feinen.
* Der Ausstand in Ycmcit soll jetzt wirklich beendet sein und zwar durch den Ersatz der Hauptstadt von Jemen, Sana, durch die Türken, welche Schlacht als wahre Schlächterei gemeldet wird, da den Ge- sangenen auf leiben Seiten kein Pardon gegeben wurde.
Zladt, Provinz und Nachbargebiei.
Fulda, 7. Januar.
Wohnungen zu erblicken, tausendmal wähnte er ganz in seiner Nähe Lichtblitze zu sehen, — jedesmal, wenn er an dem betreffenden Orte angelangt war, fand er sich getäuscht.
So verronnen Stunde um Stunde. Die Kräfte des Armen standen auf der Neige; der letzte Schluck Wein, den er in einem Fläschchen bei sich geführt, war genommen. Müde sanken die Lider auf die Augen, schlaff hingen die Arme herab, die Schritte verlangsamten sich. Es wurde dem Jüngling schwer zu denken, seine Sinne verwirrten sich. ' . ,
Aber noch immer schleppte er sich weiter über die lautlose Schneefläche. Da endlich brach er zusammen. Unter einem Baume sank er auf die Kniee. Ein kalter Schauer schüttelte seine Glieder, er fühlte sich erstarren. Einen langen, innigen, bittenden Blick schickte er zum sternflimmernden Himmel empor, ein kurzes Stoßgebet rang sich aus der gequälten Brust los, — dann schlossen sich seine Augen, die Gestalt knickte zusammen, das Haupt lehnte wie leblos an dem Baumstamme.
Allein der gütige Vater im Himmel ließ sein K'.nd nicht zu Grunde gehen. Ein paar Minuten mochte Wilhelm in dumpfer Betäubung da gekniet haben, als mit einem Male helle, langgedehnte Laute an seln Ohr schlugen. Wie von einem Zauberstabe berührt, hob sich plötzlich das müde Haupt ves Jünglings; die Glieder reckten sich empor, als ob ein elektrischer Strom sie durchzuckt hätte, starr, fast geisterhaft blickten die Augen nach der Richtung, aus der ihm die Töne entgegenquollen. Dieselben wurden heller, bestimmter, kein Zweifel, es war ein Glöcklein, das seinen Ruf über das weite Winterfeld erschallen ließ, es war das Mettengeläute, das die Gläubigen zur mitternächtlichen Christfeier zusammenrief. (Schluß folgt.)
der Knabe Lehrling, Ostern wird der Lehrling Geselle und Ostern wird oer Geselle Meister. Angemessene Zelt vorher beginnt er die setbstgewaylte Arbeit. Alle diese Meisterstücke und ebenso die Gesellenstücke der Lehrlinge — werden zur Hauptstadt eures Regierungsbezirks hingesandt, in weicher asio jede Opern Gewerbeausstellung ftattfindet. Die Prüfungskommission besteht aus erfahrenen Meistern anderer Regieruugs- bezirke. Diese unterziehen die verschiedenen, nur mit einem Abzeichen versehenen Gegenstände einer fachmännischen Krmk und prädiziren dieselben. Der dem Abzeichen (z. B. Nummer) entsprechende Namen des Verfertigers steht in einem del anderen bis nach der Prüfung durchaus geheim gehaltenen Buche, so daß jeoe Parteilichkeit ausgeschlossen ist. Uever die ge- lieferte Arbeit wird ein Zeugniß ausgestellt, und nur eine genügend befundene Arbeit berechtigt dazu, Geselle bezw. selbstständiger Meister zu werden.
* Die Verhandlungen wegen Ankauf der ostpreußischen SÜddahn sind dem ,Graudenzer Geselligen' zufolge wieder ausgenommen.
* Heute sind es gerade 100 Jahre, daß der früher schon ui Ansbach und Bayreuth bestandene Rothe Adler- ordeu auf den preußischen Staat übertragen worden ist.
* In Schlesien geht, wie der ,Post' milgetheitt wird, das Gerücht, daß gegen den Landtags-Avgeord- nelen Grafen Limvurg-Sttrum, der, früher Unterstaatssekretär und lange Zen vertretender Leiter im Auswärtigen Amte, als Gefandter zur Disposition gestellt worden ist, eine Disz iptin ar-Untersuchung eingekitet worden sei. Es handle sich dabei um einen Artikel gegen die Handelsverträge, den Gras Limburg, jetzt einer der Führer her konservativen Partei im Av- geordnelenhause, am 14. Dezember v. I. unter Nennung feines Namens in der ,Kreuzzeitung' veröffentlicht Hal.
* Bei der Reichstags-Stichwahl in Hildesheim waren bis heule für den naiionalliveraleu Kandidaten Sander 7646, für den Centrumskandidatm Bauermeister 6756 Summen gezählt. Aus 41 Ortschaften liegt dos Wahlergebnitz noch nicht vor.
Austanö.
* Die Schweizer Bundes - Versammlung ist zur Ratifikation der neuen Handelsverträge auf den 18. Januar einberufen worden. Der Bundesrath hat wegen der mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn vereinbarten Handelsverträge eine Botschaft an die Bundes-Versammlung gerichtet, deren Kernpunkt ist, daß die neuen Vereinbarungen als annehmbar empfohlen j werden, wenngleich es nicht gelungen fei, für schwerwiegende Interessen eines ziemlich großen Thetles der Schweizer Export-Industrie größere Erleichterungen zu erwirken. „ , r,
* Die französische Deputirtenkammer hat den Gesetzentwurf, betr. die Entschädigung unschuldig Verurth eilt er angenommen.
* Paris, 4. Jan. In Amerika sollen Spuren des Nihilisten Padlewski, der in Paris den russischen General Seliverstow ermordete, entdeckt sem. Die französische Regierung veranstaltet Recherchen.
* Die internationale Sanitälskonferenz wurde Dienstag durch den Grafen d'Arco in Venedig eröffnet. 15 Staaten sind durch 30 Delegirte vertreten. Graf d'Arco wurde zum Präsidenten gewählt. Das Bureau setzte sich aus 3 italienischen und 3 ausländischen Sekretairen zusammen.
* Die unruhigen Bewegungen unter den Fiaker- Kutschern in Rom haben zu einem allgemeinen Streik geführt. 40 Verhaftungen wegen Ordnungsstörung stad
Jubelfeier der katholischen Männergesellschaft MN. denken. Möge sie auch dieses Ziel glücklich erreichen.
* Nach Beendigung der WcihnachtSsenen hat der Unterricht in den hiesigen Schulen mit dem heutigen Tage wieder begonnen. Den Kindern unsercs Nachbardorfes Neuen berg, welche bisher die hiesigen Volksschulen besuchten, blieb dieser wette Gang von heute ab erspart, da die Einweihung des neuen Schul- Hauses heute Vormittag in Neuenberg stattfand. Wir erhalten darüber soeben folgenden Bericht:
Heute Morgen fand die feierliche Eröffnung der neuerrichteten Schule zu bteuenberg statt Nach einem in der Kirche um 8 Uhr gehaltenen Amte zogen die Kinder und deren Eltern unter Absingung des Liedes „Komm hl. Geist zum Schulgebäude. Daselbst hatte sich als Vertreter des Herrn Landrath Fliedner Herr Kreissekretar Kohler einaelunden Herr Domkaplan Rübfam begann Adern christlichen Gruße: „Gelobt sei Jesus Christus" die Feier im Auftrage des Herr Dompfarrers S ch m 111. Nachdem der Schulsaal eingeweiht war, verbreitete sich Herr Rübsam in einer längeren Ansprache über die drei Faktoren, welche nächst Gott, dem Urquell aller Weisheit, harmonisch zusammenwirken müssen, soll der Unterricht ein gedeihlicher sem. Er wendete sich an die Kinder, bereit Eltern und zuletzt an Herrn
* Am gestrigen Dreikönigstage beging die katholische Mäanergesellschaft M. N. ihr 25. SiiftungSsest. Des Vormittags wurde sür die Mitglieder des Vereins ein feierliches Hochamt auf dem Frauenberge celedrirt. Des Abends 6l/2 Uhr verfammelte man sich in ben mit den Büsten des Papstes und Kaisers geschmückten Sälen der „Harmonie" zu einem Festmahle, welches zur Freude der zahlreich Anwesenden durch die Gegenwart Sr. Gnaden unseres Hochwürdigsten Herrn Bischoss Joseph ausgezeichnet wurde. Während in den vorausgegangenen Jahren die Zahl der Gedecke durchschnittlich 60 betrug, zählte man Deren diesmal über 80. Auch mehrere geistliche Herren beteiligten sich an Der Feier. Unter den Gästen befanden sich viele Mitglieder des Kaufmännischen Vereins. Für wackere Festmusik sorgte unsere vor Kurzem wiedererstandene städtische Kapelle. Das Präsidium des Festabends übernahm Herr Gymnasialdirektor Dr. Göbel als Mitbegründer und erster Präsident der Männergesellschafi M. N. Zu Beginn des Mahles richteten Sr. Bischöflichen Gnaden eine längere Ansprache an die Festversammlung, welche in einem begeistert aufgenommenen Toaste auf Se. Heiligkeit Pupst Leo XIII. und Se. Maj. Kaiser Wilhelm II. endigte. Der Hochwürdigste Herr gmg in seiner Ansprache von der Erinnerung aus, daß er am Dreikönigsabend de» Jahres 1888 gelegentlich der Abschiedsfeier in Wiesbaden mit einer telegraphischen Begrüßung seitens der Männergesellschast M. N. erfreut worden sei und daß dieses Telegramm die damalige Festversammlung zu einem „Hoch Fulda" veranlaßt habe. Dann schilderten Se. Bischöflichen Gnaden die Bedeutung der katholischen Männervereine sür unsere Zeit mit dem besonderen Hinweis, daß auch die Männergesellschaft M. N. an den Verdiensten dieser Vereine theilnehme und daß sie gewiß auch in der Gegenwart wie in der Zukunft ihre Kräsie für das von ihr seither erfolgreich Ange- ftrebte einfetzen werde. Der zweite Präsident des M. N., Herr Gymnasial-Oberlehrer Pfarrer Breitung sprach I dem hochwürdigsten Herrn Bischof den Dank der Ver- fcnnntlunQ für bic fyulbüoQc unb ctjreiibe SJettjeilicjunij am Feste aus mit der Bitte, Se. Gnaden möchten diese huldvolle Gesinnung der Männergesellschaft M. N. auch fernerhin treu bewahren. In das auf Se. Bischöflichen Gnaden ausgebrachte dreimalige Hoch stimmien die Anwesenden kräftig ein. Hierauf begrüßte das dritte Vorstandsmitglied des M. N. Herr Kaufmann L. Halb- leiv die zahlreich erschienenen Gäste in einem längeren Trinkspruche, doch würde es zu weit führen, wollten wir den Inhalt dieses fowie der übrigen Toaste auch nur in Kürze erwähnen. Der jetzige Präsident der Männer- aes llschaft M. N, Herr Kaufmann Robert Kircher toastete auf Herrn Gymnasialdirektor Dr. Göbel als feinen ersten Vorgänger, während letzterer wiederum derjenigen Herren gedachte, die nach ihm das Präsidium inne hatten. Derr Sattlermeister Richard Atzert von hier feierte den gestrigen Gedenktag in einem vom Präsidenten Borge» Menen und sehr beifällig aufgenommenen Gedichte, welches zu einem Hoch aus seinen Verfasser Anlaß gab. Namens der Gäste sprach Herr Rechtsanwalt Gegen- baur der Männergesellschast M N. den Dank Jur die Einladung zum Feste aus und trank auf 'hr ferneres Wachsen und Gedeihen. Nachdem noch der Redakteur ds Bl auf den katholischen Klerus und Herr Sub- regens Prof. Dr. Hillenbrand auf die kath. Presse getoastet, hatte die Reihe der Trinksprüche thr Ende erreicht. Die Feststimmung war mittlerweile eure ganz vorzügliche geworden, wozu Küche und Keller der Harmonie-Wirthin, Frau Krisch, nicht das Wenigste beitrugen. Mit der vollen Besriedigung, das 25. Stis- tunqssest der Männergesellschast M. N. in der würdigsten und schönsten Weise begangen zu haben, trennte man ». - früher Stunde. Nunmehr wird man । an den Vereinsabenden zuweilen von dem wohl ge-
* Zum bulgarisch-französischen Zwischenfall bereitet die bulgarische Regierung eine Denkschrift über die _
Ausweisung Chadourne's vor, welche erweisen soll, daß sich erst m die getroffenen Maßregeln durchaus noihwendig waren, an den^«in^^ unb on bie goldene
Die Meldung, wonach Ribot in einer an die bulgarische | srotirnieraeiefficbaft M. N.
R gierimg gerichteten Note die Zurücknahme der Ausweisung Chadourne's verlangt und gleichzeitig erklärt hätte, er werde, wenn Bulgarien von der Pforte zur Gewährung der geforderten Genugthuung nicht verpflichtet werden sollte, die Intervention der Berliner Signatnrmächte anrufen, wird vom französischen Minister des Auswärtigen, Ridot, selbst für unbegründet erklärt.
• Mit der Lösung der äghptifchra Frage scheint s jetzt doch Ernst werden zu sollen. So wird auswärtigen Blättern wenigstens aus London gemeldet: Gerüchten zufolge sind die Pourparlers behufs einer enbgiltigen Lömng der ägyptischen Frage weit vorgeschritien. Die Zustimmung der Kabinete von Berlin. Wien und Rom soll sich Salisbury durch Verträge gesichert haben. Dagegen sollen sich die Regierungen von Paris und Konstantinopel prinzipiell ablehnend verhalten. Man ist der Ansicht, daß das stolze — und schlaue Albion gar nicht daran denkt, sich gütlich aus Aegypten zu ent-
etue große, wichtige Spanne Zeit. Wenn wir von unserm Lebensmaße die Vorbereitungszeit der Jugend und die Ruhezeit des Alters abrechnen, wie verzweifelt wenige Vollkraft-Jahre bleiben uns dann übrig? Wahrlich, mit solchen Raritäten darf man nicht verschwenderisch umgehen. In den wenigen Jahren voller Leistungsfähigkeit (20 sind schon viel und 30 ein Vorzug!) sollen wir Proben unserer Tüchtigkeit ablegen, Die als Unterlage für eine ganze Ewigkeit im Jenseits brauchbar sind. Da heißt es die Hande regen, die kostbaren Augenblicke nutzm.
Betrachten wir das neue Jahr als ein Arbeits- Jahr. Und zwar ohne j.ben Seuszer. Denn jeder gesunde Mensch muß bei richtiger Ueberlegung sich sagen, daß die Arbeit das beste Vergnügen auf Er-
Deutsches Keich.
Berlin, 6. Januar.
* Am hiesige» Hofe finden im Laufe des diesjährigen Karnevals folgende Festlichkeiten statt: Sonntag 17. Januar: Feier des Kröuungs- und Ordens- festes. Montag, 18. Januar: Kapitel des hohen Ordens vom Schwarzen Adler. Donnerstag, 21. Jan.: Cour Mittwoch, den 27. Januar: Geburtstag des Kaisers. Mittwoch, 3. Februar: Großer Ball im Königlichen Schlosse. Mittwoch, 17. Februar: Klemer Ball im Königlichen Schlosse und endlich am Dienstag, ben 1. März: Großer Ball im Königlichen @$*^2>er russische Botschafter in Berlin, Graf Schuwa- loff, der lange Jahre diefen Posten bekleidet hat und sich in hiesigen diplomatifchen Kreisen allgemeiner Beliebtheit erfreut, wird demnächst seinen hiesigen Posten verlassen. Man glaubt, daß Gras Schuwaloff für den Posten eines Generalgouverneurs in Moskau große Aussicht habe. Vorläufig ist aber der Großfürst Sergius als Generalgouverneur von Moskau am Ruder, und wenn auch Gerüchte über den Rücktritt dcs Letzteren im Umlauf sind, so sind dies doch eben nur Gerüchte, die der Bestätigung bedürfen.
* Dem Reichstage ist die Uebersicht der Ausnahmetarife deutscher Eisenbahnverwaltungen zugegangen, welche die Begünstigung der Ausfuhr deutscher Kohlen und des Wettbewerbs inländischer und ausländischer Kohlen bezwecken. . .
♦ Der deutsche Junstentag tritt im lausenden ^ahre in Graz zusammen.
* Die Forderung der Handwerker nach Einführung des Besähigungs - Nachweises wird in einer Zuschrift an die ,Krenz-Ztg.' wie folgt, spezialisirt: Wir Denken uns die AusbilDung eines Hankwerkers folgendermaßen : Nach der Entlassung aus der Schule tritt der junge Mensch bei einem Meister in die Lehre. Als Lehrling wird er in straffer Zucht gehalten, z. B. das Herumliegen in Wirthshäusern, das Rauchen auf der Straße, vor allem aber der Besuch von Tanzböden sind nicht gestattet. Solche Vergnügungen können 15—18jährige junge Leute höchstens verderben. Man denke nur wie streng — und mit vollem Rechte! den Schülern höherer Lehranstalten diese Dinge verboten sind.' Nach Beendigung macht der Lehrling sein Gesellenstück. Dann wandert er nun auch auswärts bis zur Militärz-it. Nach Beendigung der Dienstzeit geht er wieder auf die Wanderschaft, sagen wir, bis zum 26 Jahre. Dann wird er zur Anfertigung des Meisterstückes zugelassen. Ostern wird