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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, /^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthansgasse 21.)

M 285. Samstag den 3. December 1859.

Drb^ Inserate, welche den folgenden Tag nach der Aufgabe im Jntelliaenzblatte erscheinen sollen, werden, bei herannahendem Weihnachts­feste, Vormittags von der Expedition erbeten.

Ueberbliek -er Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 3. December. (Zur Situation.) Die ministerielle Preußische Zeitung bringt einen Brief aus Kiel, der über die wahre Absicht bei dem Plan der dänischen Regierung, die Verfassungsfrage durch eine gemischte Commission von Mitgliedern des Reichsraths und der holsteinischen Stände berathen au lassen, ein richtiges Wort aus­spricht. Scheinbar kommt Dänemark dem Anspruch Deutschlands, daß die beiden Nationalitäten in der dänischen Monarchie gleichberechtigt sein sollen, entgegen, denn jene Commission soll ja zu gleichen Theilen aus holsteinischen und aus Reichsrathsmitgltedern bestehen. Näher betrachtet kommt es aber den Dänen nur darauf an, die Anerkennung Deutschlands für die Einverleibung Schleswigs zu erhalten. Von Schleswig ist nämlich bet diesem neuen dänischen Project gar nicht mehr die Rede, sondern dies Herzogthum wird einfach zu dem Staat gerechnet, der durch den Reichsrath repräsenttrt wird, und diesem Staate gegenüber steht Holstein. Das wäre denn allerdings die schönste Anec- kennung des „Dänemark bis zur Elder", die sich denken ließe. In Holstein sowohl wie auch anderwärts in Deutschland wird man aber die Falle wohl merken. Nach deutscher Auffassung besteht ja die Gesammtstaatsverfaffung von 1855 nicht zu Recht, und nur auf Grund dieser Verfassung existirt der ReiLsrath. Wollte man Seiten Deutschlands mit diesem verhandeln, so würde man ihn und damit auch die Gesammistaatsverfassung anerkennen, d. h. der Bundestag müßte seine bisherige Stellung aufgeben, wenn er den Vorschlag der dänischen Regierung in Betreff jener gemischten Commission, annehmen wollte. — Der Plan zur Würzburger Zusammenkunft gehörte ursprünglich dem sächsischen Minister von Beust an, der die Ausführung der bayerischen Regierung überlassen hatte. Ostensibel sollten die Mittel- und Kleinstaaten sich nur über die schwebenden Fragen, den kurhessischen Verfassungsstreit, die Bundesmilitärorganisation und dergleichen verständigen; aber man irrt wohl nicht, wenn man als den wahren Zweck den Versuch betrachtet, zu einer engeren Vereinigung der deutschen Regierungen neben den beiden Großmächten den Grund zu legen. Es kenn nicht oft genug gesagt werden, wie wichtig es ist, daß derartige Versuche gemacht und ungestört bis zu Ende geführt werden; denn so gefährlich sie gerade in diesem Augen­blick dem Auslande gegenüber sein mögen, es gibt doch kein anderes Mittel die Trias-Idee