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19. Jahrgang

Donnerstag, den 3. März 1892.

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Erscheint täglich, Son», und Frkrtage ausgenommen. - Inserate kosten bte emfpatttge Zeile oder deren Raum Io «» b« W,^erholun«n -ntsvr-chen^r Rabat^ »tetMittrii*« «toKite®ent«81ei» ohne Bringerlohn und Bestellgeld mit der belletristischen Sonntagsbeilage ,Sterne und Blumen und der alle u Lage er>qemenoen BiertelMruqer »lonneetenispret» ^^-ndwirthschast, Gartenbau und Hauswesen' in Fulda und auswärts 1 Mark ->O Psenmg.

Joseph, durch Gottes Barmherzigkeit und des hl. apostol. Stuhles Gnade Dischos von Fulda^

Doctor der Theologie,

Sr. Päpstlichen Heiligkeit Hausprälat,

entbietet der hochw. Geistlichkeit und allen Gläubigen des Bisthums

Gruß und Segen im Herr«!

(Schluß.)

Der hl. Apostel Paulus schreibt an seinen bischöflichen Schüler Timotheus: Ein großer Gewinn ist die Fröm­migkeit mit Genügsam,leit (I. Tim., 6, 61.) An Ge­nügsamkeit, an Zufriedenheit mit den uns nach Gottes weiser und liebreicher Anordnung verliehenen zeitlichen Gütern, an Einfachheit in Kleidung, Nahrung und in der ganzen Lebens­führung müssen demnach die Eltern ihre Kinder gewöhnen. Selten war die Gewöhnung an Genügsamkeit und Einfachheit so nothwendig wie in unseren Tagen. Alle wahren Freunde des Volkes sehen mit begründetem Bangen der Zukunft entgegen, weil aller Orten eine unermeßliche Gier nach irdischem Gut, un- Semessener Luxus der ganzen Lebenshaltung, eine überaus hädliche Vergnügungs- und Genußsucht, eme immer mehr wachsende Unzufriedenheit sich zeigt. Was nützt, so fragen sich Alle, die cs mit dem Volke wohl meinen und es nicht für ihre selbstsüchtigen Zwecke ausbeuten und mißbrauchen wollen, die Erschließung von neuem Arbeitsverdienst, die Erhöhung der Löhne, die sehr anerkennenswerthe staatliche Fürsorge für Kranke, Verunglückte und Invalide, wenn die Genußsucht immer mehr wächst, ja viel rascher und in viel größerem Maße wächst als bte Eröffnung von Arbeitsverdienst und Arbeitslohn? Eine unselige Festwuth verschlingt nicht nur die Sparpfennige, welche für die Zeit der Roth einen Rückhalt gewähren sollten, sondern selbst das für eine geordnete Führung der Haushaltung notwendige Geld. Allen darum, deren Urtheil genugsam gereist und durch Leidenschaft nicht getrübt ist, um einzusehen, daß das Fort­wandeln auf dieser Bahn des leichtfertigen und zügellosen Lebens- genusses zu einem schlimmen Ende, zum Zusammenbruch des Wohlstandes und des Friedens sowie der gesellschaftlichen Ord­nung in Familie und Gemeinde führen muß, rufe ich mit allem Nachdruck« väterlicher Lieb« : „Zurück von diesem unheilvollen Wege, von diesem breiten Wege, der zum Verderben führt", (Matth. 7, 13), auf welchem, ach, so viele Tausende wandeln, welche von der Demuth, der Armuth, der Selbstentäußerung ihres in Knechtsgestalt erschienenen und auf dem Kreuzwege wandelnden Erlösers nichts mehr zu wissen scheinen! Zurück von dem verderblichen Wege der Ungebundenheit, der Hoffart, des Weltsinns und der Sinnlichkeit, dieser Blendwerke der Hölle! Möchten doch die Gemeindevorsteher mit den Seelsorgern, den Eltern, den Handwerksmeistern und Herrschaften thatkräftig Zu­sammenwirken, um die immer mehr um sich greifende Pest der Genuß- und Vergnügungssucht, der Putzsucht, der Festwuth all­mählich zu lindern und zu beseitigen!

Wie zur Frömmigkeit und Genügsamkeit, zur Einfachheit und Bescheidenheit in der ganzen Lebenshaltung, so müssen die Kinder namentlich auch zur Arbeitsamkeit und zum Fleiß erzogen und gewöhnt werden. — Die Arbeit ist das seit der Schöpfung der ersten Menschen Allen auferlegte Gesetz.

Zur Arbeit erschuf Gott Adam, von dem es in der hl. Schrift heißt: „Es nahm Gott der Herr den Menschen und setzte ihn in das Paradies der Wonne, daß er es baue und wahre". (I. Mos. 2, 15). Wohl war diese Arbeit Adams im Zustande seiner ursprünglichen Heiligkeit und Gerechtigketi nicht hart und mühevoll, aber es ergiebt sich doch aus der Bestimmung des Menschen von Uranfang an, daß er thätig sein sollte. Mit dem Eintritte ins menschliche Leben ist nach Gottes Willen die Arbeit als Pflicht uns auferlegt, ja die Arbeit ist ein Gebot, welches jeder Mensch erfüllen muß. Dieses Gebot ist durch die Sünde unserer Stammeltern zu einer noch strengeren Verpflich­tung geworden, wie aus den Worten der Genesis erhellt: „Zu Adam sprach Gott: „Weil Du gehorcht hast, der Stimme Deines Weibes und gegessen hast von dem Baume, von dem ich Dir geboten hatte, nicht zu essen, so sei verflucht das Erdreich ob

Drei Gage bei den Trappisten.

(2. Fortsetzung.)

Aber, wer wollte auch mit Speisen und Leckerbissen reich besetzte Tafeln dort suchen, wo die besten Mittags­mahle in einer Einbrennsuppe und einem Gemüse ohne Auflage bestehen? Wo Hülsenfrüchte, Erdäpfel und gedorrtes Obst Fleischspeisen und Braten ersetzen? Wo der Salat allein erscheint, ohne Begleitung von Hühnern, Kalbfleisch und Indianen, wo Eier, Milch, Hopfen, Butter faßweise versendet werden, deren Bereiter aber diese Speisen nur aus dem Andenken früherer Zeiten kennen. Wer aber in der Voraussetzung hierher käme, hier nur müde, lebensüberdrüssige Gestalten und zu­sammengebrochene Trümmer ehemaliger Weltleute zu sehen, der wird sich sehr enttäuscht finden. Denn hier besteht der Roman des Lebens in Arbeit und Lebens­überdruß ist nur aus Märchen bekannt.

, Bitte, beschauen Sie sich einmal diese 150 Trap- ptsten — denn so viele find in Mariastern, obwohl bereits 60 Mann zur Gründung von Marianhill in Südafrika entsendet wurden — beobachten Sie ihren Seelenzustand, ihre Bewegungen, ihr Gebet, ihr Benehmen, und sagen Sie dann, ob hier auch nur eine Spur von Lebensüberdruß zu finden sei? Ob Sie

Deiner That, in Mühen wirst Du efien von ihm alle Tage Deines Lebens ... im Schweiße Deines Angesichtes sollst Du Dein Brod essen. (I. Mos. 3, 17-19.) Nach diesen klaren und bestimmten Worten ist die Arbeit nicht blos Pflicht, sondern Strafe und Buße für jeden Menschen. Jeder Mensch, der geboren wrrd, muß, um sein ewiges Heil zu sichern, während seines ganzen Lebens arbeiten, der eine mit seinen geistigen Fähigkeiten, der andere mit seinen körperlichen Kräften. Prägt alfo dieses gött­liche Gebot der geistigen und körperlichen Arbeit, des Lernens und der rastlosen Thätigkeit Eueren Kindern srühe und be­ständig ein, liebe Eltern, sagt ihnen, daß Niemand sich der Be­folgung dieses göttlichen Gesetzes entziehen darf, daß m den Augen Gottes keine Arbeit klein und gering und niedrig ist, die int Geiste des Gehorsam verrichtet wird; lehret Eure Kinder, daß der Lohn der Arbeit sich nach der Zahl der von Gott ver­liehenen Talente, nach dem Maße der Arbeit und nach der Mei­nung richtet, in welcher man die gottverliehenen Talente zu ver- werthen sucht. Ganz besonders rathe ich Euch, geliebte Eltern, noch recht eindringlich, daß Ihr Eure Kinder besonders zu Ar­beiten, die Eueren Erwerbsverhältnissen entsprechen, anleitet. Biele von Euch werden dadurch einer wirklichen Gefahr, die in dem ganz bedenklichen Andrang zu den großen und vielfach so ver­führerischen Städten liegt, entgegenarbeiten.

Schon vor mehr als hundert Jahren schrieb einer der volks- thümlichsten Könige von Preußen, Friedrich II. in einer Kabmets- ordre: „Man muß auf dem platten Lande den Unterricht der jungen Leute fo einrichten, daß sie das, was zu ihrem Wtsfen nothwendig ist, lernen, aber auch in der Art, daß sie nicht aus ihren Dörfern weglaufen, sondern hübsch dableiben!" Möchten nur alle Eltern ihre Kinder an Häuslichkeit, an frühzeitige, stufenmäßige Arbeiten und namentlich die Töchter auch an haus- wirthschaftliche Arbeiten gewöhnen! Wenn das überall geschähe, dann würde wieder mehr Geduld, Zufriedenheit und Glück in die Familien nnd Gemeinden einkehren.

Die häusliche Erziehung muß ferner die Kinder an Zucht und Ordnung gewöhnen. Der hl. Paulus schreibt an die Epheser: „Ihr Väter erziehet Eure Kinder in der Lehre und in der Zucht des Herrn. Allerorten hört man inunsernTagen laute Klagen über die überhandnehmende Zuchtlosigkeit der Kinder und die Unbotmäßigkeit und Verwilderung der Heran­wachsenden Jugend. Sollen diese Klagen verstummen, so muß die Axt an die Wurzel gelegt werden, die christliche Zucht in den Familien wieder hergestellt, in der Schule nicht sowohl auf einseitige Vermehrung des Wissens als vielmehr an erster Steve auf eine gediegene Erziehung, auf eine aus religiöser Gewissen­haftigkeit hervorgehende Thätigkeit hingearbeitet werden, wie das alle einsichtige Freunde des Volkes bis hinauf zu dem erlauchten Träger der Kaiserkrone des deutschen Reiches nachdrücklich be­tonen und fordern. Gewiß liegt der Hauptgrund für die Zucht­losigkeit in dem unchristlichen Zeitgeiste der Auflehnung gegen alle von Gott gesetzte Gewalt in Staat und Kirche, in dem Mangel der gläubigen Anerkennung einer an Gottes Statt be­stellten Autorität. Wie viele Eltern sind aber auch selbst zum Verderben für sich und ihre Kinder von dem unbändigen Drange »ach Abschütteluug aller Fesseln, welche Gott dem durch die Erb­sünde zum Bösen geneigten Willen auferlegt hat, erfüllt! Wenn sie, wie ich schon bei dem guten Beispiel andeutete, fortgesetzt über Priester, Gesetz und Obrigkeit in wegwerfender und ge­hässiger Weife lästern, ist es ein Wunder, wenn der Eigenwille der Kinder sich bis zum frechen Trotze und zur Auflehnung gegen sie selbst verirrt? Die Erziehung in der Zucht erheischt noth­wendig, daß die Eltern stets mit Ehrfurcht von den Vorgesetzten, besonders den zu ihrer Mitwirkung in der Erziehung berufenen Priestern und Lehrern, sowie auch von den an die Spitze der Gemeinden und Staaten Berufenen Gewalten sprechen, ebenso wenig Zeitungen und Schriften in ihren Häusern dulden, welche die heute verbreiteten Lehren zum Umsturz der christlichen Gesell­schaftsordnung vertreten. Soll Zucht im Haufe sein, so müssen Vater und Mutter einträchtig und eines Sinnes in ihren An­ordnungen und zu deren Befolgung zufammenwirken. Thun sie da» nicht, widerruft ein Theil, was der andere geboten hat, ist ein Theil nachgiebig, der andere beharrlich in seinem Willen, so tritt der für die häusliche Zucht so unheilvolle Zustand ein, von welchem Jesus Sirach sagt: „Der eine baut und der andere zerstört; was haben sie davon außer Mühe? Der eine betet und der andere flucht; wessenIStimme wird Gott erhören?" (Sir.

hier hoffnungslose Blicke sehen, verborgene, verzweifelte Seufzer hören werden? Nein, nirgends!

Sehen Sie, wie diese Mönche nach Mitternacht beim ersten Schalle der Glocke aufstehen und in die Kirche eilen. Und doch fällt Niemandem das Auf­stehen schwer!

Einen großen Theil des Tages bringen sie im Ge­bete zu, und doch werden sie des Gebetes nie müde. Sie verrichten die schwersten Arbeiten wie die ärmsten Taglöhner in der Welt, aber sie beklagen sich nie! Sehen Sie, wie diese ackern, säen, düngen, jene das Vieh hüten, füttern, melken, Stall ausmisten, dieser ist Schuster, jener verrichtet die Arbeit eines Zimmermanns, Tischlers, Schmiedes, Schlossers usw. Dieser ist Bier­brauer, jener Tuchweber, dieser ist Baumeister, jener Steinbrecher, Ziegelbrenner, Holzsäger, Müller usw.

150 Mönche, aber sie arbeiten alle und ihr ehr­würdiger Vater, dieser so liebenswürdige Greis, er ist der erste in der Würde, aber auch der erste in der Arbeit!

Wäre es möglich, die riesige Arbeit dieser Mönche in einem treuen Gemälde bildlich darzustellen, so würde man darin die kulturhistorischen Arbeiten jener frommen Mönche deS Mittelalters wieder finden, welche die rohen Völker Europas Ackerbau und Handwerk gelehrt

34 28 29.) Nur die wachsame und gemeinsame Strenge von Vater und Mutter kann dem Willen des Kindes die rechte Rich­tung geben. Der hl. Geist, welcher alles durchforscht und darum auch die Tiefen des Menschenherzens durchschauet, mahnt darum untrüglich: „Ein Pferd ohne Bändigung wird unlenksam und ein Sohn ohne Zucht wird tollkühn. Verzärtele einen Sohn und er wird Dir Schrecken bereiten, tändele mit chm und er wird Dich betrüben. Scherze nicht mit ihm, damit du nicht trauerst und dir zuletzt deine Zähne stumpf werden. Gib ihm keine Ge­walt in der Jugend und laß nicht außer Acht feine Gesinnungen. Beuge feinen Nacken in der Jugend und schlage feine Seiten, so lange er noch Kind ist, damit er nicht verhärte und dir nicht mehr folge und du Schwerz der Seele habest." (Jef. Sir. 30, 8—12.) Besondere Beherzigung verdient von diesen ernsten Worten die Mahnung: „Habe Acht auf feine Gesinnungen." Kluge Eltern wissen, wie die besonderen Anlagen, Neigungen und Leidenschaften eines guten Kindes, kurz das, was man seine Individualität nennt, erforscht und berücksichtigt werden rnüffen. Sie wissen, wie bei dem Knaben das Verstandes-, bei dem Mäd­chen das Gemüthsleben vorherrscht, wie der Sinn des muthigen Knaben aus selbstständiges Wirken, der Sinn des schüchternen Mädchens auf Pflichterfüllung int häuslichen Kreise gerichtet tst. Nach dieser Erkenutniß werden einsichtsvolle Eltern den nach Selbstständigkeit ringenden Knaben in nachdrücklich gehandhabter Zucht daran gewöhnen, die Neigung zur Widerspänstigkett durch Gehorsam zu überwinden, während das zartfühlende Mädchen durch gelindere Mittel zur Bekämpfung der Eitelkeit und Em­pfindlichkeit anzuleiten ist.

Endlich mache ich darauf aufmerksam, daß, wenn die Ge­wöhnung der Kinder zu jeglicher Tugend durch die häusliche Erziehung Erfolg haben muß, das Hans in inniger Ver­bindung mit der Schule und Kirche stehen muß. Brave, pflichttreue Lehrer und Lehrerinnen müssen schon um ihres wich­tigen und verantwortungsvollen Berufs willen den Eltern achtungswürdig sein. Vernünftige Eltern arbeiten darum in un­zertrennlicher Gemeinsamkeit mit Denjenigen, welchen sie ihre Kinder zum Unterricht wie zu weiterer Erziehung anvertrauen, ie erkundigen sich öfters nach dem Betragen und den Fort- chritten ihrer Kinder, sie überzeugen sich davon, daß ihre Kinder und Pflegeempfohlenen die Fragen und Antworten des Kate­chismus und die Erzählungen der Biblischen Geschichte eifrig lernen und sich für ihr ganzes Leben aneignen. Sie überwachen nach Kräften die Anfertigung der häuslichen Aufgaben und unter« stützen die Anordnungen -er'Schule durch ihre elterliche Autori­tät. Je ehrerbietiger von den Lehrern und Lehrerinnen in der Familie gesprochen, jemehr Achtung ihnen auch äußerlich er­wiesen wird, je entschiedener jeder unberechtigten Klage der Kinder entgegengetreten wird, desto sicherer vollzieht sich die Gewöhnung derselben an alles Gute. — Was ich vom Zusammen­wirken von Haus und Schule hier gesagt, gilt selbstverständlich auch in erhöhtem Maße von der Verbindung zwischen HauS und Kirche. Nichts erhöht und festigt die häusliche Erziehnngs- thätigkeit fo, wie die volle Uebereinstimmung zwischen Eltern und Seelsorgern. Die Kirche, die bewährte Bildnerin der Nationen, die ftuchtbare Mutter aller Tugenden, erzieht ihre Kinder durch ihre Lehre, ihre Gebote und Gnadenmittel bis zum Sterbebette, ja sie lehrt die Eltern noch über den Tod hinaus lieben. Gern wird jeder Seelsorger den Eltern Rath und Unter­stützung bei Schwierigkeiten leihen, die der häuslichen Erziehung sich entgegenstellen und durch den in der Würde seiner Person und seines Amtes begründeten Einfluß den Bemühungen von Haus und Schule selbst da oft noch Erfolg verschaffen, wo man schon alle Hoffnung auf eine sittliche Erhebung der Kinder ver­zweifelnd aufgeben wollte. Und bei dieser Gelegenheit möchte ick Euch, liebe Eltern, noch Eines recht dringlich ans Herz legen, daß Ihr in Gemeinschaft mit Euren Seelsorgern den Besuch der Christenlehre durch Eure erwachsenen Kinder pflegt. An manchen Orten ist der Besuch der Christenlehren, was ich mit Befriedigung hier ausspreche, ganz musterhaft, in anderen Pfarreien läßt er aber ungeachtet der Bemühungen ihrer Seel­sorger recht viel zu wünschen übrig. Strafen erreichen da kaum mehr den Zweck, auch ist das Strafrecht der Seelsorger in unseren Zeiten sehr beschränkt und sozusagen auf Null herab­gekommen. Wer kann da helfen, wenn die Eltern die Bemühun­gen der Seelsorger nicht unterstützen! O liebe Eltern, verwendet recht große Aufmerksamkeit auf das Verhalten Eurer christen-

und die wilde Gemüthart der kriegerischen Franken, Germanen, Ungarn usw. bezähmt haben.

Wer diesen Vorgang sich erneuern sehen will, der möge hierherkommen nach Mariastern, wenn auch nur auf einige Tage, er wird hier die Wunder vergangener Zeiten sich erneuern sehen, die der Ordensgeist durch die Hände der Trappisten wirkt.

Noch sind eS kaum 22 Jahre, daß einige Trappisten dieses Stück Erde betraten, dem sie selbst einen Namen gaben. Auf drr Anhöhe, die sich über dem Vrbas- flusse erhebt, stand damals ein uralter serbischer Fried­hof, verlassen, wie Alles in dieser Gegend, und nur besucht von den in den angrenzenden Wäldern hausen­den Räubern (Delibaschis), nach welchen diese Gegend „Delibaschino selo“ genannt wurde. Was hat wohl jene acht Trappisten in diese verlaffene, öde Wildniß geführt ? Wozu kamen diese verehrungswürdigen Män­ner der Arbeit und des Gebetes hierher? Diese Engel in Menschengestalt, deren Fußspuren Friede und Segen folgt, und die überall, wo sie sich niederlassen, mit der heil. Schrift „Ecce nova facimus omnia!“ sprechen können.

Erst bauten sie sich eine bescheidene Hütte von Brettern. Mein Gott! wenn ich jetzt diesen riesigen, mit Gebäuden und Scheuern bedeckten Komplex betrachte,