Deutsches Keich.
fanden.
Ausland.
Arbeitern wegen ihrer politischen und religiösen Ueber-
freundlichere Zukunft^
* Der Reichstag nahm heute in 3. Lesung den Gesetzentwurf, betr. die Einziehung der österreichischen Vereinsthaler, an, nachdem Staatssekretär Frhr. v. Maltzahn-Gültz auf Anregung des Abg. Leuschner-Eis- leben(Rp) erklärt hatte, daß die Außerkourssetzung erst
SÄ die österreichisch-ungarische Re- , owt,.u,.» «uv ^«..»rugs-eiogeoroneren > EH A " übernehmenden Betrag auch Mark Geldstrafe bezw. 30 Tage Haft
wirklich übernommen haben werde, worüber noch län- a
geregt vergehen könne. Ferner wurde dieBerathuna des Etats der Reichseisenbahn-Verwaltung fortgesetzt. Abg Frhr. v. Stumm (Rp.) theilt den vom Chef der Verwaltung der Reichseisenbahnen gegenüber den sozial- demokratischen Arbeitern eingenommenen Standpunkt. Es jei Pflicht des Reichsamts, dafür zu sorgen, daß nicht Sozialdemokraten gezüchtet und die freien Arbeiter von bett Sozialdemokraten vergewaltigt werden; auch müsse die Reichsetsenbahn-Verwaltung einen Stamm von Ar- beltern haben, auf die sie sich in Zeiten der Gefahr absolut verlassen könne. — Abg. Bebel (Soz.) erblickt m der Stumm'schen Rede einen Fühler wegen Erlasses
säumte (die Vorstellung) nachholen werde, was ihm eigentlich schon auf seiner Reise nach Kairo geziemt hatte.
Knabenmord in Xanten verübt zu haben, in Köln abermals verhaftet worden, wurde vorgestern Abend hier wieder eingebracht. Die Untersuchung, welche bisher Herr Landgerichtsrath Brixius führte, ist nunmehr dem Landgerichtsrath Birk übertragen worden. Herr Brixms ist der Schwiegervater des Rechtsbeistandes des Buschhoff.
. * 12. Febr. Das Schöffengericht verurtheilte
den Sozial-Demokraten Braun wegen Beleidigung des Kaplans und Landtags-Abgeordneten Dasbach zu 300
tische Zukunftsbilder" in Hunderten von Exemplaren unter die Arbeiter vertheilt.
* Post«, 10. Febr. Zu Ehren des Herrn Erzbischofs
er sich ihm, seinem Souverain, vorgestellt habe. Der Khedive beruft sich bei seinem Ansuchen darauf, daß
papieren und eine kleine Büchersammlung bildeten seine ganze Habe, außer einem Souvereign, einem Shilling
n , (*) ^it dem heutigen Tage beginnt am hiesigen Lehrerseminar die schriftliche Entlasfungs-Prüfung,welcher sich 16 Zöglinge der Anstalt unterziehen. Die mündliche Prüfung nimmt am 3. März d. I. ihren Anfang.
△ Nachdem der vom kaufmännischen Verein begonnene Lehrkursus für Stolze'sche Stenographie dem- nmhst zu Ende geht, will der Vorstand unter freund- ^Unterstützung des den Unterricht ertheilenden Herrn E. Ruoff, im Interesse der Sacbe, und um den Theilnehmern eine möglichst vollkommene Ausbildung I zu sichern, einen dauernden Unterricht für Stolze'sche Stenographie als „Stenographen-Klub" des kaufmännischen Vereins errichten. Hierbei sei bemerkt, daß auch Nichtmitglieder des Vereins an dem jeweiligen Unterricht theilnehmen können. Der Vorstand bittet deshalb alle Interessenten des Stolze'schen System's und solche, »die es werden wollen, zu einer Besprechung auf heute Abend in das Unterrichtslokal, Vereinszimmer der „Harmonie", welcher wir ein gutes Resultat wünschen.
~7* Der in der Nikolausstraße gelegene Bauplatz des Herrn Bau- und Möbelschreiner Thomas Trabert ist für den Preis von 2100 Mark an den Rentner Eustachius Justus Heßberger käuflch übergegangen.
= Da die Influenza auch in unserer Stadt wieder austritt, ist es wohl angezeigt, nachstehenden, einer medizinischen Zeitschrift entnommenen Aufschluß über diese Krankheit und ihre Bekämpfung, zur Veröffent- lichung zu bringen. Es ist nicht die Krankheit an und für sich, sondern die Folgen, welche am meisten zu furchten sind. Die Gefahr liegt in dem durch die Influenza hinterlassenen geschwächten Zustand des Körpers und der Empfänglichkeit für Krankheiten der inneren Organe. Die Symptome der Influenza sind sehr mar- ktrt, treten jedoch bei verschiedenen Personen verschiedentlich auf. Man empfindet heftige Kopfschmerzen, Schmerzen in der Brust und in den Schultern, schweres Athmen, rheumatische Schmerzen, Empfindlichkeit des ganzen Körpers, Appetitlosigkeit und eine Depression des ganzen Nervensystems. Es ist von höchster Wich- ügkeit, sich bei Zeiten gegen diesen Feind zu rüsten. Em Jrrthum ist es, zu warten bis die Krankheit sich festgesetzt hat. Das Hauptaugenmerk sei darauf gerichtet, daß das Blut in gesundem Zustande ist, denn nur, wenn in dem Körper gesundes Blut cirkulirt, ist er widerstandsfähig, nur durch gesundes Blut, durch welches sich der Körper in einem höheren Grade von Gesundheit befinden kann, ist der Influenza Trotz zu bieten, es ist rathsam, warme wollene Unterkleider zu tragen und sich peinlich vor Erkältung zu schützen. Täglich kalte Abwaschungen (Methode Kneipp) des ganzen Körpers in einem warmen Zimmer mit nachherigem tüchtigen Trockenreiben sind anzuempfehlen. Man betrachte die Influenza nicht als eine geringfügige Krankheit und wenn damit befallen, ist das Bett zu hüten. Der Patient soll sich zwingen, so viel wie möglich leicht verdauliche Speisen zu sich zu nehmen, hingegen sind schwere Speisen zu vermeiden. Mögen diese Zeilen zur allgemeinen Belehrung dienen.
* Die umfangreichen Gesetze über die Arbeiterver- pcherungen sind für den größten Theil des deutschen Volkes von so hoher Bedeutung, daß bereit Kenntniß für denselben zur Nothwendigkeit geworden ist. Weil nun aber zur Erlangung dieser Kenntniß die Anschaffung der betreffenden Gesetze mit Ausführungsbestimmungen für die Meisten eine kostspielige Sache wäre, so sind von verschiedenen Seiten schon kurzgefaßte Hilfsbüchlem zu billigem Preis herausgegeben worden. Als eines der zweckmäßigsten und klar gehaltensten von diesen Merkchen glauben wir mit Recht die vom Ersten Seminarlehrer in Fulda, Herrn H. Dietrich, verfaßte und unter dem Titel: „Belehrungen und Rechenaufgaben betreffend die Kran-
Stadt, Provinz und Dachbargebiet.
Fulda, 13. Februar.
Die m mehreren Blättern verzeichnete Meldung, daß das belgische Gesammtkabinet seine Demission gegeben habe, entbehrt, wie aus Brüssel gemeldet wird, jeder Begründung.
* Paris, 12. Febr. Die Pariser Anarchisten wollen dieser Tage ein öffentliches Meeting abhalten, um gegen die Hinrichtung der Anarchisten in Xeres zu protestireu.
* Im englische« Unterhaus theilte der Präsident des Ackerbauamts, Chaplin, mit, die Maul- und Klauenseuche habe sich in jüngster Zeit aus dem xtnnern Deutschlands nach Schleswig-Holstein verbreitet; es set möglich, daß die Seuche auf die dänische Viehladung, welche Esbjora am 27. Januar verlassen habe, durch von Hamburg und Altona kommende Händler vor der Einschiffung der Ladung übertragen worden sei. Die Vteheinfuhr nach England ist jetzt nur aus Norwegen, Schweden, Spanien und Portugal gestattet. — Daß in Dänemark kein Fall von Maul- und Klauenseuche vorgekommen ist, hat die thierärztliche Untersuchung zur Evidenz ergeben.
* Aus London wird geschrieben: „KardinalMan- ning der Freund der Armen", hat kein Vermögen
I Sibit M
streckt sich auch darauf, ob und zwischen welchen Personen telegraphische Mittheilungen stattgefunden haben. „ Nach dem dem Reichskanzler erstatteten Geschäfts- Bencht des Reichsverficherungs-Amtes wurden 132,917 Ansprüche auf Altersrente anerkannt, die eine Jahres- Ausgabe von 16,6 Millionen zur Folge haben, wozu das Reich 6P Millionen zuschießt. Der durchschnittliche Jahres-Betrag der Altersrente beträgt sonach etwas über 125 Mark. An Invalidenrenten wurden von den
Die 1891 insgesammt f „ o--------------------i an Renten ist über
schläglich auf 15,45 Millionen Mark anzunehmen. Der Kapitalwerth der gesammten Rentenlast der Versiche- rungs-Anstalten berechnet sich nach versicherungstechnischen Grundsätzen auf rund 54,5 Millionen Mark, unter Hinzurechnung des zurückzulegenden Reserve-Fonds (10 9 Millionen) und der Verwaltungs-Kosten (rund 11 Millionen) stellt sich die den Versicherungs-Anstalten 1891 erwachsene Belastung auf 76,4 Millionen. Dieser Belastung steht, wie schon im Reichstage mitgetheilt wurde, nach den überschläglichen Ermittelungen der Postbehörden aus dem Erlöse für verkaufte Beitrags- und Doppelmarken eine Gesammt-Einnahme von etwa 88 8 Millionen gegenüber.
* Atl, 9. Febr. Auf der kaiserlichen Werft wurde
• Petersburg, 12. Febr. Der Reichsrath bewilligte zur Bekämpfung des Nothstandes abermals 60 Millionen «MS neuen SoziaMe». Se^^^"L I krLn,"1u.^""' *”»”***» der neuen Stabte* Arbeitern wegen ihrer politischen und religiösen Ueber- * Der Sultan scheint über die bis letzt nn.-fi mrfit ^WchlavstäEeit^-^Äba"' k!.n^f°ssung «nd erfolgte Vorstellung des neuen Khedive ungchal2 erblickt tn Ktnmm'« «r-fi- ^,au^.ma"n (Volksp.) zu sein, was daraus hervorgeht, daß er demselben den
£ „ZÄH- ? b wt.e ^bel, einen Investitur-Ferman, welchen bet Sultan dem Khedive Fuhle^wegenVerscharfung des allgemeinen Strafrechts | auf dessen Ansuchen durch einen kaiserlichen Boten
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in bie ftnnh öfi ^s9/' ?Qn" Ie9te ftre ^re Khedive beruft sich bei seinem Ansuchen darauf, daß hechte m die Hand Audebrands, der tn unaussprech- der Sultan auch 1879 d-m dürften 9rfprrmh»r «n« ±'.SS'eu6lS"f£6e '-M-- BrL
^SRTrfit“ tr . | schickt habe. Dieses wird nun zwar von der Pforte
hprfr'i'iAtPtPntT» »dst'rht war vollendet; die Liebe j zugegeben, aber dabei bemerkt, daß dies doch erst ge-
Me CP-et I^hen sei, nachdem Fürst Alexander schon lange v?r- freuSere RuS - - Wn eine I sich beim Sultan vorgestellt hatte. Im Uebrigen !
sei der Sultan dem Khedive dadurch, daß er ihn aus ’
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könne. — Abg. Hitze (Centr.) erklärte den Standpunkt Stumm s als zu weitgehend. Abg. v. Helldorff (kons.): Die politische Gesinnung der Arbeiter solle nicht getroffen werden, es sei aber Recht und Pflicht der Arbeitgeber, Agitationen entgegenzutreten. — Abg. Bebel (soz.) will die Verhinderung von Agitationen nur innerhalb der Betriebe gelten lassen. — Abg. v. Kar- dorff (Rp.) hält eine Verschärfung der Gesetzgebung für geboten, wenn die Sozialdemokratie so fortfahre. — ?bg- Barth (frf.): Durch solche Verschärfungen würde em Zustand geschaffen, der dem Bürgerkriege nahe käme.
— An der Debatte betheiligten sich wiederholt Abgq.
v. Stumm und Bebel, sowie Abgg. Hirsch, ” (f-f ) (Su,g.). Die Berathung
des Etats der Reichseisenbahn-Berwaltung wird morgen fortgesetzt.
Berlin, 12. Februar.
* Bezüglich der neue« Anleihe« kann als sicher be- trachtet werden, daß dreimal mehr gezeichnet worden ift, als zur Zeichnung aufgelegt worden war. Das ist gegenüber den Ergebnissen der im vorigen Jahr stattgehabten Zeichnungen auf die damals an den Markt gebrachten Anleihen ein bescheidenes Resultat. Jetzt Men anstatt 340 Millionen Mark 1020 Millionen Mark gezeichnet fein; damals wurden anstatt 450
17 Milliarden gezeichnet. Aber damit ist noch mchts zu Ungunsten der jetzigen Zeichnungserqeb- msse bewiesen. Der Subskription auf die heimischen Anleihen war damals die Subskription auf die fran- i — y
Rente vorangegangen. Das glänzende Resultat Frhr. v. erurnm unö Bebel wir ber Zeichnungen auf die Rente war von Paris aus Schrader (frf) und Sinaer OSnil der Welt als ein Triumph des französischen National- > W ,und ,Singer i^Soz.) reichthums und des französischen Patriotismus verkündet worden. Mau fühlte sich demgegenüber hier zu einem gewissen außergewöhnlichen Aufgebot aller bereiten Kräfte veranlaßt; man behandelte den Subskriptionsakt als eine Art nationaler Mach,probe. Dazu war auch der Spekulation und dem Spiel durch die sehr beträchtliche Differenz zwischen dem damaligen Course der alten dreiprozentigen Anleihen und dem normirten Zeichnungspreise ein ganz außerordentlicher Anreiz ae- wahrt. Der Sensationseffekt ist nicht ausgeblieben, aber ebensowenig em gewisser trübseliger Zustand, der gewöhnlich allzu heftigen Gefühlswallungen folgt. Die Zeichnungen waren überwiegend spekulative. Von den gezeichneten Beträgen wurde nur ein Bruchtheil als «nloge aus dem Markt genommen. Der weitaus größte Theil der Anleihesummen war nicht untergebracht, be- tgsSSSs | BSsSRpaw» baffir bieten, daß die Papiere in der Thai nur dem zur Auszahlung gekommene Summe Zmsgenuß und nicht der Spekulation dienen werden, f.....-Mlunggerommene summe
l°8: B. von Seiten großer öffentlicher Kassen. Das wurde schon ins Gewicht fallen. Das Privatkapital soll ebenfalls sich bei den Zeichnungen betheiligt haben, 2$eFr nicht IN besonders umfangreicher und lebhafter Weise. Allerdings ist gegenwärtig auch mit schlechten Zetten und durstigen Erwerbs-Verhältnissen zu rechnen. Zu hoffen ist, daß das Publikum später die wünschens- werthe Sympathie für die heimischen Anleihen bethä- tlgen wird. ^n dieser Hoffnung haben wohl auch auqen-
,einem^roße Reihe von Bankfirmen sich mit beträchtlichen Vorräthen von den neuen Anleihen ver- sehen. Die Börsenspekulation selbst hat zum Glück dies-
! Bt werden. Das Auf und Ab des Börsenspiels ist nur MUMZZI aESESS
SS®;:1®®5® des Abgeordneten- * Cleve, 10. Febr. Der Metzger Bllscbboss
I ------»s-s
"chen Veränderungen nach dem Regierungs-Entwurf angenommen.