wenigstens zunächst eine Erweiterung der durch diese Vorlage gewährten Konzessionen, namentlich auch auf das iu Mühlen lagernde Getreide. — Abgg. Dr. Brömel (frf.) und o. Vollmar (Soz.) sprachen sich in gleichem Sinne aus. — Abg. Frhr. v. Heereman (Centr.) befürwortete Berücksichtigung der Mühlen im Westen, ebenso Abg. Buhl (nat.-lib.). — Abg. Menzer (kons.) erklärte, daß die Konservativen, trotz mancherlei Bedenken, der Vorlage zustimmen würden, nicht aber einer weiteren Ausdehnung derselben. — Gegen die Vorlage sprach nur Abg. v. Münch (Demokc.), der davon eine größere Schädigung der Landwirlhschaft, als von den Handelsverträgen befürchtet. — Dann wurden die einmaligen Ausgaben des Postetats unter Ablehnung einiger Forderungen für Dienstgebäude genehmigt. — Abg. Münch (frf.) rügte dabei die luxuriöse Aufführung der Postdienstgebäude, während Abg. Stöcker (kons.) öffentliche Gebäude in edlerem Style aufgeführt wissen wollte. — Der Etat der Reichsdruckerei wurde debattelos angenommen. — Morgen 1 Uhr: Anträge
* Der neue Erzbischof von P o s e n - G n e s e n hat einen Hirtenbrief erlassen, in dem es u. A. heißt: „Das erhabene Beispiel, das Leo XIII. der ganzen Welt von der Höhe des Felsens Petri dadurch bietet, daß er sein großes Kreuz im Glanze solcher Tugenden durch so große Weisheit in seinem so ehrwürdigen Greisenalter leuchten läßt, seine segnende Hand flößen uns in den Aengsten und Schwierigkeiten unseres Amtes Muth und Kraft ein. Eine andere Quelle unserer Zuversicht finden wir im großmüthigen Herzen unseres Allergnädigsten kaiserlichen Herrn, der seine Regierung mit großen gesetzgeberischen, aus dem Grunde der Nächstenliebe erwachsenden Werken kennzeichnet, und der auch in dieser Wahl, die so unerwartet unsere Person getroffen, bekundet, daß sein Herz alle Unter» thanen seines Reiches ohne Unterschied der Nationalität umfaßt. Es äußert sich aber darin auch sein volles Königl. Vertrauen, daß wir es verstehen werden, mit der Liebe und Treue eines Jeden für seine Nationalität, die Anhänglichkeit und Treue für den Königlichen Thron zu verbinden. Die edle Auffassung unseres Allergnädigsten kaiserl. Herrn von einer höheren Aufgabe der Religion und der Kirche, als bloß eines Mittels der jeweiligen politischen Richtung, stützt unser Vertrauen, daß das kirchliche Leben unter seinem Scepter sich ruhig entwickeln wird, und daß Alles was für die Pflege und Förderung dieses Lebens noth- wendig erscheinen sollte, sowohl seine Anerkennung, als auch seinen hohen Schutz finden wird. Dann behandelt der Erzbischof die dem Glauben drohenden Gefahren. Wenn auch die Zahl der Feinde des Glaubens in der Diözese Gnesen-Posen bisher nicht groß ist, so sei doch eine Abnahme der frühern so warmen Anhänglichkeit an den Glauben zu bedauern, und die Folgen für das praktische christliche Leben bleiben nicht aus. „Unter verschiedenen Gestalten zieht auch schon vom Westen und Osten der Sozialismus ein“, dessen „Boten den Glauben als das vermeintliche Hinderniß des irdischen Glückes zu untergraben wagen", obwohl „gerade unser h. Glaube jeden Menschen unfern Bruder nennt, ihm das Recht auf unsere Liebe gibt und verlangt, daß die Liebe sich in Werken offenbare". Gleichzeitig bringt in die Welt die stetig wachsende Verachtung alles dessen, was Christus von den Pflichten gegenüber der weltlichen Obrigkeit lehrt. Weiter bespricht der Hirtenbrief die besonderen Schwierigkeiten, welche die konfessionelle und nationale Mischung innerhalb des Umfanges der Diözese mit sich bringt.
* Zum Xantener Knabenmorde wird der,Germania'
wöhnt, ohne lange Umschreibung auf dieselben in der allerkategorischsten Weise zu antworten.
„Madame, sagte fie, ich setze voraus, daß es meine Nichte Florence ist, oer sie die Ehre schenken, jenes kostbare Gut an sie anknüpfen zu wollen."
„Ganz Recht, mein Fräulein. Seit mein Sohn in dem süßen Traume einer Verbindung lebt, die seine und meine Wünsche frönen würde, bin ich zu der Ueberzeuguug gelangt, die einem Mutterherzen nahe liegt, daß ohne Fräulein Florence Raymond das Glück und die Zukunft meines Sohnes Gustav für immer zerstört sind."
„Für das Glück Ihres Herrn Sohnes will ich hoffen, daß Sie übertreiben, Madame; und ich will dies um so lieber annchmen, als meine Nichte gerade die bestimmt ausgesprochene Absicht hegt, sich nie zu Der» heirathen." — Frau Fabries wechselte die Farbe.
„Aber mein Fräulein", sagte Frau Fabries, „mein Sohn ist Advokat, hat Talent und genießt die höchste Achtung; er besitzt ein Vermögen, daß sich allerdings nicht mit dem von Fräulein Raymond vergleichen läßt, das sich aber zeigen darf; außer seinem väterlichen Erbtheile, das sich auf sünfzigtausend Franken beläuft, bekommt er nach meinem Tode hunderttausend Franken."
„Ich bitte Sie, Madame, lassen wir die traurigen Ziffern bei Seite; der persönliche Werth Ihres Herrn Sohnes wird ja schwerlich durch dieselben erhöht, während der Entschluß meiner Nichte nicht im Entferntesten dadurch erschüttert werden kann."
„Dann erlauben Sie wenigstens, mein Fräulein, Sie zu bitten, der jungen Dame meinen Antrag zur Erwägung zu unterbreiten.“
von wohlinforrnirter Seite geschrieben: Durch gemeinschaftlichen Beschluß des Untersuchungsrichters und der «Staatsanwaltschaft ist der Beschuldigte Buschoff ans der Haft entlassen worden. Ein Gerichtsbeschluß liegt noch nicht vor. Es ist also immer noch Hoffnung vorhanden, daß das Ergebniß der Untersuchung imöffent- lichen Gerichtsverfahren zur Darstellung gelangen wird. Das wäre dringend zu wünschen im Interesse der Beruhigung der naturgemäß entstandenen Aufregung und insbesondere auch deshalb, weil nur eine öffentliche Klarstellung falsche und übertriebene Gerüchte auf das richtige Maß zurückzuführen vermöchte. Sollte aber das Gericht seiner Ueberzeuguug gemäß zu einem auf Einstellung des Verfahrens lautenden Beschlüsse gelangen, dann wird unserer festen Ueber- zeugung gemäß hiermit die Sache noch nicht zum definitiven Abschlüsse gelangt sein; wir hoffen vielmehr zuversichtlich, daß die verfolgende Behörde angewiesen werden wird, durch Einlegung der zulässigen Rechtsmittel die Angelegenheit auch zur Entscheidung der höheren Instanzen zu bringen. Vorläufig muß jedenfalls die Entscheidung der Gerichte abgewartet werden. Inzwischen ist, wie der „Xantener Bote' meldet, am vorigen Freitag der Kommissar des Justizminsteriums in Begleitung des Oberstaatsanwaltes von Köln und des Ersten Staatsanwaltes von Kleve in Xanten eingetroffen.
Ausland.
* Wien, 19. Jan. Schon wieder hat das Haus Habsburg den Verlust eines seiner Angehörigen zu beklagen. Der Erzherzog Karl Salvator von Toskana ist gestern (Montag) im Alter von 52 Jahren an der Lungenentzündung in Folge von Influenza gestorben. (Der verschollene Erzherzog Johann Salvator (Johann Orth) war ein Bruder des Verblichenen.) — Im österreichischen Abgeordnetenhause wurde gestern die Debatte über die Handelsverträge geschlossen. Der heutige Dienstag soll die Gesammtabstimmung bringen.
* Der schweizer Nationalrath bewilligte einstimmig die für Kriegsbereitschaftszwecke geforderten Kredite von 71/2 Million Franken.
* Rom, 19. Jan. Um Uebertreibungen vorzubeugen, meldet man der „Köln. Volksztg.' aus Rom, Papst Leo habe einen ganz leichten Influenza-Anfall. Nach etwas unruhiger Nacht ist heute Mittag gesunder Schlaf eingetreten. Die Sache ist vorläufig ohne jede Gefahr.
* Ein römisch-katholischer Kongreß soll in C h i c a g 0 bei Gelegenheit der Weltausstellung stattfindeu. Aus St. Louis wird darüber mitgetheilt, daß in einer dort stattgefundenen Berathung der Bischöfe mit dem Kardinal Gibbons der von dem Bostoner Komitee entworfene Plan gutgeheißen wurde. Danach soll jede Diözese 60 Tage vor dem Zusammentritte des Kongresses 10 Abgeordnete ernennen und ferner ein Abgeordneter für 25,000 Glaubensgenossen ernannt werden. Abgeordnete aller Universitäten, Akademien und Kollegien haben gleichfalls Zutritt. Auf dem Kongresse sollen besonders sozial-ökonomische Fragen, wie dieselben in der Encyklika des Papstes zur Besserung der Lage der Lohnarbeiter angeregt worden sind, besprochen werden. Ein Komitee, aus zwei Erzbischöfen und Bischöfen bestehend, soll gemeinsam mit einem Laien- Komitee die erforderlichen Vorbereitungen treffen.
MdL, Proviry und DachdargMtt.
Fulda, 20. Januar.
* In der ersten Nummer des Jahrgangs 1892 unseres „Kirchlichen Amtsblattes' wird der hochwürdigen
„Das verspreche ich Ihnen um so lieber, Madame, als ich im Voraus weiß, daß der Erfolg Ihnen auch nicht den Schatten eines Zweifels über das lassen kann, was Sie soeben von mir vernommen haben."
„O bitte, lassen Sie mir eine Hoffnung."
„Es würde weiser sein, von heute ab darauf zu verzichten. Sehen Sie, Madame, Sie scheinen eine ausgezeichnete Mutter zu sein und daher werden Sie ihrem Herrn Sohne sagen, daß er nicht mehr an diesen Heirath denken solle, — er erspart sich dann nutzlofen Kummer und fruchtlose Bemühungen."
Indem sie diese nicht mißzuverstehenden Worte sprach, machte Taute Aglae eine halb verabschiedende Bewegung, welche die Besucherin vollkommen verstand; sie stand aufrichtig betrübt auf, mit nassen Augen und sah schon im Geiste die Szene voraus, die es bei ihrer Rückkehr zwischen ihrem Sohne und ihr geben sollte; aber es gebrach ihr an Muth, weitere Vorstellungen zu machen, so sehr hatte die Kürze und Trockenheit der Weigerung des alten Fräuleins auf sie gewirkt. __________________________ (Forts, folgt.)
Der Influenza-Erreger.
In der soeben ausgegebenen Nr. 2 . der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift' werden „vorläufige Mittheilungen über die Erreger der Influenza" veröffentlicht. Dieselben rühren, wie bereits nach der letzten Sitzung der Gesellschaft der Chariteeärzte berichtet wurde, von den Herren Pfeiffer, Kitasato und Canon her. Die beiden Erstgenannten haben ihre Versuche in der von Herrn Geh. Rath Robert Koch geleiteten Anstalt für Erforschung der Ursachen von ansteckenden Krankheiten ausgeführt. Die iu der genannten Wochenschrift wiedergegebenen Berichte enthalten lediglich eine Wiederholung des in der Sitzung der Chariteeärzte Gesagten. Hiernach find also nach der Behauptung des Herrn Pfeiffer in allen Fällen von Influenza eigenartige stabchensör-
Geistlichkeit der Diözese Fulda u. A Folgendes zur Kenntnißuahme gebracht:
„Der hochwürdige Seelsorgsklerus hat zwar jedenfalls schon Kenntniß genommen von dem vor wenigen Tagen erschienenen sozialdemokratischen Flugblatte: „An alle Arbeiter, Handwerker, Bürger und Bauern des Wahlkreises Fulda, Gersfeld und Schlüchtern!", in welchem die Prinzipien des Umsturzes gegen die kirchliche und staatliche Gesellschaftsordnung in unverhüllter Form vorgetrageu werden. Nichts destowrniger glauben wir auch unsererseits noch besonders auf dieses Manifest aufmerksam machen au sollen, da aus demselben für jeden, der sehen und hören will, die Größe der Gefahr sich abermals ergibt, daß sozialdemokratische Ideen und damit unabsehbares Verderben mehr und mehr auch unter unserem bis jetzt noch gläubigen und allen rechtmäßigen Obrigkeiten treu gehorsamen katholischen Volke Eingang finden. Wir überlassen die hiergegen erforderlichen Maßnahmen der Klugheit und dem Eifer der hochwürdigen Seelsorgsgeistlichkeit; möchten jedoch bei diesem Anlasse nochmals dringend empfehlen, das gemeinsame Hirtenschreiben des hochw. preußischen Episkopats vom August 1890 — Diözesanamtsblatt vom 11. Oktober 1890 Nr. 17 — und mehr noch die Encyklika unseres heiligen Vaters Leo XIII. „Herum novarum" vom 15. Mai 1891 über die Arbeiterfrage — Amtsblatt vom 15. Juni 1891 Nr. 5 — in Predigt und Christenlehre, wie in den katholischen Vereinen mehr und mehr zum Gemeingute des katholischen Volkes werden zu lassen."
In derselben Nummer des ,Kirchl. Amtsbl.' wird ein Verzeichniß der für den Afrika - Verein deutscher Katholiken in der Zeit vom 17. Februar 1891 bis inkl. 8. Januar 1892 aus der Diözese Fulda eingegangenen Gaben veröffentlicht, dieselben betragen in Summa 866 M. 58 Pf.
* lieber bie gesetzlichen Strafen für Hinterziehungen von Steuern und falschen Steuer-Erklärungen u. s. w. enthält das neue Einkommensteuer-Gesetz folgende Bestimmungen :
Wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben Über sein steuerpflichtiges Einkommen macht oder solches verschweigt, sei es in der Steuer-Erklärung selbst oder bei Beantwortung der von zuständiger Grelle an ihn gerichteten Fragen, wird mit empfindlichen Geldstrafen bestraft. — Der Mindest - Betrag derselben ist 100 Mark, er beträgt, wenn eine Verkürzung des Staates dabei stattgefunden hat, den 4—10 fachen Betrag der wirklichen Verkürzung, wenn eine solche noch nicht bewirkt ist, den 4—10 fachen Betrag der Jahressteuer, welche hinterzogen werden sollte. — Wenn dem Steuerpflichtigen hierbei die Absicht der Hinterziehung gefehlt hat, und dies aus den Umständen zu entnehmen ist, so tritt eine Geldstrafe von 20—100 Mark ein. — Straffrei bleibt jeder Steuerpflichtige, welcher, ehe eine Anzeige erfolgt oder eine Untersuchung eingeleitet ist, an zuständiger Stelle seine Angaben berichtigt, ergänzt, resp. nachholt unb bie vorenthaltene Steuer rechtzeitig entrichtet. — Neben diesen Strafen wird die hinterzogene Steuer eingezogen. — Die Verpflichtung zur Nachzahlung hinterzogener Steuer verjährt erst in 10 Jahren seit demjenigen Steuerjahre, in dem bie Hinterziehung geschah unb geht auf bie Erben über. Diese Letzteren haften aber nur 5 Jahre lang unb nur auf Höhe ihres Erbtheils. — Unbeitreibliche Geldstrafen werden in Haft umgeroanbelt. — Wirb bie Geldstrafe in ben genannten Fällen nicht freiwillig bezahlt, so steht den Gerichten die Strafverfolgung wegen der strafbaren Handlungen (meistens Betrugt, deren That- bestand vorliegt, zu.
Die Frist zur Einreichung der Steuer-Erklärung geht bekanntlich heute, Mittwoch, den 20. Januar, Abends zu Ende.
* Die Nachrichten, daß die kgl. Staatseisenbahnverwaltung beabsichtige, in umfangreichem Maßstabe Ersparnisse im Betriebe herbeizuführen, bestätigen sich. Die Eisenbahn-Betriebsämter im rheinisch-westfälischen Jndustriebezirke haben der .Köln. Ztg.' zufolge Anweisung erhalten, sich bei den Zechen nach der Höhe der gezahlten Arbeitslöhne zu erkundigen, da mah beabsichtige, eine Ermäßigung der Löhne der Bahn- ar beit er eintreten zu lassen. Es sind auch den Be- triebsämtern die gewünschten Nachweise von den Zechen gegeben worden; da aber die Zechenlöhne erheblich höher stehen als die der Bahnarbeiter, so dürfte eine Herabsetzung der Bahnarbeiterlöhne wohl schwer durch- zuführen sein. — Ebenso hat die Eisenbahndirektivn
mige Kleinlebewesen (Bacillen) in bem ausgehusteten Auswurf gefunben worden. Diese Stäbchen sinb in reinen, also mit keiner anberen Lungenerkrankung vermischten Jnfluenzafällen in absoluter Reinkultur unb in ungeheurer Menge nachweisbar. Diese Influenza-Erreger können in bas bie Luströhrenästchen umgebende Gewebe einbringen, sogar bis zur Oberfläche bes Rippenfells gelangen. Ihr Besund hält gleichen Schritt mit bem Krankheits- Verlauf unb die Stäbchen verschwinden mit dem Aufhören des eitrigen Auswurfs. Daß man diesen Krankheitserreger nicht schon früher gefunden, lag nach der Angabe des Herrn Kitasato i» der überaus großen Schwierigkeit der Züchtung. Besonders umständlich war es, ben Hustenauswurf, aus welchem die betr. Züchtungen gemacht werden sollten, von allen den massenhaften Verunreinigungen durch Kleinlebewesen, welche aus der Mundhöhle stammen, zu befreien. Herrn Koch gelang es, solch' ein Verfahren, das indessen noch nicht veröffentlicht ist, zu ersinnen. Mit Hilfe dieser Untersuchungsmethode ist Herrn Kitasato die Reinkultur der Influenza-Erreger unmittelbar aus dem Husten- auswnrs möglich geworden. Die einzelnen Kulturen sind so außergewöhnlich klein, daß sie leicht übersehen werden können; sie blieben stets von einander getrennt und diese biologische Eigen- thümlichkeit unterscheidet sie von allen übrigen bisher bekannt gewordenen krankheitserregenden Bakterien. Auf Glycerin-Agar hat Herr Kitasato Reinkulturen bis in das zehnte Geschlecht bereits gezüchtet. Er hat diesen außerordentlich charakteristischen und leicht zu- erkennenden Bacillus außer bei Influenza nie zu Gesicht bekommen, trotzdem er seit langer Zeit den Hustenauswurf Tuberkulöser auf alle darin neben dem Tuberkelbacillus vorkommendcn Kleinlebewesen mit dem Mikroskope und durch Reinkulturen untersucht hat. Herr Canon vom Moabiter Krankenhause hatte, wie ebenfalls bereits mitgetheilt, das Blut von Jnfluenzakranken untersucht und „in fast allen Fällen einen und denselben Mikroorganismus darin gefunden." Er hält diesen Befund für derartig charakteristisch, daß der mikroskopische Nachweis jenes Erregers bie zweifelhafte Diagnose auf Influenza zu sichern vermochte. Tie Gleichartigkeit dieses int Blute vorhandenen Kleinlebewesens mit jenem von Herrn Pfeiffer im Hustenauswurfe von Jnfluenzakranken gefundenen und von Herrn Kitasato in Reinkulturen gezüchteten Influenza-Erregers wurde durch He-rn Geh. Rath Robert Koch festgestellt.