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Intelligenz-Blatt der steten MM Frankfurt, „ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen StaatSbchöâ,^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Tetstpförtchen, SchlachthauSgassr 21.)

M 220. Samstag den 17. September 1859.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete -er politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, 17. September. Die „Kölnische Zeitung" bespricht die Antwort de- Grafen v. Schwerin, deS preußischen Ministers des Innern, auf die Stettiner Adresse. Das rheinische Blatt bemerkt darüber u. A.: „Die liberale Presse Preußens hat noch in dsr jüngsten Zeit wiederholt Gelegenheit gehabt, zu zeigen, daß sie ihre Aufgabe nicht da­rin erblickt, Alles gut zu heißen und zu verherrlichen, worunter ein liberaler Minister seinen Namen gesetzt hat. Um so unbefangener können wir aussprechen, daß das Schreiben des Grafen Schwerin allen billigen und vernünftigen Erwartungen entspricht. Manche heißblütige Unterzeichner der Eisenacher Erklärung werden damit nicht zufrieden sein. Es entspricht freilich nicht allen ihren Erwartungen. Wenn der dritte und vierte Punkt der in Eisenach am 14. August vereinbarten Erklärung lautet: „3) Zu diesem Zwecke ist et nothwendig, daß der deutsche Bundestag durch eine feste, starke und bleibende Centralre- gierung Deutschlands ersetzt und daß eine deutsche Nationalversammlung einberufen werde; 4) unter den gegenwärtigen Verhältnissen können die wirksamsten Schritte zur Erreichung dieses Zieles nur von Preußen ausgrhen; es ist daher dahin zu wirken, daß Preußen die Initiative dazu übernehme;" — so antwortet die preußische Regierung, eine schleunige Aenderung der deutschen Bundesverfassung sei dermalen nicht zu erlangen, und von Preu­ßen könnten unter den gegenwärtigen Umständen keine wirksamen Schritte zur Erreichung des Zieles ausgehen. Unter den gegenwärtigen Umständen sind weitergehende Anttäge im Schoße des deutschen Bundestages schön deßhalb nicht zu erwarten, weil sie, wie auf der Hand liegt, ganz unwirksam sein würden. Durch die Förderung der gemein­samen deutschen Interessen auf Gebieten, auf welchen sich praktische Erfolge hoffen lassen, durch die Stärkung der Wehrkraft des Vaterlandes, durch Befestigung ge­sicherter Rechtszustände auf dem ganzen Bundesgebiete, glaubt die preußische Re­gierung Deutschland im gegenwärtigen Augenblicke mehr zu nützen, als durch verfrühte Anträge auf Aenderungen der Bundesverfassung. Auf unmittelbaren Erfolg darf also die deutsche Bewegung nicht rechnen. Ist damit aber die Antwort der preußischen Regierung ablehnend, entmuthigend ausgefallen? Ist sie nichts weiter, als was die „Kreuzzeitung" darin erblicken möchte, eine „höfliche Beisette-Stellung der nationalen Wünsche?" Wer Augen hat, zu lesen, der lese! Die preußische Regierung erklärt, daß sie die nationalen Wünsche theile, daß aber die Zeit noch nicht gekommen sei, sie zu erfüllen. Anttäge auf Aenderungen der BundeSverfafflMg würden noch verfrüht sein. Damit sagt sie nur, was