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mit, daß Ihnen in Folge der starken Inanspruchnahme deS für die deutsche Abtheilung im Jndustriegebäude der Chica­goer Ausstellung zur Verfügung stehenden Platzes nut ein Raum von 1 qm, und zwar ausschließlich Wandfläche, (anstatt der von Ihnen beantragten 4 qm Boden« oder Wandfläche) zugewiesen werden kann. Ich darf Ihnen daher ergebenst anheimstellen, auf dieser Grundlage Ihre Ausstellungsvorbereitungen zu treffen. Ich erlaube mir mdeß hierbei die generelle Bemerkung hinzuzufügen, daß ein privatrechtlicher Anspruch durch die Raumzuweisung nicht entsteht. Sollte wider Verhoffen durch eine Verschie­bung des GesammtplaneS eine Aenderung auch der einzelnen Plätze erforderlich werden, so wird jedenfalls auf die von dem Aussteller nach Maßgabe der Raumzuweisung ge­troffenen Herrichtungen Rücksicht genommen werden."

Unter solchen Umständen — so theilt die Firma H. A. Erbe dem ,Thür. Hfrd.^ mit — verzichte die­selbe darauf, ihre Fabrikate in Chicago auszustellen, da die Fläche nicht genügt.

* Der Kaiser hat, einer Mittheilung auS Weimar zufolge, seine persönliche Theilnahme an der für den 8. Ottober d. Js. bevorstehenden Feier der Golde­nen Hochzeit des GroßherzogS und der Großher­zogin von Sachsen-Weimar zugesagl. Zu dieser Feier wird auch das sächsische Königspaar und Großfürst Wladimir von Rußland erwartet.

x Würzburg, 11. Juni. Wer von Nah oder Fern mtt irgend einem Leiden behaftet an einem recht angenehmen Aufenthaltsort die Pfarrer Kneipp'sche Wasserhellmethode gebrauchen will, dem soll andurch gerathen fein, sich in die Wasserheilanstalt des Dr. Löser zu Veitshöchheim bei Würzburg zu begeben. Gar Viele schon haben in dieser Anstalt Heilung von ihren Leiden gesunden auch aus der Fuldaer Gegend, und wird demnächst wieder ein Mädchen aus dieser Anstalt geheilt entlassen, welches aus Solz fast ganz erblindet nach Veitshöchheim kam und jetzt wieder vollständig sehen kann. Die Gußeinrichtung der Anstalt ist vorzüglich, der Aufenthalt in dem prachtvollen Hofgarten nur gesund und angenehm. Logis und volle Pension stellt die Anstalt. Für Minderbemittelte findet sich billige Ver­köstigung mit Logis im Dorf.

vermischtes.

* Am 1. Juli d. I. wird der neue Weltpostver­trag, welcher in der letzten Session auch dem Reichs­tage zur Genehmigung unterbreitet worden war, in Kraft treten. Derselbe ist zwischen 52 Staaten und Kolonien verschiedener dieser Staaten abgeschlossen und stellt eine wesentliche Aenderung, Ergänzung und Er­weiterung des bisherigen Vertrages dar. Mit ihm zugleich erlangt aber auch eine ganze Anzahl der Sonderabkommen ihr Entstehen, die zwischen an dem

Weltpostvttttage beteiligten Staaten vereinbart sind. Dahm gehören das Uebereinkommen, betreffend den Austausch von Briefen und Kästchen mit Werthangabe, an welchen 24 Staaten betheiligt sind, betreffend den PostanweifnngSdienst zwischen 26 Staaten, betteffend den AuStansch von Postpacketen zwischen 32 Staaten, betteffend den Postaufttagsdienst zwischen 18 Staaten. Währmd Dmtschland an dem Weltpostverttage auch mit feinen Schutzgebieten betheiligt ist, sind die letzteren in die Sonderabkommen nicht eingeschloffen.

* Im Monat Mai »arbeit in deutschen Münz­stätten ausgeprägt an Doppelttonen 6978820 Mk. an Zweimarkstücken 60500 Mk. und an Einpfennig­stücken 36966,64 Mk.

* Die Einnahme der Reichspost- und Telegraphm- verwaltmtg betrug im April d. IS. 21,10V,732 Mk. (799,329 Mk. mehr als im April v. Js ), die der Reichseisenbahnverwaltung (els.-loth.-Bahnen)4,903,000 Mk. (395,000 Mk. mehr als im April 1891.)

• Die überseeische Auswanderung aus dem deutschen Reiche über deutsche Häfen, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam beliefen sich im 1. Quartal d. Js. auf 22,685 Personen. Die preußischen Provinzen Posen, Westpreußen und Pommern waren wieder am stärksten betheiligt. lieber deutsche Häfen allein gingen 18870 deutsche Aus­wanderer, außerdem noch 41864 Auswanderer aus fremden Staaten.

(Bauernregeln für Juni.) Juni feucht und wann, macht den Bauer nicht arm. — Donnert'S im Juni, geräth das Korn, regnet'S stark, geht dieOelfaat verlor'n. — Wenn im Juni Nordwind weht, dar Getreide gut zur Ernte steht. — Vor Johannistag, man keine Gerste loben mag. — Verblüht der Weinstock bei Vollmondlicht, eS eine ande volle Traub' verspricht. — Vor Johannis bitt' egen, nachher kommt er ungelegen. — Sanct Medard — 8. Juni — bringt kein Fröstlein mehr, daS dem Wein­stock schädlich wär'. — O heiliger Veit — 15. Juni — o regne nicht, damit'S uns nicht an Gerste gebricht. — Ist es zu Frohnleichnam — 16. Juni — klar, deutet es ein fruchtbar Jahr. — Wie'» Wetter auf St. Paulitag — 30. Juni — so bleibt's sechs Wochen lang darnach. Der Maien kühl, der Brachmonat naß, fördert Heu und Frucht ohn' Unterlaß.

* Mainz, 10. Juni. Gestern Nachmittag wurde eine Zigeunerbande, bestehend au8 drei Männern, drei Frauen und mehreren Kindern in Haft genommen, weil die Männer und Frauen des Menschenraubes beschuldigt find; dieselben sollen auf dem Wege von Weisenau nach Laubenheim ein Mädchen von 7 Jahren geraubt und in ihrem Wagen verborgen gehalten haben; ein Fuhrmann, der bis jetzt noch nicht ermittelt werden konnte und der vom Raube Kenntniß erhalten hatte, soll dem Kinde wieder

die Freiheit verschafft haben. Die Schutzleute hatten mit den Zigeunern, ehe diese verhaftet wurden, einen Kampf zu bestehen. — Heute find die Zigeuner wieder entlaßen worden, da das angeblich geraubte Mädchen da» GestSnd- niß abgelegt hat, daß es den an ihm begangenen Raub auS Furcht vor Strafe, weil e« zu lange von zu Haufe entfernt geblieben war, erfunden habe.

Literarisches.

* Die Nr. 23 der »Gefiederten Weltt, Zeitschrift für Vogel-Liebhaber, -Züchter und -Händler, heraus­gegeben von Dr. Karl Ruß (Magdeburg, Creutz'fche Verlags- Buchhandlung, R. & M. Kretschmann), enthält: Seltene und absonderlich gefärbte Vögel. — Vogelsang und Bogelliebhabe- reien in Thüringen (Fortsetzung). — Ueber das Vogelleben in den Leuchtthürmen. — Kanarienvogel-Preisbewerbungsschrift II. — Die Möve als Feind unserer Zugvögel. — Briefliche Mit- theilungen. — Auftagen und Auskunft. — Bücher- u. Schristen- schau — Briefwechsel. — Die Beilage enthält: Anzeigen.

Briefkasten.

Nach Hünfeld. Wir haben uns dieserhalb mit unserem Herrn Korrespondenten sofott in briefliche Verbindung gesetzt.

? Fulda, 11. Juni. Dem heutigen Schweinemarkt waren zugetrieben: 55 Läufer, 30—60 Mark, 150 Ferkel 14—26 Mark. Handel wie gewöhnlich.

Wasserwärme der Fulda.

Gestern Abend 7 Uhr 17'/z° R. Heute Morgen 6 Uhr 16° k.

Meteorologische Beobachtnage»

der hiesigen Wetterwarte.

5 ’S

Stunde

Borom.

Millim.

Thenn.

Telstu*

Temperatur- extreme

Wind­richtung u. Stärke

Wetter

Mar.

Min.

11

2

735,2

26,3

SW2

wolkig

9

734,8

19,9

26,3

13,9

SSW1

heiter

12

7

736,4

14,1

NW3

wolkig

2

738,6

20,1

NW4

wolkig

9

737,4

15,0

20,5

12,0

NI

wolkig

13

7

734,8

14,0

NO1

heiter

Luftdruck noch

1—2

Mill, unter seinen Jahresmittel.

Luftströmung wechselt zwischen NW N n d NO Temperatur

nahezu normal.

Letzte Beobachtung 10Vi Uhr Morgens.

Luftdruck — 736,0 mm. — Lufttemperatur 17,1 ° C. — Luftfeuchtigkeit — 71 °/». — Wolkenzug aus WSW. — Wind­richtung — NW5. — Himmelsansicht bewölkt.

C. Kausch« Mmauit • Ottweiler (Trier) gegründet 1858, empfiehlt in reicher Auswahl Tuche, Buxkin«, Kammgar», sämmtliche Anzug-, Hosen-, Paletot-, Jagd- und Lodenstoffe m. und verschickt vollständige Musterkollektionen portofrei. [2776 Geeignete Vertreter Schneidermeister u. dgl. werden gesucht.!

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Dienstag, den 14. Juni,

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Mittwoch, den 15. d. M.,

Nachmittags 5 Uhr, lasse ich an Ort und Stelle den diesjährigen Ertrag meiner Wiese bei Hvras, genannt Wejher, in Parzellen getheilt öffentlich ver­steigern. [1403

Marie Schultheis,

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bis eventuell 80 Mk.

Fulda, am 11. Juni 1892.

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beehren wir uns hiermit er­gebens! einzuladen.

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Für die Redaction,verantwortlich: L Deibel in Fulda. — Druck und^Verlag der Fuldaer Actiendruckerei (A Dillmann).