19. Jahrgang
Freitag, den 12. Februar1892
Ein Gpfer der Wcht.
Roman nach dem Französischen des Xaver Didier
von H. von Remagen.
(23. Fortsetzung.)
Das Resultat dieser Ueberlegung war, daß Francis in einem Augenblicke ebenso surchtsam wurde, a!s er vorhin stürm sch gewesen war. Er sürchtete, indiskret gewesen zu sein und sich durch seine Hitze lächerlich gemacht zu haben. Das Blut schoß ihm daher in's Gesicht, und indem er sich zur Thüre wandte, sagte er ruhiger :
„Wirklich, Fräulein Florence, Ihre Tante hat Recht; ich fürchte, Ihnen einen schlechten Begriff über meinen Geisteszustand beigedracht zu haben."
„Da! siehst Du nun, er erkennt es selbst an!" rief Fräulein Aglae.
Francis sah sie an, ohne zu wagen, Protest zu erheben. Aber an der Thürfchwelle fand er seine Ruhe wieder, und ehe er das Zimmer verließ, suchte er die Art zu si «den, wie er am besten seine Stellung als Heirathskandidat aufrecht erhielte, die er auf so ungewöhnliche W ise eingeleitet hatte.
„Ich ünerlasse das F ld den Z'ff rn und der Rechenkunst," sagte er, „den augenblicklichen Herren der Situation, und behalte mir das Recht der Jnter-
SozialdemoKratie und Gigenthum.
Bortrag des Hrn.Gymnasial-Oberlehrers Pfrs. H. Breitung, gehalten im kaufmännischen Verein zu Fulda am 3. Februar b. I.
Um einen Einblick in die Haltlosigkeit der sozialistischen Bestrebungen zu gewinnen, haben wir uns neulich einmal über eine der einschlägigen Fragen unterhalten; wir haben die Forderungen »er Sozialdemokraten bezüglich der Arbeit kennen gelernt, haben «ns die Begriffe „Arbeit, produktive, rentable, soziale Arbeit Har gemacht und dav it war auch schon das Programm der Sozialdemokraten in Bezug auf diesen Punkt als unberechtigt gekennzeichnet; denn auch Anstrengung der Geisteskräfte muß Arbeit aenannt werden; auch Geistesarbeit kann foziale Arbeit fein' ebenso ist dieselbe aus dem Gebiete der Produktion nicht zu entbehren; sie hat ja die immense Arbeit der mechanischen und chemischen Betriebe erst möglich und nutzbringend gemacht. — Heute nehmen wir einen andern Punkt zum Gegenstand unserer Erörterung, und zwar denjenigen, um den sich bei dem sozialen Streit so ziemlich Alles bewegt, ich meine die Frage über das Eigenthum. t _ ... . „
Wir haben neulich schon den Grundsatz des Engländers Proudhon gehört: „Eigenthum ist Diebstahl." Das ist nun ein Khr kurzes und deuiliches Credo der Kommunisten. In dieser schroffen Form lassen sich einstweilen die Führer unserer deutschen Sozialisten nicht vernehmen, in der That stimmen aber auch ste diesem Glaubensartikel zu. Wenn sie nämlich das Prwateigen- thum einstweilen noch bestehen lassen, so erkennen ste als zu Recht bestehend bloß den Privatbesitz von Verbrauchsgegenständen, nicht aber von produktiven Gütern an. — Sie unterscheiden also 1)Verbrauchsgegenstände, Konsumtiv- Güter — solche Gegenstände, welche zur Deckung der Lebens- Bedürfnisse erforderlich sind, also Alles, was dem Menschen zu Nahrung, Kleidung und Wohnung, zu Genuß und Vergnügen tzient Alle hab n das Recht auf ein menschenwürdiges Dasem «nd können deshalb alles dazu Nothwendige von der Gesammt- heit, vom Staate, fordern; dieser liefert aus seinen Vorräthen alle' Verbrauchsgegenstände, den Arbeitsfähige jedoch nur nach vorausgegangener körperlicher Arbeit. Diese zum persönlichen Bedarf erforderlichen Dinge sind das ausschließliche Eigenthum des Einzelnen. — Dagegen müssen 2) alle Produktivgüter, alles Werth Erzeugende, wie Grund und Boden, Waldungen, alles Arbeitsmaterial und alle Arbeitswerkzeuge, wie Maschinen, Fabriken u. s. w. als Gemeingut der Menschen, als Staatseigen- thum betrachtet werden; der Einzelne hat kein Recht, dieselben mit Ausschluß der Anderen für sich zu besitzen und auszubeuten.
Bevor wir diese in manchen Punkten noch recht nebelhaften Pläne des Sozialismus einer näheren Prüfung unterziehen, ver- theidigen wir von vornherein die Berechtigung des Privateigen- thums auch über die Grenzen des persönlichen Bedarfs an Ber- brauchsgegenständen hinaus und stellen den Satz auf: Das Privateigenthum ist im Naturrecht begründet. — Um diese Behauptung zu beweisen und seststellen zu können, was in dieser Hinsicht Naturrecht ist, müssen wir uns den Menschen losgelöst denken von den Rechtssphären, in welchen wir jetzt leben, also namentlich außerhalb eines Staates. Diese Vorstellung gibt uns den richtigen Begriff von Den Rechten, die in der Natur begründet sind. Einzelne Men'chen und Familien gab's eher als Staaten. Mußte schon vor jeder Staatenbildung der Einzelne Recht auf Privateigenthum haben, fo gehört dasselbe zu den natürlichen Rechten des Menschen, welche durch die staatliche Gesetzgebung nicht aufgehoben, sondern höchstens soweit, als es das gemeinsame Wohl nothwendig macht, modisizirt und umgrenzt werden können. . , ..,.
Denken wir uns also, es wurden eine Anzahl Schiffbrüchige auf eine unbekannte, unbewohnte und herrenlose Insel verschlagen; dieselbe bietet ihnen den nöthiaen Lebensunterhalt, und da durch Jahrzehnte kein Schiff in die Gegend kommt, so sind die Leute genöthigt und auch in der glücklichen Lage, sich dort einigermaßen einzurichten. Wie werden sich da die Verhältnisse gestalten? Wird da, ohne staatliche Gesetzgebung, bloß unter Beachtung des Naturrechtes, der Einzelne Eigenthum, vielleicht auch einen gewissen Reichthum ansammeln können?
Jeder Mensch hat ein natürliches Recht auf sein Leben und
die Leistungen der Industrie zum Nachtheile für die Gejammt - heit bei etwaiger Verstaatlichung zurückgehen. 3) Auch wäre die Maßregel der Verstaatlichung aller Produktivgüter unpraktisch, weil undurchführbar. Mit dem natürlichen Streben der Menschen nach Privateigenthum ist ganz vernunftgemäß das Streben nach Herstellung und Besitz solcher Mittel verbunden, mit denen man sich Eigenthum erwerben und vermehren kann. Es würde darum bei Verstaatlichung der Produktivgüter nicht ausbleiben, daß Viele trotz des Verbotes ihre Werkzeuge und kleinere Maschinen behielten und di, selben vor dem Auge der vom sozialen Staate anzustellenden Maschinenschnüffler verbergen. Die Maßregel ließe sich höchstens bezüglich der Fabriken, der Bergwerke und größerer mit viel Geräusch arbeitender Maschinen durckführen.
Wie kommen denn aber, so wird man fragen, die Sozialisten zu einer fo ungerechten, unklugen und undurchführbaren Forderung? - „Es läßt sich nicht leugnen, daß in unserer heutigen Gesellschaft große Uebelstände bestehen. Während die Mehrzahl des Volkes, zum Theil trotz regelmäßiger, anhaltender Arbeit es zu keinem eigentlichen Wohlstand bringt, wächst das Vermögen Einzelner massenhaft an; die kleinen Arbeiter ringen um's tägliche Brod/ die Großkapitalisten ersticken fast tm Fett; ihr Geld trägt ohne Mühe und Arbeit ihnen reichliche Frucht ein.' Diese und ähnliche Sätze bilden das Morgen-, Abend- und Tischgespräch und die stete Klage bei den Sozialisten.
Ob und in welchem Umfang jene Sätze wahr und diese «kkgen berechtigt sind lassen wir einstweilen dahin gestellt fein; hören wir, wie der Sozialismus diesen Uebelständen abhelfen will. — Das Losungswort lautet: „Die Macht des Kapitals muß gebrochen werden; denn die heutige kapitalistische Produktion ist eine schreiende Ungerechtigkeit, sie ist eine Ausbeutung der Arbeiter Seitens der Kapitalisten. Darum weg mit allem Privateigenthum an produktiven Gütern; nur Verbrauchsgegenstände dürfen dem Einzelnen belassen werden; alle Produktion dagegen muß der soziale Staat in die Hand nehmen". Ja meine Herren, wenn die kapitalistische Produktion einfach eine Ungerechtigkeit ist, dann verdient ste wohl, dah ihr der Hals fo bald als möglich gebrochen werde. Allein ich dächte, diese schwere Anklage gegen unsere Produktionsweise verdiente auch erst klar bewiesen zu wcrden.— „Der Beweis," sagen die Sozialisten, „ist längst in unwiderleglicher Weise geführt, namentlich durch Karl Marx und andere Koryphäen der sozialistischen Wissenschaft." — Wohlan, io lassen wir uns durch K. Marx, den vielgerühmten Denker, belehren und hören wir, wie er die Sache barstellt in seinem Buch „Das Kapital", das von den Sozialdemokraten rote eine heil. Schrift verehrt wird. .
Marx erörtert zunächst, was Gebrauchswerth uud Tauschwerth einer Sache ist. Besitzer solcher Gegenstände, die einen allgemeinen Gebrauchswerth haben, tauschten einen Theil derselben gegen andere Gebrauchsgegenstände um, an denen sie Mangel hatten, z. B. Fischer ihre Fische oder Thran gegen Brodirucyt, Holz gegen Wolle. Bei diesem Uebergang von einer Hand in die andere erhielten die Gegenstände außer dem Gebrauchs- noch einen andern Werth, nämlich den Tauschwerth. Nicht alle Gebrauchsgüter werden ja gleich hoch geschätzt, in Folge dessen mußte man für ein bestimmtes Quantum eines Gutes vielleicht ein viel größeres eines anderen geben; für ein Pfund Holz erhält man noch kein Pfund Wolle. Aus dem Wege des Verkehrs entstand so allmählich ein fester Tauschwerth für die einzelnen Gegenstände, die nun Maaren wurden. Nachdem man eine bestimmte Waare, das Gold und Silber, als das allgemein giltige Maß angenommen hatte, auf welches man alle Tauschwerthe zurückführte, entstand das Geld als Tauschmittel und Werthmesser zugleich, und die Waare erhielt als Ausdruck ihres Tauschwerthes einen gewissen Preis. — Was bestimmt nun den Preis einerWaare? Nichtsanderes alsder Aufwand von Zeit, welche der Mensch bei nor- malerThätigkeitzurHerstellungeinesGebrauchs- gegenstandes verwendet, oder mit anderen Worten: D t e Menge b er in einer Waare auf g e sp eich er ten Ar- beitskrast. — (M. H. Merken wir uns diesen Satz! — Marx erklärt nun weiter:) — Der gewöhnliche Gang der Waaren- zirkulation ist der, daß Jemand seine produzirt: Waare verkauft und für das gelöste Geld wieder andere Waare kauft, welche er zum Leben nöthig hat. Bei diesem einfachen Austausch von plötzlicher Helle an ihrem Gerste vorüber, und ein Thrärienstrom folgte — und löschte dies Licht aus für immer. .
„Wenn man Fräulein Raymond heißt, betrathet man nicht!" sagte sie mit Gewalt, ohne zu wissen, daß sie laut sprach.
„Ach Tante," seufzte Florence, „ich werde mich defsen erinnern wie $>u!"^
Andern Morgens wurde der Notar Cormois durch Fräulein Florence Raymond um eine Unterredung auf seiner Amtsstube geberen. Sie hatte, wie das Gesetz es vorschreidt, den Rechenschaftsbericht ihres Vormundes, eines alten Arztes in Paris, bei sich, der zu krank war, um selbst herüberzureisen. Sein Mandat hatte sich übrigens auf einige Förmlichkeiten beschrankt, und die Großjährigk-it des jungen Mädchens entband ihn nunmehr von aller fernem Verantwortlichkeit.
Florence setzte dem bestürzten Notar sehr klar und einfach auseinander, daß sie Grange-Verte heute noch zum Verkaufe ausschreiben lassen, und die Renten, in bereit Besitz sie kürzlich erst gelangt war. veräußern wolle. Es wäre nutzlos, zu versuchen, sie von ihrem Vorhaben abzubringen, da dieser Entschluß, den zwingende Familienrücksichten ihr dcktirt hätten, unwiderruflich sei.
Fräulein Aglae, die dieser Unterredung beiwohnte,
damit auch auf bie ©egenftänbe, welche zur Erhaltung bes Lebens notbwenbig sind; das leugnet auch der Sozialismus nicht. — Mithin darf der Menfch sich von herrenlosem Gute nehmen, was zu seiner Bekleidung, zu seiner Ernährung, zu feiner Unterkunft nöthig ist. Andere dürfen ihn im Besitze diefer Dinge nicht stören, wenn sie nicht ein durch die Natur selbst gegebenes Recht verletzen wollen; ja einen etwaigen Besitzstörer dürfte man mit Gewalt znrücktreiben — auch damit sind die Sozialisten wohl em- verstanden. — Nun aber die Frage: Darf der Menfch auch über das gegenwärtige Bedürfniß hinaus Gegenstände sich aneignen? Auch dazu berechtigt die Natur; denn 1) findet der Mensch nicht zu jeder Zeit in der freien Natur die Produkte, deren er gerade bedarf, z. B. im Winter, oder in unfruchtbaren Jahren; er muß fomit zur Zeit der Reife und des Ueberfluffes sich Borrath anlegen, und Niemand darf ihm diesen Vorrath wegnehmen; 2) kann der Mensch nicht zu jeder Zeit arbeiten; es gibt Zeiten der Krankheit, der Kraftlosigkeit; in den Tagen der kräftigen Gesundheit soll er, darauf weist ihn die Natur hin, sammeln für die Zeit des Alters und der Krankheit; das muß er um fo emsiger thun, wenn er eine Familie und darin Personen hat, welche zeitweilig erwerbsunfähig sind, z. B. Kinder aus eine ganze Reihe von Jahren. 3) Die Natur liefert uns ihre Erzeugnisse zum größten Theil nicht in der Form und in dem Zustande, wie wir dieselben verbrauchen können; wer einem herrenlosen Naturprodukte durch seine Arbeit die Form gibt und es so in einen brauchbaren Gegenstand verwandelt, der hat ein Recht auf diese Frucht seiner Arbeit. Es ist deshalb von Natur aus Unrecht, ein Kunstwerk, ein Geräthe, eine Wohnung, ein Kleidungsstück, das Jemand sich angefertigt hat aus Stoffen, die nicht einem Andern gehören, demselben wegzunehmen, auch wenn er dasselbe nicht gerade zu feinem Bedarf nöthig hat. Auch dieser Satz, daß der Mensch ein Recht auf die Frucht seiner persönlichen Arbeit habe, ist eine von den Sozialisten ost betonte Wahrheit.
Fixiren wir nun, bevor wir weiter gehen, das Ergebmß unserer seitherigen Erörterung, so haben wir die Sätze: 1) Dem Naturrecht zufolge kann der Mensch Privateigenthum erwerben; 2) das Privateigenthum dars an Umfang die Grenze des gegenwärtigen Bedürfnisses überschreiten; es ist 3) auch nicht auf Gegenstände des eigenen Verbrauchs zu beschränken.
Damit fällt aber eigentlich schon die Folgerung, welche der Sozialismus aus der Unterscheidung der Güter in konsumtive und produktive zieht. Denn einmal, wenn Jemand sich Ber- brauchsgegenstände über das wirkliche Bedürfniß aneignen darf, (und wie kann das Quantum bestimmt werden, das er nicht überschreiten dürste) so ist ein beträchtlicher Theil seines Besitzes eigentlich kein könsümtives Vermögen, da er selbst es ja nicht verbrauchen kann. Sodann aber hat der Mensch gewisse produktive Güter nöthig, um die erforderlichen Verbrauchsgüter sich aneignen zu können, und deshalb ein natürliches Reckt auf den Besitz derselben. Wer wollte wohl der ersten Culturstufe denjenigen, welcher sich eine Steinaxt zurechtgeschliffen, oder eine Angel oder eine Harpune angefertigt hat, für verpflichtet erklären, diese Werkzeuge der Gesellschaft abzuliefern? Sie sind ohne Zweifel sein persönliches Eigenthum. Ebenso ist auf der zweiten Culturstufe der Boden, welchen Jemand urbar gemacht, umgegraben und bepflanzt hat, als dessen Eigenthum zu betrachten, und es wäre Verletzung des natürlichen Rechts, wenn ein anderer ihn von demselben vertreiben wollte. Gerade so sind aber dann auch bei der jetzigen Culturentwickelung die Werkzeuge, Maschinen und bergt, produktive Güter, die Jemand erfunden oder hergesiellt hat, wenn er dazu nicht fremdes Material verwendet, fein ausschließliches Eigenthum nicht das der Gesellschaft oder des Staates.
Was ist sonach vom Verlanaen des Sozialismus nach Verstaatlichung von Grund und Boden, von Expropriation von Maschinen, Fabriken und überhaupt allen sogn. produktiven Gütern zu halten? Eine solche Maßregel wäre 1) ungerecht; denn es wäre eine Umstürzung des natürlichen Rechts der Menschen; 2) wäre sie sehr unklug und dem Gesammtwohl nachtheilig; denn im Privatbesitz wird der Grund und Boden besser ausgenützt, werden Maschinen und andere produktive Güter sorgfältiger behandelt als im Staatsbetriebe; das dürfte Jcdem der offene Augen und Gelegenheit hat einen Einblick in verschiedene Branchen kommunaler oder staatlicher Produktion zu thun, klar sein. Und darum würden die Erträge des Bodens, vention vor, wenn dieselben ihre Aufgabe erfüllt haben. Dann kommt meine Stunde."
Er gtüßte und zog sich fast ebenso zeremoniell zurück, wie er es bei einem gewöhnlichen Besuche gethan haben würde.
Er hatte zehn Minuten- gebraucht, um von la Milliöte nach Grange-Verte zu gelangen, aber er brauchte fast zwei Stunden, um von dort in seine Wohnung zurückzukehren. Und die Vögel, die keineswegs seine Jagdflinte zu scheuen hatten, hörten fein freudeerregtes Selbstgespräch.
Sobald die beiden Frauen allein waren, umarmten und küßten sie sich, ohne ein Wort zu sagen. Der Ausdruck der Tante war der eines tiefen Mitleidens; derjenige der Nichte der einer entschiedenen Energie.
Die Tante hatte soeben Alles das erkannt, was sie bisher nicht im Herzen Florences geahnt hatte, diese geheimen, theueren Gefühle, die selbst ein Mutterherz häufig nur mit Mühe herauszufinden im Stande ist, und der Kopf brannte ihr bei der unwillkürlichen Erinne'ung an ihre einstmals dem Familienunglück zum Opfer gebrachten gleichen Gefühle. Wie la-ge war das schon vorüber! — Sie war also auch einmal geliebt, gesucht worden, vielleicht verlobt g> wesen? Es hatte also eine Zeit gegeben, wo sie nicht so gegen das Heirathen eiferte? Ihre ganze Vergangenheit zog in
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