49 Dienstag, den 1. März 1892. 19. Jahrgang
Erscheint täglich, Sonn- und Fekrtage ausgenommen. — Inserate kosten die einspaltige Zeile oder deren Raum 15 Pf., bei Wiederholungen entsprechender Rabatt.
Vierteljährlicher Abonnement spreiA ohne Bnngerlohn und Bestellgeld mit der belletristischen Sonntagsbeilage ,Sterne und Blumen' und der alle 14 Tage erscheinenden Gratisbeilage ,Rathgeber für Landwirthschaft, Gartenbau und Hauswesen' in Fulda und auswärts 1 Mark 50 Pfennig.
Joseph,
durch Gotter Barmherzigkeit und des hl. apostol. Stuhles Gnade
Kischof von Fulda, '
Doctor der Theologie,
Sr. Päpstliche» Heiligkeit Hausprälat,
entbietet der hochw. Geistlichkeit und allen Gläubigen des Bisthums
Gruß und Segen im Herrn!
Herannahen der heiligen Fastenzeit rufe ich Euch XjiJ Allen, geliebte Bisthumsangehörige, als Euer von Gott G© bestellter Oberhirte in väterlicher Liebe mit den Worten des hl. Paulus zu:
„Wir ermahnen Euch, daß Ihr nicht erfolglos die Gnade Gottes empfanget, denn er spricht: Zur gnadenreichen Zeit erhör' ich Dich und am Tage des Heils Helf' ich Dir! Siehe, jetzt ist die gnadenreiche Zeit, jetzt ist der Tag des Heils!" (II. Cor. 6, 1 u. 2.)
Fürwahr, wenn die ernste Fastenzeit kommt, dann müssen wir rückhaltlos mit der Kirche anerkennen, daß es die Zeit ist, vom Schlafe der Sünde und der Gleichgiltigkeit uns zu erheben zu einem Leben der Gnade, welche uns die hl. Fastenzeit in Fülle bietet. Ich zweifle nicht daran, geliebte Diözesanen, daß Ihr der hl. Zeit mit bußfertigem Herzen entgegengeht, daß Ihr Euch geistig erneuert und Euch würdig macht, am hl. Osterfeste in das Alleluja der Kirche freudig einzustimmen.
Es ist aber mein Oberhirtenamt, Euch gerade jene Pflichten in die Seele zu rufen, welche die besondern Umstände der Zeit Euch auferlegen. Bor Gott verantwortlich für das Heil Eurer Seelen höre ich den Herrn die Worte wiederholen, die er einst gu dem Propheten Jsaias sprach: „Rufe, laß nicht ab, wie eine Pofaune erhebe deine Stimme." Und da tritt mir denn im Beginn der hl. Fastenzeit ein Pflichtgebiet meiner Diözesanen entgegen, von dem zumeist die Erneuerung des christlichen Lebens abhängt. Was sind das für Pflichten, die ich meine? Ihr wißt, Geliebte, die Zukunft eines Landes, sein Glück oder sein Verfall hängt zum größten Theil ab von der Erziehung der Kinder im Schooße der Familie. Das ist eine Wahrheit der Erfahrung und -er Geschichte. Immer und überall erhebt sich die staatliche Gesellschaft oder sinkt, je nachdem die Jugend gut oder schlecht erzogen wird. Denn der Mensch bleibt mehr oder weniger das, was man aus ihm in den Tagen seiner Kindheit gemacht hat. Die lasterhaften Gewohnheiten des Kindes folgen ihm während seines Lebens bis zum Staube des Grabes, wie der hl. Geist erklärt: „sie schlafen mit ihm im Staube" (Job 22,11), während es „gut für den Menschen ist und sein Glück ausmacht, wenn er das Joch von Jugend an getragen hat;" (Jer. 3, 27) denn -ie Seele des Kindes ist, wie man gewöhnlich und mit Recht sagt, ein weiches Wachs, dem für immer der Erzieher den Stempel «indrückt: „Wenn der Jüngling seinen Weg gewählt hat, so weicht er auch im Greisenalter nicht mehr davon ab." (Sprüchw., 22, 6.)
Von der häuslichen Erziehung will ich daher zu Euch reden, geliebte Diözesanen und Euch zwei große Grundsätze derselben einschärfen: Es ist 1) die Pflicht, den Kindern ein Vorbild wahrhaft christlichen Lebens zu sein, 2)sie zu diesem christlichen Leben anzuleiten, in dasselbe einzugewöhnen.
I.
Gewiß, in der Familie, in der das Leben sich entfaltet, muß es ein Vorbild geben, nach dem dies Leben geformt wird. Der Mensch ist von Natur zur Nachahmung geschaffen, weil er vervollkommnungsfähig ist und die Nachahmung ist daher ein wesentlicher Bestandtheil jeder Erziehung. Alles kommt daher darauf an, welches Vorbild dem Kinde in der Familie vorgestellt wird, dem es nachahmen soll und nachahmen wird. Ist dies Vorbild Mangelhaft, vielleicht niedrig und ordinär, so wird das Nachbild nicht bester sein; ist dies Vorbild aber edel, schön, sittlich, rein und ehrenwerth, so wird auch das Leben des Kindes solche Züge tragen. Nun wohlan, welches ist das Vorbild, das die hl Kirche zunächst in jeder Familie aufstellt für das Werk der Erziehung?
Drei Gage bei den Trappisten.*)
Nie werde ich den Tag vergessen, an welchem ich die weißen Mauern und den himmelwärts ragenden Thurm des Trappistenklosters „Mariastern" in Bosnien erblickte.
Eine unaussprechliche Sehnsucht hatte mich immer zu den Zellen der bewunderungswürdigen Helden der christlichen Ascese hingezogen, um mit eigenen Augen das lebende Grab zu sehen, in welchem die Trappisten wohnen, die die Welt „die Lebendig-Todten" nennt. Ich wollte die Lebensweise dieser Mönche kennen lernen, deren Lippen sich beim Eintritte in das Kloster schließen, deren Mund verstummt.
Unter den Erinnerungen aus meiner Kindheit findet sich noch manche schöne Geschichte von den „stummen Mönchen" vor.
So nannte nämlich das ungarische Volk die Karthäuser, welche bekanntlich einst auch bei uns in Ungarn Klöster hatten, und ihrer strengen Lebensregel wegen sich allerorts großer Verehrung erfreuten.
Ost, wenn die Täuschungen und Bitterkeiten dieses Lebens meine Seele bestürmten, gedachte ich wehmuths- voll jener glücklichen, stummen Mönche, die der Idee deS künftigen Lebens dienend, diese schlechte, elende Welt verachten und vergessen.
*) Bon dem ungarischen Dechant und Pfarrer Julius v. K.
Es ist kein anderes, als das vollendetste Muster jeder Tugend und sittlichen Vollkommenheit, der Gottmensch Jesus Christus selbst, der von den Eltern fordert, daß sie die Worte des großen Weltapostels wiederholen und an ihren Kindern zur Ausführung bringen: „Ihr meine lieben Kinder seid es, für die ich von Neuem Geburtsschmerzen leide, bis Christus in Euch gebildet ist, donec formetur Christus in vobis. (Gal. 4, 19.) Ja, Jesus Christus das Vorbild, das höchste Vorbild, das vollendetste Vorbild, das einzige Vorbild des christlichen Kindes! Seht da, liebe Eltern, Eure Aufgabe, Euren erhabenen Beruf: die Kinder nach dem göttlichen Vorbild formen und erziehen. Wie aber werdet Ihr dies am einfachsten und wirksamsten vollbringen? Indem Ihr selbst die sichtbaren und lebendigen Abbilder der Gesinnungen und Tugenden des unsichtbaren Vorbildes Jesu Christi darstellt. Das Beispiel der Eltern ist darum die Seele der Erziehung. Die Eltern mögen die Kinder noch so eifrig anhalten zu allem Guten, sie mögen ihnen reden von der Schönheit der Tugend und den Geheimnissen der Gnade, ihnen ihre Bestimmung noch so ernst erklären, ihre Lehren werden fast unnütz, wenn sie unterlassen, durch ihr eigenes Leben alle diese Wahrheiten zu verkündigen.
Man vergißt zu leicht, daß das Kind ein aufmerksamer und scharfer Beobachter ist, daß es Worte und Vorgänge, von denen man glaubt, sie seien seiner Oberflächlichkeit entgangen, durch seine angeborene Neugierde aufgefaßt hat, daß seine Leidenschaften sich schon befestigen, während man glaubt, daß sie noch in der Seele schlummern. Jeder Fehler im Reden, im Benehmen der Eltern und Erzieher kann ihm verderblich werden. Das erkannte schon die heidnische Weisheit. „Die Natur will es so", sagt ein heidnischer Dichter, „die häuslichen Beispiele verderben schneller und sicherer, weil sie von großen Autoritäten kommen. O Vater, wenn du etwas Schändliches thun willst, denke an das zarte Alter deines Sohnes und wenn du sündigen willst, laß dich abhalten durch seine Gegenwart. Unglücklicher, du fürchtest, daß der Freund, der dich besucht, Schmutz sehe in deinem Hause und Zimmer und du denkst nicht daran, daß dein Kind nur ein ganz heiliges, reines und lastersreies Haus vor Augen haben darf!" Bewunderungswürdige Grundsätze menschlicher Weisheit! Aber die Gnade spricht unendlich beredter zum Herzen christlicher Eltern. Für sie ist das Kind mehr als der Erbe ihres Blutes und ihres Gutes; es ist der Erbe des Himmels, in dxn nichts Unreines eingehtp.es ist der Genoffe der Engel, die däs'Nngesicht Gottes schauen und vor seinem Angesicht die Verführer junger Seelen anklagen; es ist ein geheiligtes Wesen, vor dem man nichts Böses thun darf, ohne den schrecklichen Fluch auf sich zu ziehen: „Wehe dem, der eines dieser Kleinen ärgert, es wäre ihm besser, daß ein Mühlstein ihm an den Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt werde." Unter der Last solchen Fluches begnügt sich die christliche Liebe nicht, das Böse vor dem Kinde zu meiden, sie stellt den Kindern das Beispiel der Tugend vor Augen. Sobald das christliche Kind mit dem Wasier der heiligen Taufe geheiligt, seinen Eltern zurückgebracht wird, beginnt daher ihr heiliges Werk, es nach dem Muster des göttlichen Kindes zu gestalten. Nach dem Borbilde der Mutter des Sohnes Gottes und des hl. Joseph opfern sie ihr neugeborenes Kind Gott auf und täglich vereinigen sie mit dem Opfer ihres Dankes für das ihnen vom Himmel geschenkte Kind die innigste Bitte um den Segen und die Erleuchtung Gottes in dem schweren und verhängnißvollen Werke der christlichen Erziehung. Sie erneuern diese Bitten besonders herzlich und dringend in der hl. Meffe und bei ihren hl. Kommunionen. In diesem Sinne ermahnt schon vor 1500 Jahren der hl. Chrysostomus, der Goldmund, die Eltern mit den schönen Worten: „Was lehrt der hl. Glaube von dem Kinde, das Eurer Sorgfalt anvertraut ist? Seine Stirne ist mit dem Siegel der Gnade bezeichnet, durch welche ihm Gott ein Anrecht auf den Himmel gegeben hat; wachet sorgfältig, daß es dieses Anrecht durch die Sünde nicht verliere. Seine Zunge ist mit dem Salz der Weisheit bestreut, sehet zu, daß dieses Salz nicht schal werde. An Haupt und Brust trägt es das Zeichen des hl. Kreuzes, sorgt dafür, daß es dieses Kreuz niemals verleugnet. In seinem Herzen keimt der Same jeglicher Tugend, befördert das Wachsthum und Gedeihen derselben. Die heil. Engel beschützen ein solches Kind an Leib und Seele. Nehmet also an diesem Amte der hl. Schutz-
Was ich nun mit so heißer Sehnsucht zu sehen wünschte, gewährte mir gegen alle Erwartung ein besonderer Zufall.
Eine Familien-Angelegenheit rief mich nach Agram zu meinem Verwandten, Oberförster K.; daselbst sollte ich eine Angelegenheit ordnen, die mein seliger Bruder selbst nicht mehr erledigen konnte.
Ich machte diese Reise in Gesellschaft eines gebil- beten, gut christlich denkenden Advokaten.
Unterwegs erörterten wir — um uns die Langeweile zu vertreiben — die Tagesfragen und da die Reife längere Zeit dauerte, kam es wohl vor, daß unter Gesprächsstoff zu Ende ging und wir auf das Schnauben der arbeitenden Maschine horchten.
Glücklicherweise hatten wir in den kirchenpolitischen Fragen gleiche Gesinnungen; dagegen räsonnirte mein Gefährte auch jetzt noch über die Occupatio» Bosniens.
Er nannte Bosnien ein Land der rotzigen Ziegm und krummen Spanferkel, das nnS nichts Anderes als Pflaumenmuß (Lequar) liefere, und wofür wir jährlich Millionen zahlen müssen.
Ich nahm die armen Bosniaken in Schutz, da sie ja auch in unserer Nationalgeschichte eine Rolle spielten und prophezeite schließlich dem Katholizismus auf diesem neuen Boden, den der Protestantismus noch nicht verdorben hat und wo zur Konvertirung der
engel opferwilligen Antheil." Unter Euern Augen, an Eurer Hand wachsen dann die Kinder auf, um die fruchtbaren Keime, welche die hl. Taufe für das Gute in das junge Menschenherz gelegt hat, zu entfalten und zu entwickeln. Wie der Epheu an der Eiche, wie die zarten Reben am Pfahle, so rankt sich das kindliche Herz an den Personen seiner Umgebung empor, erwärmt sich unter den Strahlen ihrer Frömmigkeit oder erstarrt unter dem eisigen Hauche ihrer Gleichgiltigkeit oder Gottentfremdung. Glückliche Kinder, welche in ihren Erziehern von den ersten Tagen des erwachenden Bewußtseins an Wegweiser und Führer besitzen zu Demjenigen, welcher allein sagen sagen konnte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." (Joh. 14, 6.) Wie senkt sich unmerklich in ihre Seele die Hochachtung für Frömmigkeit und jegliche Tugend, die mit ihnen gleichsam heranwächst und die Kindheit zu einem Paradiese himmlischen Friedens macht! Gewiß, in den schlichten Worten liegt eine tiefe beherzigenswerthe Wahrheit: „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamme" und die untrügliche persönliche Weisheit Gottes hat. es ausgesprochen: „Ein guter Baum bringt gute Früchte" (Matth. 7, 17), und „ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen." (Mutth. 7, 18.) So seid denn gute Bäume in Gottes Garten der christlichen Familie, Ihr Eltern zumal und Ihr älteren Geschwister der unschuldigen Kleinen, indem Ihr diesen in Allem ein gutes auserbauliches Beispiel gebt. Was die Kleinen thun, wie sie beten, reden, spielen sollen, das müßt Ihr ihnen vorthun, damit in dieser milden Lebenslust des guten Beispiels die weichen Pflänzchen gedeihen, jede gute Anregung in sich aufnehmen und für's spätere Leben nutzbar machen.
Wehe aber, christliche Eltern, wenn Ihr durch Euer Beispiel niederreißt, was Ihr aufbauen sollt! Ihr sollt z. B. aus Eurem Haus ein Heiligthum machen, Ihr sollt der Priester darin sein und alle Tage darin den Herrn anbeten. Aber Ihr glaubt genug gethan zu haben, wenn Ihr zu den Kindern sagt: Habt ihr Euer Morgengebet und Abendgebet verrichtet? Schöne Frage! Euer Gewissen und Eure Ehre sollten Euch sagen, daß Ihr sie an Euch selbst erst richten müßt. Ihr steht auf, Ihr geht zur Ruhe alle Tage, ohne das Knie gebeugt und ein religiöses Zeichen gegeben zu haben. Aber ist der Vater im Himmel, den das Kind anbeten soll, nicht auch Euer himmlischer Vater? Die Hebung der Frömmigkeit, ist sie mehr Pflicht für das Kind als für Euch? Ich appellire an Euer Gewissen, ob Ihr nicht besser das Be- dürfuiß, hie Nothwendigkeit und Würde des Gebetes begreifen müßt als das Kind. O Väter zumal, bie Ihr das Beispiel der Frömmigkeit Euern Kindern t ersagt, sie werden nur zu bald begreifen, daß diese „Vater unser" und „Ave Maria" gut sind für die Kinder, unwürdig für das reife Alter.
Und das Gebot der Sonntags-Feier! Euer Beispiel ist es. Euer regelmäßiges und vollkommenes Beispiel, was inmitten so vieler Verunehrungen des Tages des Herrn Eurer Familie die Achtung vor diesem ernsten heiligen Gesetz des Herrn einflößen soll. Christliche Eltern, Euer Platz ist an diesem Tage im Hause Gottes, nicht auf dem Felde, nicht auf Vergnügungs-Touren, nicht in den Geschäften. Grabet sozusagen Eure Schritte der Schwelle des Gotteshauses an Sonn- und Festtagen tief ein, und Eure Kinder werden nie den Weg vergessen, den Ihr dahin gewandelt seid. — Die Buße hat ihre Fast- und Abstinenztage. Wird es ein Vater, eine Mutter sein, die sie vor dem Auge des Kindes übertreten? Ihr schützt Eure Gesundheit, Eure Beschäftigungen vor, aber Eure Kinder wissen wohl, daß es leere Entschuldigungen sind. Und wenn Euer Tisch nicht die Verachtung gegen das Gebot der Kirche athmet, wie steht es mit diesen Einladungen an den Fast- und Abstinenztagen, an denen Ihr theil- nehmt, wodurch Ihr das Kind in die traurige Nothwendigkeit versetzt, entweder seine Kirche oder seinen Vater, seine Mutter zu verurtheilen!
Der fleißige Sakramenten-Empfang, o, wie nothwendig ist er für Eure Kinder! Aber ach, das Beispiel, das sie am Vater haben, der einmal im Jahre, vielleicht das nicht einmal, zur Beicht und zum Tische des Herrn geht — wie predigt es ihnen, daß Beicht und Kommunion nur für die Kinder und für die Frauen gut sei; und sie vergessen auf einmal das Wort ihres Seelsorgers, ihren Katechismus, ihre Religion und ihren Gott.
Und so mit allen religiösen Pflichten, die Ihr im Angesichte der Kinder verletzt, und so mit allen christlichen Tugenden, die
Muselmänner sich ein freies Feld biete, eine schöne Zukunft.
Diese meine Auffassung theilte am Ende auch mein Reisegefährte; ein Wort gab das andere und schließlich hatten wir uns so warm geredet, daß wir uns gegenseitig an Sympathie zu den Bosniaken zu übertreffen suchten.
„Wissen Sie was?" begann mein Reisegefährte mit Eifer, — „da wir fchon in Kroatien sind, gehen wir auch nach Bosnien, es ist ja nicht weit."
„Sie habxn Recht," antwortete ich, „gehen wir hin und befchanm wir uns das Schlachtfeld von Tuzla, dieses glänzende Andenken ungarischer Tapferkeit, und — wissen Sie, waS wir noch besichtigen können?"
„Nun, was noch?" fragte mein Reisegefährte.
„Die Trappisten!"
„Ja, aber wo sind denn diese zu finden?" sprach er überrascht und mit lebhafter Neugierde.
„Bei Banjaluka, in dem berühmten Kloster Mariastern."
Alsbald entwarfen wir unseren Reiseplan und beschlossen nach Beendigung unserer Angelegenheiten in Agram die Reise nach Bosnien zu machen und die Trappisten Heimzusuchen.
Der neue Plan lenkte unser Gespräch in eine neue Richtung und von nun an bildeten die Trappisten unser beständiges Konversationsthema.