Deutschlands, und zumal unseres engeren Vaterlandes angeeifert unb berufen fühlten, schloßRedner seinen Vortrag. — Dem Danke für ben lehrreichen, fesselnden Vortrag, der sich alsbalb in lebhaften Beifalls-Bezeugungen äußerte, gab fobann ber Präses in kurzen Worten Ausbruck mit bet Bitte, bie Mitglieber in nicht allzu ferner Zett durch einen gleich interessanten Vortrag erfreuen ju rooHen, was auch von dem verehrten Herrn berettwilligst zn- qefagt wurde. Vivant sequentes! _
* Zn der vor einigen Tagen in unserem Blatte gebrachten Nachricht über das Ableben des Herrn Pfarrers Franz Joseph Breidenbach in Roßdorf wird uns heute von dort mitgetheilt, daß der Verstorbene nicht, wie angegeben, am 24. August 1872 sondern am 26. März 1849 die hl. Priesterweihe empfangen hatte. (Zwei dem Schematismus der Diözese Fckoa. entnommene Daten waren in der Eile mit ben nachst- fotgenben verwechselt worben. D. R.) Derselbe wirkte zunächst als Kaplan in Margrethenhaun unb an anderen Orten, wurde dann Seelsorger an der Strafanstalt zu Wehlheiden, blieb daselbst etwa 12 Jahre und kam tm Jahre 1863 als Pfarrer nach Erfurtshausen. Nachdem er daselbst eine fast zehnjährige segensreiche Tha- tiqkeit entfaltet hatte, erhielt er tm April 1872 die Pfarrstelle zu Roßdorf, woselbst ihn am Pfingstsams- taq d. I. der Tod ereilte. , .
* Zwei beim Bauer Sorg zu Liugeshof, Gemeinde Eichenzell, dienende Knechte hatten am 10. ds Mts- I Nachts in hiesiger Stadt Jauche abgeholt und sich auf dem Rückwege auf den Wagen gesetzt. Emer der Knechte Namens Anton NebelaSer, 20 Jahre alt, war auf dem Wagen eingeschlafeu, in Folge dessen herunter- aesallen und wurde vom rechten Hinterrad überfahren, so daß der Tod alsbald eintrat. — Die ledige Monika I Möller aus Malkes ist wegen vorsetzlicher Tödtnng ihres Kindes inhaftirt und die Voruntersuchung gegen dieselbe eingeleitet. (F. K.) .,
* Die gesetzliche Schulpflicht erreicht ihr Ende nicht mit dem Eintritt eines bestimmten Termins, sondern erst mit der Entlassung aus der Schule. Der Eintritt des Termins berechtigt die Eltern nur, die Entlassung \ des Kindes zu fordern, nicht aber dasselbe eigenmächtig aus der Schule zu nehmen. Eltern, welche ein über 14jähriges, aber noch nicht entlassenes Kind nicht zur Schule schicken, sind nach einem Unheil des Kammergerichts vom 2. Juni er. in Schulversäumnißstrafe zu j nehmen.______________ _
änderte — ein Freudenstrahl zog über ihr Antlitz hin, um es nachher freilich um so düsterer erscheinen zu lassen. Er wußte seine Wahrnehmung aber nicht zu