Beilage zu Nr. 54 der „Fuldaer Zeitung
* Originell ist die Anpreisung, mit der ein Fabrikant in Berlin seine Waschmaschinen dem Publikum im Bilde vorführt. In einer von Negern bewohnten Gegend, es ist jedenfalls das jedem Berliner leicht vorstellbare Kamerun gemeint, steht ein Exemplar der Waschmaschine, daneben ein Unteroffizier, der mit befehlender Geberde die Einen nach dem Anderen herankommenden Neger veranlaßt, in die aus der einen Seite geöffnete Waschmaschine hineinzukriechen, deren Hebel er selbst in der Hand hält. Aus der Oeffnung an der entgegengesetzten Seite der Maschine aber schlüpfen die in der Maschine — weißgewaschenen Mohren heraus und laufen in langer Reihe davon. Das ist schon das Höchste in Reklame! Echt berlinerisch!
* Höchste Reklame. Käufer: „Sagen Sie, ist jemals in ihrem Laden eingebrochen worden?" Kaufmann: „Nein. Scben Sie, es ist Alles hier bei mir so billig, daß wenn ein Dieb einen Artikel wünscht, er einfach hereingeht und — dafür be-
nach allen Richtungen.
Soeben verläßt eine Gruppe Mönche das Kloster. Sie gehen einen neuen Garten anlegen, Bäume und Sträucher ausroden. Einzeln schreiten sie in schöner Ordnung und würdiger Haltung gemessenen Schrittes und mit gesenkten Augen, die Werkzeuge mit dem linken Arm tragend, die rechte Hand mit dem Rosenkränze unter dem Skapulier, und ist es erlaubt, aus der äußeren Haltung auf das innere Leben zu schließen, so muß wohl die Abtödtung der Sinne und die innere Sammlung dieser Mönche eine ganz außerordentliche
Bei 30 arme Familien aus der Umgebung des Klosters beziehen täglich ihren Lebensunterhalt von demselben, indem die vom Mittagessen übrig gebliebenen Speisen unter sie vertheilt werden und jede Familie erhält hiezu noch soviel Brod, als sie täglich bedarf. Einheimische und auswärtige Leute arbeiten gern im Kloster, theils um zu lernen, theils um den Lebensunterhalt zu verdienen. So zahlt die Verwaltung des Klosters jährlich bei 50,000 fl. an Löhnungen aus. Viele dieser Arbeiter dienen dem Kloster schon seit seiner Gründung, also 22 Jahre, viele Zugereiste haben sich m der Nähe des Klosters oder in Banjaluka angesiedelt und verheirathet, und diese bilden den Kern der Arbeiter, die alle ernst und stumm arbeiten, wie der Trappist, der ihre Arbeit leitet, und stumm und willig gehorchen sie dem geringsten Zeichen, der kleinsten Bewegung der Hand.
Alle Sonn- und Feiertage wohnen sie dem Hoch-
Ja, selbst gute Milchkühe gibt er ihnen unter der Bedingung, daß sie die überflüssige Milch in die Josephs-
bürg liefern und vom Milchgelde monatlich eine kleine Rate zurücklassen.
Wie glücklich wäre ein jedes Land, welches noch keine Trappisten besitzt, wenn diese arbeitsamen, thätigen, unermüdlichen Mönche sich dort niederließen. Es wird der Name Derjenigen gesegnet sein, die dieser großen Aufgabe obliegen. Sie werden wahre Wohltbäter des Landes sein!
Drei Gage bei den Trappisten.
(Schluß aus dem Hauptblatt.)
Es vergeht wohl kein Tag, ohne daß geistliche oder weltliche Personen in Geschäften oder aus Neugierde in die Abtei kommen, denn wer immer nach Banjaluka reist, versäumt es nicht, das Sehenswürdigste daselbst — die Trappisten, zu besuchen. — Neue Arbeit und mitunter wohl sehr lästige für den Abt.
Er empfängt aber Alle gleich freundlich und auf die zuvorkommenste Weise und führt die Angeseheneren seiner Gäste selbst im Kloster und in den Fabriken rc. herum.
Und damit kommen wir zu einem neuen Zweige der unermüdlichen Thätigkeit des hochwürdigsten Abtes. Es ist dies seine ins Unglaubliche gehende Korrespondenz, die er allein bewältigt, freilich nicht ohne einen großen Theil seiner Nachtruhe aufzuopfern. Und oft trifft ihn der Schall der Glocke, die die Mönche aufweckt, noch am Schreibtische.
Wahrlich ein Büßerleben, das ohne außerordentliche Gnade von Gott unmöglich wäre! — Denn diese Korrespondenz umfaßt nicht allein den Verkehr mit den vielen auswärtigen Freunden und WoAthätern des Hauses, — den weltlichen und kirchlichen Behörden aus den verschiedensten Ländern behufs Schlichtung aller möglichen Angelegenheiten der Mitglieder des Hauses — die Aufnahme von Novizen und Waisenkindern, sondern auch noch die ganze große Geschäftspost der verschiedenen Fabriken im Kloster, denn er überprüft alle abgehenden und einlangenden Bestellungen, durchlieft die ankommenden und abzusendenden Briefe und weiß dazwischen noch Zeit zu finden, die von unterschiedlichen Verlags-Anstalten zur Einsicht gesendeten Werke, besonders ascetische durchzublättern, wobei er freilich von seinem riesenhaften Gedächtniß unterstützt wird, welches ihm möglich macht, einmal flüchtig Gelesenes nach Jahren treu wieder zu geben.
Und dennoch hat dieser vielbeschäftigte, edle Greis aus Liebe zu seinen deutschen Kindern auch noch die riesige Mühe auf sich genommen, die umfangreichen Reglemente des Trappisten-Ordens, die bisher nur in
Aber das sind bei Weitem noch nicht alle öffentlichen wohlthätigen Werke des edlen Abtes. Alle hier anzuführen ist nicht möglich und deshalb will ich nur die vorzüglichsten davon erwähnen, die allgemein be- . muyucii jie utm öom«
kannt stnd und so sehr beigetragen haben zu jener hohen amte in der Klosterkirche und sodann der Christenlehre
Verehrung und Liebe, deren sich der hochwürdigste Abt bei, und so verbreitet der Trappist Segen und Kultur
bei Groß und Klein, bei Christen und Türken erfreut. ■
Zunächst sind es 7 Kirchen in Bosnien, die das Andenken dieses edlen Wohlthäters verewigen.
Die bischöfliche Kirche in Banjaluka, die sich mit Hilfe des Abtes von Mariastern erhoben hat. — Die Pfarrkirche in Banjaluka, die zwar erst im Bau begriffen ist, wozu er aber die Pläne anfertigen ließ und die ganze innere Ausstattung besorgt.
Die schöne, neue Kirche der Nonnen in Nazareth hat mit Erlaubniß des ehrwürdigen AbteS ein Trap- Pisten-Bruder gebaut und Mariastern hat einen großen Theil des Materials hierzu geliefert. Die Klosterkirche in Mariastern verdankt ihren schönen Thurm, den höchsten in Bosnien, ihre jetzige Gestalt und prachtvolle Ausstattung derselben gesegneten Hand. Und die schöne Kirche in Josephsburg ist ganz sein eigenes Werk. Zum Bau der Kirche inBarlovae lieferte die Kloster-Ziegelei die Ziegeln und als man dem edlen Abte vorstellte, daß die Gemeinde arm sei, schenkte er ihr diese Ziegeln; und endlich wird soeben eine Kirche in der deutschen Kolonie Windthorst gebaut, wozu der Baumeister alle Pläne und Kosten - Ueberschläge bis in's kleinste Detail unentgeltlich besorgt. — Vergelr's Gott tausendmal!
Aber, wem verdankt Banjaluka zum großen Theile serne^schonen modernen Häuser? - •
Den Trappisten! welche die Baumaterialien hiezu zu den billigsten und günstigsten Bedingungen geliefert, aber in vielen Fällen keine Bezahlung erhalten haben.
Selbst die armen Bosniaken, die tief in den Wäldern und Gebirgen hinter Mariastern in elenden Hütten hausen, sind ein Gegenstand steter Sorge für Mariastern aufsuchen, das edle, menschenfreundliche Herz des würdigen Abten von Mariastern. Wird Jemand von ihnen krank, so holen sie den Bruder Doktor aus dem Kloster, der sie aufsucht, pflegt, ihnen Medikamente, kräftigende Speisen, Kleider, warme, wollene Decken u. dgl. und auch den Priester bringt, damit sie auch die Tröstungen der kath. Kirche empfangen. Und kommt es zum Sterben, so bringt der Priester von Mariastern bei Tag und bei Nackt, in Sturm und Wetter, oft erst durch tiefen Schnee sich bahnbrechend durch den Urwald, den hl. Leib des Herrn und begleitet zuletzt den entseelten Körper stundenweit zu seiner letzten Ruhestätte.
Die Pforte des Klosters wird nie leer von Hungrigen, Kranken und Nothleidenden. Christen, Türken, Serben und Juden suchen hier Hilfe in ihren Leiden. Und die Hungrigen erhalten hier Speise, die Dürftigen Kleider, die Kranken Arznei.
Kommt der Steuer-Exekutor dem Bosniaken oder deutschen Kolonisten ins Haus, oder sind diese nicht in der Lage, eingegangene Verpflichtungen ernzuhalten, so suchen sie und erhalten beinahe immer Hilfe im Kloster, und man kann sagen, daß zwischen Banjaluka und GradiSka im großen Umkreise nur wenig Familien wohnen, die nicht im Kontobuche von Mariastern mit oft sehr bedeutenden Beträgen belastet sind.
Ist einem armen Kolonisten ein Pferd gefallen, so klagt er weinend seine Norh dem edlen Abte und dieser schenkt ihm ein besseres, damit er ackern könne.
Es gibt gewiß Viele, die in der Welt vergebens ihre Seelenruhe suchen, die vielleicht schon in anderen Orden ihren Beruf versucht haben. Vielleicht würde diesen einzig und allein der Trappistenorden entsprechen: aber sie kennen ihn nicht, denn in Oesterreich-Ungarn gibt es leider keine Trappisten!
Vielleicht würde mancher mit irdischen Gütern reich Gesegnete gern ein Werk der christlichen Liebe und Barmherzigkeit .auszuüben wünschen, um seine Seele zu retten, vor zeitlichem und ewigen Elende zu bewahren, aber sie kennen noch nicht den so wohlthätigen Büßerorden der Trappisten, die das zum Heile einzig Notwendige — die Buße in ihrem Leben 'praktisch ausüben und so am wirksamsten Buße predigen, — die in ihrer größten Armuth die Pfennige der Wohl- thätigkeit am sichersten zum Heile der Seelen zu verwenden verstehen. — Diesen sage ich zum Tröste, mögen sie mit ihrem Ueberflusse die Trappisten in
französischer Ausgabe vorhanden waren, in's Deutsche zu übersetzen und auf eigene Kosten drucken zu lassen.
Welchen unendlichen, unberechenbaren Dienst er hierdurch allen deutschen TraMften geleiflet. 'ls?'!infäch schon daraus zu ersehen, daß ja die Heiligung der Mönche eben von der genauen Beobachtung ihrer Regel abhängt!
Eine halbe Stunde von Mariastern liegt das Nonnen-Kloster Nazareth.
Der ehrwürdige Abt von Mariastern hat die Mühe auf sich genommen, die Beichte dieser frommen Schwestern einmal in der Woche abzunehmen, und so sieht man ihn, ob schön, ob Regen, jeden Donnerstag Mittag den Feldweg nach Nazareth reiten, von wo er erst spät Abends wieder zurückkehrt.
Wieder einmal in der Woche, gewöhnlich am Samstag, sieht der Besucher des Klosters schon zeitlich am Morgen die Pferde vor den Wagen gespannt, um den ehrwürdigen Vater Abt nach „Josephsburg" zu fahren.
Josephsburg! Ist das eine Stadt oder ein Dorf? Nein. Aber eine feste Burg im Vrbasthale, 6 Stunden von Mariastern thalabwärts mitten unter den zerstreuten Hütten deutscher Kolonisten.
DieseBurg ist ein neues Trappisten-Kloster mit einer großartigen Käserei, gegründet und mit riesigem Aufwande erbaut vom Abte Bonaventura.
Dieser edle Abt, der Abstammung nach ein Deutscher, hatte Mitleid mit seinen deutschen Brüdern, die ihr Vaterland verlassen haben in der Hoffnung, sich in Bosnien eine neue Heimath, eine bessere Zukunft zu gründen; aber von der ganzen Welt verlassen und bitter enttäuscht einem hoffnungslosen Ruine entgegengingen.
Da erbarmte sich ihrer der hochherzige Prälat von Mariastern, baute die Josephsburg, damit die Kolonisten an den Trappisten ein Beispiel hätten und ihre vielen Produkte, besonders das große Quantum Milch, die sie nirgends anbringen konnten, um baares Geld an die Trappisten verkaufen und sich so helfen möchten.
Und seitdem die Trappisten in Josephsburg ihre
* Spracht,ches Durcheinander. A.: „Ich habe mir bei der gestrigen Schlittenparthie die Ohren erfroren!" — A.: „Na, da sind Sie ja immer noch mit einem blauen Auge davon gekommen, — ich habe mir die Nase erfroren!"
* Auch ein Berus. 'Präsident: „Herr Jos, Meier junior, was für eine Beschäftigung haben Sie?" — Zeuge (reicher Bankiers-Sohn): „Keine, Herr Präsident!" — Präsident: „Aber Sie muffen doch was fein!" — Zeuge: „Nun, ich bin halt der Junior!"
Sonntag, den 6. März 1892.
Thätigkeit begonnen haben, blüht der Wohlstand der deutschen Kolonisten sichtlich auf.
Und kehrt dieser edle Wohlthäter Abends nach Mariastern zurück, so halten ihn unterwegs wieder italienische Kolonisten von derAnsiedlung San Francesco auf. Sie wohnen im Gebirge, eine Stunde von Josephsburg entfernt. Was wollen diese armen Leute?
Sie bitten den heimkehrenden Abt flehentlich, ihnen einen Priester, welcher der italienischen Sprache mächtig ist, am Sonntag zu senden, da sw ohne Seelsorger sind.
Und der gute Abt gibt ihnen jeden Sonn- und Feiertag einen Priester, ja, er will ihnen sogar behilflich sein, eine Kirche zu bauen, damit „diese armen Leute nicht ohne Trost bleiben".
Neue russ Sardinen nnd Rollmöpse, per Fäßchen M. 2, Holl. sup Heringe, Sardellen, Anchovis in 1 Pfd - Dosen 50 Pf, geräucherte sog.
Lachsforellen, Schweizer-, Limburger« u.
Hochstädterkäs
empfiehlt
469] Gerhard Wiegand.
Von jetzt ab wiederum wöchentlich 3 bis 4mal frisch gebrannten
Kalk.
e«ir»«rt (SOel jeK d Sulsa
E. Wahl.
Kirchenuoth.
Alle Verehrer des hl. Joseph bitte ich freundlichst, mu während des Monates März einen Baustein zu dem vom Hochw. Herrn Fürstbischof von Breslau als dringend nothwendig anerkannten Neubau der St. Joseph-Kapelle in Weißensee, einem Berliner Vorort, senden zu wollen. An allen Mittwochen des dem hl. Joseph gewidmeten Monates März, sowie am 19. März, wird ein Hochamt celebrirt für alle edlen Wohlthäter der St. Joseph-Kapelle. Joh. Schmit, CuratuS,
497J Weißen fee b. Kerlin, Friedrichstr. 15.
Molkerei Fulda verkauft nur pasteurisirte Vollmilch, Magermilch, Rahm rc. GrößteSicherheit gegen die lieber« tragung ansteckender Krankheiten, wie Schwindsucht, Typhus,Maul- und Klauenseuche u. s. w.
Der Dünger i städt.Schlacht- haus dahier ist vom 1. April ab anderweitig zu vergeben. [499