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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt. zC^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, f£js|^^^

und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. ( Ww"

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(Expedition: am Geistpförrchen, SchlachthauSgasse 21.)

JK 240, Dienstag den 11. October 1859.

Abonnements auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die frankfurter Nachrichten werden täglich zu ermäßigtem Seme- ßer-Preife von der Expedition angenommen.

Ueberblick der Greigniffe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 11. October. Das laufende Jahr hat in der Geisterwelt viele be­deutende Verwüstungen angerWet. Noch klingt in allen empfänglichen Gemüthern der Schmerz nach über den Verlust der größesten und erhabendsten Erscheinungen unter den Helden des Geistes, Humboldts, da der Tod schon ein neues Opfer aus der kleinen Ge­meinde der Auserwâhlten uns entrückt. Karl Ritter, den man unbedenklich den größten Geographen aller Zeiten und aller Völker nennen darf, ist dieser Tage in Be.lin entschlummert, nachdem ein mehrwöchentliches Leiden die Besorgniß um den großen Forscher in allen Kreisen wachgerufen hatte. Als Begründer der Wissenschaft, welcher er sein großes reiches Leben widmete — er hatte bereits am 7. August d. I. seinen achtzigsten Geburtstag ge­feiert — wird er unter allen civilisirten Völkern einer fortzeugenden Dankbarkeit genießen. Als einer der vollkommensten Menschen, welche unter den Sterblichen wandeln, wird sein Andenken in Aller Erinnerung fortleben, welche jemals die ewig heitere und zufriedene Erscheinung deS Mannes erblickten, auch wenn ihnen keine nähere Berührung mit ihm vergönnt war. Für feinen Geist gab es keinen unbekannten Aufenthalt auf dem Erden- rund; er hatte alle geheimen Winkel des Erdballs erschaut, ohne daß er sein Studirzim- mer zu verlassen brauchte. Denn das ist das eigentlich Mysteriöse an dem großen Manne, daß er niemals größere Reisen, wenigstens nicht außerhalb Guropa's gemacht hatte, und doch an geographsschem Wissen selbst die Fachmänner der nie betretenen Länder überragte. Karl Ritter erwarb sich das Bürgerrecht der Gelehrten-Republik durch sein Werk: „die Erdkunde im Verhältniß zur Nation und Geschichte des Menschen," welches im zweiten Decenyium dieses Jahrhunderts erschien. Selbst überrascht von bem großartigen Eindruck, welches dieses zweibändige Werk in wissenschaftlichen Kreisen hervorgerufen und ihm sam das Patent als Entdecker der geographischen Wissenschaft eingetragen hatte, beschloß er bet der Ueberarbeitung für die zweite Aussage dieser großen That deutschen Geistes seit vielen Jahrzehnten, die Erweiterung des ursprünglichen Planes zu einer „Allgemeinen vergleichenden Erdkunde," welche auch seine Lebensarbeit bildete und die trotz der (W 8 Jahre, welche er ihr widmete, leider unvollendet bleibt. Er theilt hierin also das Schock-