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Lntelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, »«rbnnden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M und dm Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthautgaffe 21.)

M 216. Dienstag den 13. September 1859.

Ueberblick -er Ereignisse im Gebiete der politische« un- materielle» Interessen.

Frankfurt, 13. September. Der volkswirthschaftliche Eongreß tagt seit gestern in unfern Mauern. Dr. W. A. Lette sagt unter Andern über denselben: Hervorgerufen zum Theil durch einen Gegensatz zu den gleichwohl anerkennungSwürdigen Bestrebungen für Abhülse wachsender und wett verbreiteter Verarmung und Entsittlichung der arbeitenden Klaffen, (in Belgien besonders und aus den von dort aus veranlaßten Wohlthättgkeits-Congreffen), entsprang vielmehr der volkswirthschaftliche Congreß den Gedanken deutscher Männer, daß es eine noch höhere, der Wissenschaft, wie der pEtschen Menschenliebe noch würdigere Aufgabe sei, alle BolkS- und Berufsklaffen zu fähigen und in dm Stand zu setzen, der Verarmung und Entsittlichung aus eigener «rast, in verständiger Selbsthülfe zuvorzukommen und entgegenzuarbeiten. Wie im vorigen Mre, so wird sicher auch in diesem die aus Männern verschiedener deutscher Länder, ver- ichtedener Lebens- und Berufsstellungen und selbst politischer Parteistandpunkte bestehende Versammlung in Einigkeit und gegenseitiger Verständigung auf dem parteilosen, neutralen Gebiete tagen, nämlich einerseits auf dem der wissenschaftlichen Erforschung und Ausbil­dung der für das wirthschaftliche Gedeihen der Staatsgesellschast im Ganzen, wie ihrer einzelnen Glieder heilsamsten Grundsätze und Einrichtungen, andererseits auf dem deS vorurthetlfreien Austausches praktischer Erfahrungen; — getreu der statutenmäßigen Aus­gabe, „den Bestrebungen und Vereinen zur Verbreitung und Anwendung richtiger Grund­sätze der Volkswirthschaft die Gelegenheit zu einem lebendigen persönlichen Austausche von Ansichten und Erfahrungen und ein Organ zur Kundgebung und Förderung dessen, was als richtig und nützlich anerkannt wird, zu verschaffen." Denn die hier und dort bestehenden spannen­den, ost feindseligen Gegensätze der Interessen im wirthschftlichen Leben von Staaten oder Be­rufsklaffen (Frechandel oder Schutzzoll, Gewerbefreiheit oder Zunftzwang u. s. w.) schweigen vor dem Ernste und der Würde einer geistigen Arbeit, welche damit befaßt ist, Hand in Hand mit ^‘lienf^aft und Erfahrung, die allgemeinen natürlichen und vernünftigen Gesetze zu erörtern, von deren Anwendung die wirthschaftliche Wohlfahrt deS Ganzen wie des Einzelnen abhängt. Auch dieser Congreß ist daher ein erheblicher Fortschritt auf derjenigen Bahn, welche die deutsche Wissenschaft, besonders im letztm Jahrzehnt, zum Heil des Volks betreten hat, indem sie von ihrer einsamen Höhe herabstieg, in die Mitte der praktischen Lebens- und Beruf Streife etnkehrte, sich mit der Sorge für deren geistige und leibliche Bedürfnisse erfüllte und gleichzeitig bestrebt ist, in jenen Lebens- und Berufskreisen selber die «rarbtiteten wissen-