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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Franksntter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgass« 21.)

M 218. Donnerstag den 15. September 1859.

Aeberblick -er Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 15. September. Die Handelskammer in Köln eröffnet ihren eben ausgegebenen Jahresbericht mit einigen Erörterungen aus dem Gebiete der hohen Politik. Dieselben sind nur bemerkenswerth durch einige Wünsche in Betreff der Preu­ßischen Heeresverfassung, welche durch die Erinnerung an die Mobilmachung hervorge- rufen wurden. „Wir verkennen nicht einen Augenblick," heißt es, „die Größe und Schön­heit der Idee, welche im Befreiungskrieg die ganze Nation zu den Waffen rief und die preußische Wehrverfassung auf die gleiche Wehrhaftigkeit aller Bürger gründete. Bei der bedeutenden Entwickelung, welche die Industrie des Landes seit jener Periode erfahren, bet der hohen, ja vielleicht decifioen Bedeutung, welch« die ungeschwächte Aufrechterhal­tung der produktiven Kräfte für die Staaten der Gegenwart hat; drängt sich indeß die Frage auf, ob jene, wesentlich auf die einfacheren Verhältnisse des AgrikulturstaateS bafi- rende Wehrverfassung für den Industriestaat nicht Mängel in sich birgt, welche ihre Vor­züge überwiegen; ob sie nicht die freie unbehinderte Aktion des Staates durch die Schwer­fälligkeit der Bewegung und durch die tiefen Störungen im wtrthschaftltchen Leben der Ration, welche jede Mobilmachung involvirt, namentlich in solchen Fällen hemmt, wo der Staat zu einer offensiven Kriegsführung veranlaßt wäre? Wir halten uns für verpflichtet, es auiszusprechen, daß jede Mobilmachung unseres Heeres den ganzen wtrthschaftlicheu Organismus unseres StaateS im Kerne angreift, daß sie eine gewaltsame Stockung der Produktion und dadurch bei enormem Kapital-Verluste relativ geringe finanzielle Leistungs­fähigkeit und sich in weiteste Kreise ausbreitende wirthschastliche Insuffizienz und Unbe­hagen im Gefolge hat. Wird erwogen, daß alle übrigen Großmächte, mit Ausnahme Preußens, in ihrer Militârverfassunz einem Systeme huldigen, welches wesentlich darauf berechnet ist, die produktiven Kräfte der Nation intakt zu lassen, daß dieselben daher, wie heute Frankreichs Beispiel zeigt, die Lasten des Krieges, und namentlich die einer um­fassenden Kriegsbereitschaft ungleich weniger empfinden, als Preußen, — so scheint es dringend geboten, die volkSwirthschrftpch-politische Wirkung unserer gegenwärtigen Heeres- Verfassung an der Hand der Erfahrungen, welche die Gegenwart bietet, einer umfassen­den Prüfung und entsprechenden Modifikationen zu unterwerfen." — An die Unter­zeichner der bekannten Stettiner Adresse ist nachstehende Antwort ergangen: „Berlin, 12. September. Se. königl. Hoh. der Regent, Prinz von Preußen , haben auf den Antrag des StaatSministeriumS geruht, die Aüerhöchstdemfelben von Ihnen überreichte