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klagten durchwühlt ein herber Schmerz. Eine Zeitunqs- notrz, von enter Freundin gesandt, hat ihnen die furcht­bare Nachricht von der Verirrung des heiß geliebten i Sohnes und Bruders überbracht.

! <. .,.3®e.nn Auge keine Thränen mehr hat, dann tritt die stille Ergebenheit in des Schicksals Willen

Hr die erste Ruhe des schmerzbewegten Gemutyes. °

XIV.

streiken ja wohl heute den zwanzigsten, nicht wahr ? ruft Linde dem Kollegen Zeits im Dienst- ztmmer zu. '

„Jawohl!"

„Da müssen wir noch einige unaufschiebbare Ar­beiten vor dem sechsundzwanzigsten Oktober erledigen da, wie Sie wissen, an diesem Tage der größte Theil

Abamten und Unterbeamten nach W. zur Schwur- gerichts-Verhandlung als Zeugen vorgeladen ist. Die j Verhandlung kann den ganzen Tag über dauern und i raubt uns somit sehr viel von unserer ohnehin schon knapp bemessenen Zeit. 1

Wenn Sie, Herr Zeits, augenblicklich nicht mit Ar- be. en überhäuft sind, so würden Sie mir mit der I Ausstellung dieses Nachweises einen großen Gefallen ! erweisen. Ich wollte nämlich", sagte er leise, näher- ; tretend, damit Niemand anders seine Worte verstehen I kann, „heute Morgen meinen letzten Trumpf bei dem 1

nicht an Dritte abgetreten werden. Das Gesetz soll d. I. ab gelten mit rückwirkender Kraft für solche Uebungen, die ganz oder theilweise in der Zelt vom 1. April 1892 bis zum 1. Juli 1892 abge- leiftet worden sind.

Die in dem Gesetze bewiesene große Fürsorge für die Familien elnberufener alter Soldaten wird von Allen, die es angeht, dankbar ausgenommen werden und dazu beitragen, die Dienstfreudigkeit der Einbe- rufenen zu steigern, die sich der Ehre, wieder des Königs Rock zu tragen, nun mit größerer Beruhigung über den Unterhalt ihrer Familien hingeben könnm.

,, Unterstutzungsberechtlgt sind die Familien der Mann­haften der Reserve, der Land- und Seewehr und der NUerve letztere für die zweite und dritte Uebung.

W”9 & Verlangen" gewährt. Die

Behörden haben also nicht erst die Bedürftigkeit der Familie zu untersuchen. Auch die wohlhabenden Klassen haben die Berechtigung, die Unterstützung zu verlangen: jedoch darf erwartet werden, daß, wer nicht bedürftig L S fet"L Unterstützung verlange. Der Dienst bei den Fahnen ist eine Ehrenpflicht, und nur da, wo aus t^er ^^^^bA°khstande oder Entbehrungen entstehen, soll nach Ansicht des Gesetzes geholfen werden.

Der Anspruch auf Unterstützung ist binnen 4 Wochen nach Beendigung der Uebung bei der Gemeinde-Behörde des Ortes zu erheben, wo der Einberufene bei Beginn der Uebung seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort hatte Die Familien von Uebungspflichtigen, die als Reichs-, I ®taat§= ober Kommnnal-Beamte während der Uebung K'/bhalter gesetzlich fortbeziehen, haben keinen And spruch auf Unterstützung.

r^if, Zechen Unterstützungen betragen: 1) für die Ehefrau 30 Prozent des ortsüblichen Tagelohnes für erwachsene männliche Arbeiter am Aufenthaltsorte des Einberufenen, 2) für jede der sonst unterstützungsberech- tigten Personen (Kinder unter 15 Jahren, Verwandte m aufsteigender Linie und Geschwister, sofern sie von dem Einberufenen unterhalten werden) 10 Prozent des ortsüblichen Tagelohnes für erwachsene männliche Ar- bk'ter am Aufenthaltsorte des Einberufenen. Jedoch y ?^AHmmt^Betrag 60 Prozent des Betrages „ oA.^^^bhen Tagelohnes nicht übersteigen. Die Unterstützungen können nicht verpfändet und gepfändet, !

Absender des Geldbriefes, Adens, ausspielen . Tafio Sie sind so gut?" 1

„Recht gern! Geben Sie nur her!"

Linde zieht dann ein Blatt Papier ans seinem Notiz- buch hervor und läßt sich sämmtliche Banknoten der Kasse einhändigen, die er in Bezug auf ihre Nummern mit denjenigen seines Verzeichnisses vergleicht, um wiederum, wie schon so oft, nichts zu entdecken.

Dann ging er zum Kaufmann Adens.

,^5ch erlaube mir", beginnt er, „noch einmal vor der Hauptverhandlung in der Sache gegen meinen Freund bei Ihnen vorzusprechen."

Der Kaufherr ist mißgestimmt hierüber, wie es scheint, denn er empfängt den Eingetretenen ziemlich kühl, was Linde indeß kaum beachtet.

„Ich danke Gotts daß dieses ewige Spioniren und Horchen bald ein Ende nimmt!" sagt verdrießlich Adens. „Gestern hat man mich und meinen alten, in Ehren grau gewordenen Buchhalter in eine Art Kreuz­verhör genommen, von dem ich noch ganz alterirt bin. Es fehlte nicht viel, so hätte der Herr Untersuchungs­richter uns Beide für die Verbrecher erklärt wenigstens ließen seine Fragen kaum noch einen stweifel darüber aufkommen." 1

r »Na, ganz so schlimm wird es nun wohl nicht ge­wesen sein, Herr Adens! Sie find in letzter Zeit etwas nervös geworden. Der Richter thut wie jeder andere

Am Dostschatter.

Kriminal-Roman aus dem Berkehrsleben von Th. Schmidt.

(28. Fortsetzung.)

? Fbend geworden in K., dem Heimathsorte Baumers. Draußen klatscht ein strömender Regen vom Winde gepeitscht gegen die Fenster eines Hauses in der Petnstraße. Sturm, wilder Sturm braust heulend durch die saft menschenleeren Straßen.

In einem durchwärmten Zimmer, das einfach aber gediegen eingerichtet ist, und von einer peinlichen Ord­nung und Sauberkeit zeugt, sieht man eine greife Dame S; blnnnBüd, das einen jungen hübschen Mann in Ofsiziers-Uniform zeigt, in gebrochener Haltung sitzen. ■ Auch hier im Innern des Hauses stürmte es, in emem Menschenherzen. Von Zeit zu Zeit kommt aus der schmerzerfiMten Brust der greisen Dame ein dumpfer ^aut, wahrend eine jüngere Dame, auf dem Sopha schluchzt l$r ®e td^ m bie Kissen vergrabend, heftig

Hermann! Hermann!" hört man jetzt die altere Dame schmerzlich auSrufen. „Weshalb hast Du uns das gethan? Gerechter Gott, der Du den Witwen em fürsorglicher Vater bist, stärke mich in dieser

stunde damit nicht mein Geist in Nacht und Grauen verfällt!"

Die tiefgebeugte Mutter und Schwester des Ange-

könne, angreife. Die einzelnen Parteien kaffen durch Redner (Limburg - Stirum [fonf.], Bopelius ff reit] Sieber [Str.] $o6rec$t [ntl.]) ihre Übereinstimmung mit den Ausführungen Rtchter's aussprechen, nur Abg^ Cremer-Teltow (wtldkons.) ist der Ansicht, daß mit dem Aufwerfen dieser Frage die öffentliche Aufmerffamkeit i n Ä Enthüllungen Ahlwardl's abgelenkt werden ff‘fnSV*\?tCt rleht hierauf seinen Antrag zurück. Es folgt Berathung des Antrags Richter betr Ver­öffentlichung der Ergebniffe der Selbsteinschätzung zur Kommunalsteuer. Minister Miquel sagt diese Ver­öffentlichung zu und legt die Gründe des niedern Aus­falls in verschiedenen Gemeinden dar. Aus dem Hause wird auf verschiedene nachtheilige Folgen dieser Ein- schatzungsmethode hingewiesen. Sodann wird der Rest der Sekundärbahnvorlage angenommen. Das Haus ver­tagt sich. Nächste Sitzung Dienstag: Stolgebühren- gesetz rc. Schluß 3-/- Uhr. y

I . - Ueber bürgerliche und adelige Offiziere in der preußZen Armee the.lt die,Boss. Ztg.' nach der neu­esten Rangliste das Zahlenverhältniß mit. Mr ent­nehmen diesen Angaben Folgendes: Unter den Generalen finden wir in diesem Jahre zum ersten Mal einen

I Bürgerlichen, den General Lentze, kommandirender ! General des 17. Armeekorps. Bon den General- Lleutenants sind 10 (12,2 Proz.) bürgerlich, von den General-Majors 53 (37,6 Proz.) Unter sämmtlichen ©eneralen befinden sich mithin 64 (22,5 Proz) Bürgerliche. Das bürgerliche Element hat in der Generalität auch im letzten Jahre zugenommen, aller» omg§ nicht so wie in den letzten Vorjahren. 1888 waren von den General-Lieutenants 5,7 Proz. 1889 5, 1890 26,3, 1891 34,0, jetzt 37,6 Proz.; bei der gesammten Generalität 1889 13,9, 1890 16,0, 1891

Vroz. Dagegen nimmt in der Charge b®r Gersten die Zahl der Bürgerlichen ganz erheblich Sa ®9° b»rug sie 37,9 1891 38,8, jetzt nur noch ^8,9 Proz. Unter den Oberst-Lieutenants wiederum sie'gt die Zahl der bürgerlichen Offiziere (1890 35,4, 1891 41,1, 1892 45,1 Proz.) beträchtlich, nicht so stark unter den Majors, (1890 49,5. 1891 516 1892 52,5 Proz.) Die Stabsoffizier-Chargen zählen msgesammt 933 bürgerliche Offiziere, d. i. 47 8 Proz ! gegen 41,1 Prozent im Jahre 1890 und 45,7 Pror. un vvaljre 1891. Bei der Garde-Infanterie zählen wir nur noch 10 (im vorigen Jahre 12) bürgerliche °were,öon denen5 Hauptleute, 2 Premier-Lieutenants unb 3 Sekonde-Lleutenants sind. Zum ersten Male seit langen Zähren hat die Garde-Infanterie keinen bürgerlichen stabs-Offizier; dagegen ist der einzige bürgerliche Offizier der Garde-Kavallerie ein Major der Garde-Feldartillerie sind nur noch 5 (im Bor- * 7) bürgerliche Offiziere, sämmtlich Majors und Hauptleute, vorhanden. Nur adelige Offiziere haben nach einer Zusammenstellung der ,Voss. Ztg.' in der preußischen Armee nach der neuesten Rangliste 26 Regimenter gegen 24 int Vorjahre, nämlich das 1. u £ Earde-Regt z. F. das Kaiser Franz Garde-Gren.- ^g^A^^dasKönigin^AugustaGarde-Gren.-Regt.

Berlin, 9. Mai.

* Graf Herbert Bismarck erhielt zu seiner Ver- wbung folgendes Glückwunschtelegramm des Kaisers Wilhelm: Besten Dank für die freundliche Anzeige und aufrichtigsten Glückwunsch zur Verlobung mit Gräfin Marguerite Hoyos sendet Wilhelm, Imperator

~ Auch die Familie des Grafen Hoyos wurde b # X’" Glückwunschtelegramm des Kaisers erfreut.

Die Aktiengesellschaft Ludwig Löwe u. So. hat Strafantrag gegen Rektor Ahlwardt gestellt.

In der 60. Plenarsitzung vom 9. Mai trat das Abgeordnetenhaus zunächst in die Berathung des An- trags Richter betr. die Schloßlotterie. Abg Richter (dfr.) betont, daß sein Antrag nicht die Minister treffen soll sondern em dem Anschein nach sich bildendes Hmtertreppen-Regiment, welches der Volksvertretuna nicht verantwortlich sei. Redner führt daun die ver­schiedenen Projekte auf, welche infolge der Platzfrage für das Denkmal des Kaisers Wilhelm I. entstanden I feien, die selbst in amtlichen Kreisen Kopfschütteln er» regten, und bei denen anscheinend gar kein Werth auf den Kostenpunkt gelegt werde. Schließlich werde man gar nicht einmal mehr vor dem Berliner Schlosse diesem Denkmal hohenzollernscher Sparsamkeit Halt

?r TbCt b°nn zur Angelegenheit Kunze, lch ldert die An und Welse, wie dieser Mittel zu den I//2 Millionen für die neue Schloßterrasse durch Heran- I Aehung von Armeelieferanten, die Pferdebahn rc gegen staatliche Gegenleistung beschaffen wolle und weist auf das Verwerfliche dieses Gebührens hin; wo im ver­gangenen Jahre in Preußen 168 Millionen für Lotterien au§gege6en »orben seien, fei es bebenklich, für eine "^rschbnerung eine Lotterie einzurichten. Kunze habe sich mit der Person des Monarchen gedeckt, diese Behauptung müßte durch Erklärung vom Ministertisch ttar gestellt werden, denn die Minister seien vermiß wörtlich. Minister v. Bötticher theilt mit, daß die erwähnten Projekte nie Verwirklichung finden würben und day durch Kabinetsordre die Denkmalsfrage nun­mehr erledigt fei. Minister Herrfurth erklärt, daß ihm von der Angelegenheit Kunze amtlich nichts be- kannt sei. Die Mitthellungen wegen Betheiligung von Behörden an derselben seien erfunden. Er bedauert daß man emen Abwesenden, der sich nicht vertheidigen

Das Gesetz Über die Unterstützung der Familien “h Fr'bbensubungen einberufenen Mannschaften ist Zues der kleinsten die m der letzten Wintertagung des Reichstages zu Stande gekommen sind; es enthält nur 6 Paragraphen. Trotz seines geringen Umfanaes ift ton?' Volkskreise von großer praktischer Bedeu- 3ahre 1888 ift die Unterstützung der Fa­milien der zum Kriegesdienste einberufenen Wehrpflich- l.gen tn bet Weist neu geregelt worden, baß für die Ehefrau m den Monaten Mai bis Oktober 6 Mark fh^nnnär,9^^Dn^tenr 9 unb für andere unter» stiitzungsberechtigte Personen 4 Mark monatlich min­destens zu gewähren find. w

,..n,^,Arbündeten Regierungen hatten sich diese Sätze gesetzliche Unterstützung aus öffent- j ÄÄ" Friedensubungen genommen. Der Reichstag ist jedoch m den Sätzen weit über die Bor- S Auausgegangen^ hat auch die Unterstützung nicht s" e>blm ^aCe b” Bedürftigkeit abhängig gemacht und ^e Kosten ganz, nicht bloß, wie vorgeschlagen war zur i Hälfte der Reichskasse auferlegt. Der Bundesrath stimmte biemauf8lVtolf2rÄlfen Äber h°h-n Geldkosten, ote auf 1 /2 2 Millionen beziffert werden, zu und s°^m-d d-r Mfti Mm 1. sM1 M. 3s „t,

Mittwoch, den 11. Mai 1892.

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