(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
der freien MM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
M 283. Donnerstag den 1. December 1859.
D^^^ Inserate, welche den folgenden Tag nach" der Aufgabe im Intelliaenzblatte erscheinen sollen, werden, bei herannahendem Weihnachtsfeste, Vormittags von der Expedition erbeten.
Ueberblick der Greignifse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, L December. (Zur Situation.) Wir lesen in der „Elberfelder Zeitung" von London aus: „In der letzten Zeit hebt man von gewisser Seite mit dem größten Eifer die Wahrscheinlichkeit eines Conflictes zwischen England und Frankreich hervor. Daß ein solches Ereigniß eine gewaltige Wirkung auf das alterkränkelnde Europa haben würde, ist gewiß; es leuchtet also ein, daß Diejenigen, denen es daran liegt, die öffentliche Meinung in steter Angst zu erhalten, höchst intecesstrt dabei find, dieses Factum als eine Wirklichkeit dem Publikum darzust llen. Es möchte nicht schwer sein, die Cabinette, die zu dieser Klasse gehören, aufzufinden. Ein einfacher Blick in die „Frankfurter Postzettung" läßt errathen, daß man in Wien es vielleicht nicht ungern sehen würde, das französische Cabinet in eine solche, allerdings ernsthafte, Verwicklung hineingezogen zu wissen. Niemand hat vergessen, d>ß O sterreich in den frühern Napoleonischen Kriegen sich, stets auf Englands Flotten und Englands Subsidien zu stützen pflegte. Es wäre ihm nicht unangenehm, eine Wiederbolung dieser Allianz herzustellen. Selbst der langjäbrige Hader gegen Lord Palmerston würde aufhören, wenn sich England zu einem solchen politischen Fehler hergeben würde. D -s deutsche Publikum hat aber Einsicht genug, seine Meinung und seine Geschäfte nickt durch ein solches Preßmanöver bloßstellen zu lassen; es findet nebenbei auch in der Geschichte tausend Gründe, nicht an einen solchen englisch.französischen Conflict zu glauben. Als England während der französischen Revolution und des ersten Kaiserreichs Krieg gegen Frankreich führte, so geschah es, um die geographische, Alles überwältigende Vergrößerung Frankreicks zu verhindern. Ein Jnselvolk wie das brtttische, vermochte nicht zuzug-ben. daß alle Häfen von Europa, von den Mündungen des Cataro bis zum Ausflusse der Elbe in französischer Gewalt bleiben sollten. Es lag auf der Hand, daß eine solche Centralistrung in kurzer Z-it, wenn nicht störende Kriege auf dem Continente selbst stattgesunden hätten, diesem letzteren die bisherige maritime Superiorttät von England in die Hände gespielt haben würde; es war also ein Kampf aus Leben und Tod. Heute sind aber die Verhältnisse ganz verschieden. Antwerpen und Lissabon sind in den Händen von Cobargischen Prinzen, die Gruppirungen