Einzelbild herunterladen
 

Juteltigenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

....... .............. .

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Dienstag den 25. October

1859

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 25. October. Die spanischen Colonien in Nordafrika sind in dem geographischen Wissen vieler unserer Leser wohl ein ziemlich dunkler Punkt. In diesen Tagen jedoch hört man, daß die Königin Isabella sich anschickt, Marocco den Krieg zu erklären, wobei vermuthlich jene Colonien die Operationsbasis bilden wer­den und vielleicht Spanien die Gelegenheit benutzt, sich dort mehr auszubretten. Es sind dieser Colonien oder Prestdtos (Waffenplätze) vier. Die östlichste ist Melillah,^zwi­schen dem Ausfluß des Muluvych und dem Kap Tres Forcas gelegen, nur wenige Stun­den von der zu Algerien gehörenden Stadt Tlemcen und etwa 36 Meilen von der spani­schen Hafenstadt Almeria. Nach Westen folgt Al Bucemas, ein Fort auf einer Fel­senklippe vor der Bai Mezemmah. Dann das Prefidio Pennon de Velez dela Camera, südlich von Malaga, ebenfalls auf einer Felseninsel. Endlich Ceuta, Gibral­tar gegenüber. Der Zweck dieser Colonien, deren keine mehr Gebiet, wie die Kanonen ihrer Forts bestreichen können, umfaßt, ist, als Verbannungsorte für spanische Verbrecher zu dienen, eS sind kleine, starke, fast uneinnehmbare Festungen oder vielmehr Felseuburgen. Meltllah ist nach Ceuta der größte und angenehmste spanische Ort auf dieser Küste, die Hitze ist jedoch im Sommer sehr stark und die Bewohner sind auch im Frieden von allem Verkehr abgeschnitten; außer dem monatlich einmal von Malaga kommenden Postdampfer legt kein anderes Schiff hier an. Die Bewohner bestehen daher fast lediglich aus der Besatzung und Verbrechern, erstere besteht aus 800 Mann, letzterer gibt es gegen 1500. Den Befehl führt ein Oberst, der zugleich als Civilgvuverneur fungirt. Die Hauptwerke deS Platzes stammen aus dem vorigen Jahrhundert und sind neuestens verstärkt; reichliche Quellen versorgen ihn mit gutem Trinkwasser. Der Hafen ist klein, ziemlich sicher, sedoch

ästens verstärkt; reichliche vtquigcu um n«««* V!-" *r »"in, ziemlich sicher,

von sehr geringer Tiefe. Die Umgegend ist wohlbebaut, get> eidereich und hat ergtevlge Bleigruben. Al Bucemas ist 15Meilen vonMelillah entfernt,dient als VerbomnungS- ort für besonders schwere Verbrecher, deren gegen 100 hier sind, während die Garnison 300 Mann stark ist. Diese Jnselfestung beherrscht den Ausgang der Provinz tm Innern erhebt sich ein starkes Castell. Da eS keine Brunnen gibt, so muß man sich an Cisternenwasser begnügen, welches jedoch wohlschmeckend und kühl ist. Die Garmjon l mehr beschränkt und beaufsichtigt, wie in den übrigen Prestdios, da früher hrer- »e Meuteret stattaefunden hat und die Meuterer zu den Franzosen^ gestoh Pennon de Velez liegt auf einer Insel, welche durch eine 3200 f^^, Batterien vom Festlande getrennt ist. Das Zeughaus, sowie eine Pulverfabrik sind d ch