Geschäftslage verstaute, welche besonders in zahlreichen Betriebs- Einfteaungen und Fallimenten der Schuhsabnkationsbranche und ferner in dem Ausbleiben größerer Export-Austräge zum Ausdruck gelangt sei. Die Gesellschaft habe einen Theil der ausländischen Ordres wegen Unsicherheit der Verhältnisse ablehnen müßen, während sich im Jnlande schärfere Konkurrenz fühlbar machte durch Angebote, welche ost kaum die ohnehin durch tijeuere Kohlen erhöhten Selbstkosten erreichten. Unter diesen Umständen habe die Verwaltung vorgezogen, den Betrieb einzuschränken und die frei geworbenen Mittel vorübergehend in Hypotheken-Obligationen anzulegen. Der FabrikatiouSgewinn ist von Mk. 388,805 auf Mk. 203,727 zurückgegangen, wozu aus Zinsen Mk. 8001 und Effekten Mk. 2152 kommen. Für die Unkosten gehen Mk. 39,903 (Mk. 45,159) ab, für das Delkredere-Konto Mk. 4747 (Mk. 14,973), für Abschreibungen Mk. 26,320 (Mk. 34,127). Letztere beschränken sich auf 2 pCt. (wie 1890) auf Immobilien und 5 pCt. (1890 7 pCt.) aus Maschinen, sind also, namentlich was den letzteren Satz betrifft, wesentlich zu niedrig gegriffen. Als Reingewinn bleiben nur Mk. 142,910 (Mk. 308,523), wozu noch Mk. 6602 Gewinnrest aus dem Vorjahre treten. Die Dividende von 9 pCt. (1890 18 pCt.) erfordert Mk. 135,000, der Reserve werden Mk. 7145 zugewiesen, Mk. 7292 werden als Tantömen vertheill und Mk. 75. bleiben für neue Rechnung. Der diesmalige Abschluß des Unternehmens, dessen Aktien bekanntlich im Februar 1890 zu 212>/, pCt durch die Bankfirma Baß und Herz und I. L. Finck an der hiesigen Börse eingeführt wurden, ist ein neuer Beweis dafür, daß bei Bemessung des EmissionskurseS von Jndustie-Aktien nicht lediglich die letztvorangegangenen wenigen guten Jahre in Betracht kommen sollten, sondern daß dabei auch auf die Eventualität starker Konjunktur - Schwankungen Rücksicht genommen werden muß Bei Mk. l'/s Mill. Aktienkapital sind 57,583 Reserven und Mk. 30,706 Delcredere-Konto vorhanden. Die Bilanz verzeichnet nur ganz geringe Verbindlichkeiten, dagegen in baar, Bankguthaben und Wechseln Mk. 289,000 und in Effekten Mk. 349,000, also ungewöhnlich viel liquite Mittel, wenngleich sich dieselben gegen das Vorjahr nicht vermehrt, wie die obige Bemerkung der Verwaltung schließen lassen könnte, sondern um etwa Mk. 60,000 verringert haben. Die Immobilien stehen Mk. 335,000, Maschinen mit Mk. 394,000, Ausstände mit Mk. 236,000 und Borräthe mit Mk. 136,000 zu Buch, lieber die Aussichten des neuen Geschäftsjahres sagt der Bericht, daß seit Eintritt des Winters der Geschäftsgang lebhafter geworden sei, und wenn auch die Gesellschaft von den neuen Handelsverträgen keinen weiteren Aufschwung erhoffen dürfe, so scheinen doch verschiedene Anzeichen dafür zu sprechen, daß Konsumenten und Zwischenhändler in der bisherigen Zurückhaltung nicht länger verharren wollen. Von einer Besserung der allgemeinen Lage dürfte die Gesellschaft auch eine solche ihrer Ergebnisse erwarten.
Z Das elektrische Licht, welches schon jetzt in der ganzen Kulturwelt und sogar in Japan und China den ersten Platz unter allen BeleuchtungS-Arten einnimmt, erobert sich immer weitere Gebiete. Für Theater und Säle von bestimmter Größe bestehen bereits staatliche Vorschriften, welche nur elektrische Beleuchtung zulassen. Auch iu Fulda mehren sich die elektrischen Beleuchtungs-Anlagen, und hat dieser Tage Herr Schultheis (Gresel'sche Brauerei) Herrn Elektrotechniker B. T r a b e r t die Einrichtung für seine sämmtlichen Lokalitäten (Keller, Brauerei, Sommertheater, Garten, Saal und Wohnräume) übertragen. Am Tage wird eine Dynamo- Maschine dm Keller beleuchtm und gleichzeitig Akkumulatoren laden, welche die Beleuchtung Abends besorgen. Die Anlage wird etwa Mitte Mai in Betrieb kommen.
* Vor dem Schwurgericht in Hanau wird heute (Montag) gegen den Zimmermann Joh Reifschneider von Leisenwald wegen Sittlichkeits-Verbrechens verhandelt. Vertheidiger ist Herr Rechtsanwalt Dr.Bulle.
* Eine große Anzahl Asfiftenz-Aerzte des 11. Armeekorps sind zu einem dreiwöchmtlichen sogenannten Operations-Kursus nach Gießen kommandirt.
* Die ,Köln. Ztg.' bringt folgende, angeblich aus Berlin telegraphirte Notiz: „Mitte Februar hatten sich, wie schon seiner Zeit mitgetheilt, 50 Professoren der Universität Marburg zu einer Erklärung vereinigt, in welcher die durch den Entwurf des Volksschul- ge setz es beabsichtigte gesetzliche Beschränkung der staatlichen Aufsichtsrechte über die Volksschule als höchst bedenklich bezeichnet und der sich hieraus dem Entwurf gegenüber ergebende ablehnende Standpunkt eingehend begründet wurde. Diese Erklärung wurde nicht an eine der beiden parlamentarischen Körperschaften, sondern „als an die nächste vorgesetzte Behördte" an den Kultusminister selbst gerichtet und dieser gebeten, seine Mitwirkung an einer grundsätzlichen Aenderung des Entwurfs in der oben näher bezeichneten Richtung nicht versagen zu wollen. Darauf hat jetzt der Kultusminister erwidert, daß er die Erklärung gewissenhaft und in voller Würdigung des Umstandes prüfen werde, daß hervorragende Vertreter der Wissenschaft diese Kundgebung unterzeichnet haben." Hierzu bemerkt die ,Oberh. Ztg.', daß sie von der Wiedergabe deS Inhaltes jener Adresse sowohl wie der von dem Herrn Minister erfolgten Antwort auf ganz ausdrücklichen Wunsch den Herren Unterzeichner, (dieselben hatten beschlossen, die Adresse überhaupt nicht zu »er» öffentlichen) Abstand genommen habe. Auch enthielten die Worte der ,Köln. Zlg.', daß die erwähnte Adresse an den Herrn Minister, „als die nächste vorgesetzte Behörde" gerichtet war, eine Unrichtigkeit. Die Adresse sei als außeramtliche Kundgebung und darum nicht auf dem für amtliche Eingaben vorgeschriebenm Wege an Se. Exzellenz den Herrn Kultusminister gesandt worden.
* Marburg, 4. März. Die Wurst die schmeckt nach Seefe! Dies seit Jahren unseren Musensöhnen geläufige Wort hat heute Morgen eine drastische Erklärung in einer von Gießen nach Marburg dirigirten Postsendung erhalten. Die von einem Gießener Metzger an eine hiesige Speisewirthin adressierte Kiste sollte angeblich Seife mtdaltm, allein die schon oft erprobte Findigkeit unserer Oktroibeamten bewährte sich wieder
einmal glänzend. Man witterte nicht nur, man fand auch beim Oeffnen der Kiste nicht Seife, sondern geschmuggelte Fleischwaaren vor, welche der Absender nunmehr mit dem durch die entstehenden Kosten sich noch erhöhenden ofach« Bettage der Steuer auSzu- lösen hat. (O. Z.)
* Kassel, 5. März. Gestern fand eine Posteleven- Prüfung statt, welche von sämmtlichen vier Prüflingen bestanden wurde. ES waren das die Herren Ihm, Grünewald, Spilner und Herbst.
* Mengsberg (Kreis Ziegenhain), 4. März. Gestern Morgen war der Sohn eines hiesigen Bauern damit beschäftigt, Sttoh aus der Scheune zu werfen, wobei das Gerüst durchbrach und der junge Mann in die Tenne fiel, wo er später von seinen Angehörigen schwer verletzt aufgefunden wurde. Man hofft jedoch den jungen Mann am Leben zu erhalten.
* Hanau, 5. März. Die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses hat die Forderung für den Bau einer Turnhalle für das Gymnasium in Hanau abgelehnt; es soll vorher festgestellt werden, ob das Gebäude überhaupt einen Umbau lohnt. — Der wohlunterrichtete ^Korrespondent berichtet der ,Frkf. Ztg' aus Hanau, 4. März: Gutem Vernehmen nach soll die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in hiesiger Stadt auf Grund des Gesetzes vom 1. Juni 1891 wie folgt geregelt werden: An Sonn- und Festtagen darf im Großbetrieb nur Vormittags von 128—>/,10 und von 11—12 Uhr gearbeitet werden, während der Geschäftsbetrieb im Kleinhandel, im Laden- und Bankgeschäft Vorm. von 1/28—V2IO und von 11—1 Uhr gestattet ist. An den letzten 4 Sonntagen vor Weihnachten ist ferner die Beschäftigung in Engrosgeschäften von 3—6 Uhr Nachmittags und der Geschäftsbetrieb im Laden- und Bankgeschäft von 3—9 Uhr Nachm. erlaubt. Die Erwirkung etwa erforderlicher Ausnahmen wird vermuthlich den betreffenden Betheiligten über« lassen bleiben, während die vorstehenden Bestimmungen die allgemeine Norm bilden würden.
* Frankfurt, 5. März. Gestern wurde das erste Morgenblatt Nr. 62 der .Frankfurter Zeitung' vom 2. März auf Verfügung des Untersuchungsrichters wegen des darin enthaltenen Leitartikels mit Beschlag belegt. Es soll darin und zwar in dem Citat aus der Wiener Korrespondenz eines Londoner Blattes eine Majestätsbeleidigung enthalten sein. Der verantwortliche Redakteur des politischen Theiles der .Frankfurter Zeitung' ist bereits gestern von dem Untersuchungsrichter vernommen worden.
+ Geisa, 4. März. Kürzlich feierte der hiesige Gewerbeverein sein Stistungsfest in durchaus gelungener Weise. Nach einem einfachen Abendessen mit über 130 Gedecken spielten Mitglieder des Vereins natürlich und ansprechend den scenischen Prolog, „Das Motto auf der Reise"; darauf fand Ball statt. Während des Essens erhob sich als erster Redner der Vorsitzende des Vereins Herr Lehrer Pfeifer hier und hielt eine von rauschenden Bravorufen gefolgte Ansprache, die wir des Interesses wegen, welches dieselbe auch für weitere Kreise, namentlich aber für Vereine haben kann, in ihrem Wortlaute folgen lassen. Wir thun das um so lieber, als die Rede des Herrn Pfeifer zeigt, daß und wie man jede Gelegenheit benutzen soll, unser noch gutes Volk auf den Ernst der Jetztzeit aufmerksam zu machen und die leider immer mehr schwindende Achtung vor der gottgesetzten Autorität wieder zur Geltung zu bringen. Die Rede lautete:
„Sehr verehrte Damen und Herren! Willkommen, herzlich willkommen beim 29. Stiftungsfeste des Gewerbevereins! so rufe ich Ihnen allen freundlichst zu. Ich freue mich, daß die Mitglieder und werthen Gäste des Vereins fo zahlreich sich eingefunden haben und daß auch die verehrten Damen in so reicher Auswahl ihren Mannern und Brüdern nach hier gefolgt sind, um die Reihen der Festtheilnehmer recht bunt zu gestalten und dem Auge, das beobachtend im Saale spazieren geht, angenehme Ruhepunkte zu bieten. — Ein jeder weltliche oder .bürgerliche Verein, verfolge er auch noch so ernste Zwecke, sammelt wenigstens einmal im Jahre seine Mitglieder und deren Angehörige um seinen Vorstand, um nach der Jahresarbeit auch den, Frohsinn einige Stunden zu widmen. Vergnügen in Ehren kann und will und wird niemand wehren. Wenn es wahr ist, daß man nur durch Kampf zum Sieg und nur durch Sieg zur Krone gelangt, dann ist es auch ebenso wahr, daß man nur durch Arbeit zur Freude, zur wahren Fidelias kommt. Nur wer tagsüber ernst gearbeitet, gewissenhaft seine Pflicht gethan hat, kann sich Abends wahrhaft freuen ; der Müßiggänger kann nicht recht froh sein, den beißr's Gewissen. — Eine Festfeier in einem Vereine hat neben dem Umstande, daß sie den Bereinsmitgliedern ein Vergnügen bietet, zugleich aber auch noch einen ungemein wichtigen Bortheil für den Verein selbst: so ein Fest bringt bei natürlicher Gemüthlichkeit und ungezwungener Heiterkeit die Herzen der Mitglieder einander näher und Überbrückt die Stan- desunterschiede und verwischt die daraus erwachsenden Unzuträglichkeiten, und das nenne ich einen guten Kitt für einen Verein. Darum wünsche ich so sehr, daß Sie alle heute Abend einmal so recht herzig vergnügt sein möchten! — Die Gewerbevereine gehören gewiß zu den Vereinen, die recht ernste Zwecke verfolgen. Und es könnte darin vieles gethan, wichtiges erstrebt und erzielt werden, wenn die Mitglieder so recht eifrig kommen wollten. Die Gewerbevereine der Gegenwart haben eine überaus wichtige Doppelaufgabe zu lösen: sie haben auf der einen Seite Mittel und Wege zu suchen, um den nicht zu leugnenden Nothftand der Gewerbetreibenden und Industriellen zu beseitigen, auf der andern Seite aber auch den maßlosen Ausschreitungen der Arbeiter Einhalt zu thun und den Bestrebungen der gottentsremdeten Sozialdemokratte entgegenzuwirken. Gerade diese letztere Angelegenheit beschäftigt ja heute die ganze civilisirte Welt Und erhält Obrigkeiten und Unterthanen in bangem Äthern. Die Zeit, in der wir leben, ist ernst, sehr ernst. Der herrschende, sich überall breit machende Zeitgeist ist der Geist der Unzufriedenheit mit dem
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von Gott bescheerten Loose, der Geist der Widerspenstigkeit, des Ungehorsams, der Auflehnung gegen Gottes weise Einrichtungen, gegen staatliche und kirchliche Obrigkeit, gegen Thron und Altar; der jetzige Zeitgeist ist der Geist frivoler Brutalität, geseigerter Frechheit! Die menschliche Gesellschaft sitzt auf einem Pulverfaß, zu dem die Zündschnur schon gelegt ist. Die Leute, die ftivolen Willens sind, Feuer an diese Zündschnur zu legen, stehen b-reit. Es droht Bürgerkrieg, Revolutton! — Doch, wenn die Noth am größten, ist Gottes Hilfe am nächsten. Hoffen wir vertrauensvoll, daß Hilfe noch möglich ist. In diesen Wirrwarr der gesellschaftlichen Verhältnisse, in dieses schauervolle Dunkel der sozialen Zustände unserer Tage leuchten nach Gottes gnädiger Fügung von hoher Warte aus zwei Lichter, die berufen zu fein scheinen, das Schreckgespenst einer Revolution, einer allgemeinen Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse von uns abzuhalten: Das eine Licht geht von Berlin aus, durchdringt unser geliebtes deutsches Vaterland bis über seine Grenzen und heißt Wilhelm II.; die andere Leuchte steht in Rom; eingeschlossen von des Vatikans Mauern, überflutet sie mit ihrem so scharfen als milden Lichte den gesammten Erdball und heißt Leo XIII. — Als der Dulderkaiser Friedrich, jener Liebling des deutschen Volkes schon nach 99tägiger Regierung den Herrscherstab seiner sterbenden Hand entsinken ließ, da steckte man allerseits die Köpfe zusammen und frag bange: Wird der ■ junge Herr es wohl fertig bringen, be t Feind im Innern des Landes niederzuhalten und die äußeren Feinde abzuhalten? Nun, meine verehrten Damen und Herren, blicken Sie hinein in die politische Lage der Gegenwatt! Da muß man sich gestehen: Der junge Kaiser ist ein Mann der That! Er hat mit großem Scharfblick erkannt, wo die klaffendsten Wunden am Staatskörper sich befanden, und er hat mit einer Selbstständigkeit, einer Weisheit, einer Energie und einem Geschick das heilende Pflaster auf jene Wunden gelegt, daß die W elt davor Achtung zeigt, daß große Staatsmänner darüber staunen und daß selbst die grollende Stimme des Sachsenwaldes — verstummen sollte. Wilhelm II. hat Sinn und Herz für die arbeitenden Klaffen, für die Arbeiter im gewöhnlichen Sinne des Wortes wie auch für den Handwerkerstand, für das Gewerbe. Er ist uns eine Bürgschaft des Friedens, und nur im Frieden kann das Gewerbe gedeihen und sich entwickeln. So steht zu hoffen, daß unter seiner Fürsorge auch jene Gesetze, die zum Ruin des deutschen Handwerks geführt und führen, beseitigt oder geändert werden und das Gewerbe einer besseren Zukunft entgegengeht. Wird Se. kaiserliche Majestät doch mit Recht genannt: der Arbeiterkaiser. — Jene Weltleuchte in Rom, jenes Lumen de oeelo - Licht vom Himmel, will ich heute nicht etroa feiern als das Oberhaupt der katholischen Kirche, denn ich stehe ja hier an der Spitze eines Vereins, der zu seinen Mitgliedern auch Nichtkatholiken zählt. Ich will den hl. Vater von einer Seite zeigen, die ihm die Bewunderung und Verehrung der ganzen civilisitten Völker, einerlei welchen religiösen Bekenntnisses sie sind, eingetragen hat: ich will Ihnen den Papst zeigen von der sozial- politischen Seite. Ich brauche Sie da nur zu erinnern an die große päpstliche Encyklika Über die Arbeiterfrage, die auch in den schwierigsten Punkten den Nagel auf den Kopf trifft, die unendlich viel zur Besferung der Lage der Arbeiter beitragen wird und die — ich sage es mit gerechtem Stolze — die den Papst und den deutschen Kaiser einander nahe gebracht hat. Wie rührend ist es doch, was man erst jüngst in den Tagesblättern las, daß der große Papst in seiner Anspruchslosigkeit keinen andern Ehrgeiz kenne, als daß man ihn dereinst den Arbeiterpapst nennen möge. Nun, m. v. D. u. H, wir alle sind ja Arbeiter, wenn auch in verschiedenem Sinne, und wir alle haben ein lebhaftes Interesse an der Entwickelung der brennenden Arbeiterfrage. Darum komme ich wohl nur einem Bedürfniß Ihres Herzens entgegen, wenn ich Sie bitte, sich zu erheben und begeistert zu rufen: Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. und Se. Heiligkeit Papst Leo XIII., Friedenspapst und Friedenskaiser, Arbeiterkaiser und Arbetterpapst sie lehen hoch! hoch! hoch!"
♦ Der Großherzsg von Hessen ist gestern (Freitag) Nachmittag 3 Uhr von einem Schlaganfall betroffen worden. Die rechte Körperhälfte ist gelähmt, das Bewußtsein ist erhalten. Heute früh nach ruhig verbrachter Nacht waren die KrankheitLerfcheinungen im Wesentlichen unverändert. — Prinz und Prinzessin Heinrich haben sich heute stütz in Folge der nicht unerheblichen Erkrankung des Großherzogs nach Darmstadt begeben, woselbst dieselben auch vorläufig zu verbleiben gedenken. (Die Prinzessin Heinrich, Irene, ist bekannt- lich eine Tochter deS GrotzherzogS von Hessen.)
Neueste Post.
Darmstadt, 6. März. Ein von Geheimrath Kußmaul mitunterzeichnetes Bulletin von 1 Uhr Mittags über das Befinden des Großherzogs besagt, daß die Lähmung der rechten Körperhälste und das Unvermögen der Sprache fortdauern; die Kräfte find im Allge- meinen bis jetzt erhalten.
Briefkasten.
Städtetag bett. Folgt in der nächsten Nr.
? Fulda, 7. März. Dem Schweinemarkt vom letzten Samstag waren zugetrieben: 30 Läufer 30 —60 Mark. 100 Ferkel 16—26 Mark. Handel gewöhnlich.__
Meteorologische Beodachtn«-,«
der hiesigen Wetterwarte.
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trüb wolkig z. heiter z. heiter m März
— + 2,7° C ist) liegt 9—10« unter der normalen. Lustdruck fällt langsam. Zug der unteren Wolkenschichten (Cumulus) östliche Luftströmung wieder nordöstlich mit mäßiger Windstärke. Spurschnee. Rauh- srost und Reifbildung.
Letzte Beobachrang 10'/, Uhr Morgens.
Luftdruck — 739,6 mm. — Lufttemperatur — —2,9« C. — Luftfeuchtigkeit — 82o/o. — Wolkenzug O. — Windrichtung ONO3 — Himmelsansicht z. heiter.