MMWWMW
der freien Stadt Frankfurt, »erbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition; am Gelstpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
â 214. Samstag den 10. September 1859.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.
Frankfurt, 10. September. (Zur Frage der Gegenwart.) Zwei Verhältnisse sind es vor allen, in denen der Mensch sich der Nothwendigkeit bewußt wird «»Vaterland zu haben, eine Genossenschaft, die sich seiner gegen etwaige Angriffe von «ußen erfolgreich annimnit, wofern er nur seinerseits bereit ist, die Gemeinschaft zu derartigem Eingreifen für ihre Angehörigen n^ch dem Maß ihrer Kräfte in Stand zu setzen — «y sociales Verhältniß und ein individuelles Verhältniß. Unter dem letzteren meinen nur Fälle, in denen einer unserer Landsleute auf weiter See oder an fernen Gestaden Egener feindseliger Gewalt, sei es an seinem Leben, sei es an seiner Habe, ge« bedroht wird. In solchen Lagen empfindet es der Deutsche mit Schmerzen, ” sich zwar bei ihm daheim ganz gut leben lassen mag, in der Fremde aber ? besser ist, ein Däne oder ein Portugiese zu sein als ein deutscher Unterthan Er Fr eist ä dt er. Nun denn: werden diese Fälle nicht mit jedem neuen Faden ver- f c ., der Unternehmungsgeist deutscher Kaufleute und Fabrikanten im Auslande an- Ist es nicht eine besondere schwere Fessel dieses unschätzbaren Unternehmungs- geistcs, daß er in seine Rechnungen nicht die Gewißheit des Engländers oder des §ran= mitaufnehmen kann, daß, wo er sich auch befinden möge, eine mächtige Hand Mßind über sein Haupt gehalten werde? Allerdings haben sich die deutschen Rheder, ^chlffsbefrachter und Seefahrer in ihrer Roth nachgerade leidlich eingerichtet. Was ihnen "us der einen Seite fehlt, ersetzen sie auf der anderen durch gesteigerte Thätigkeit und -Vorsicht. Aber ein Nothbehelf ist kein definitiv befriedigender Zustand, und der Neid des deutschen Welt reisen den auf die Angehörigen anderer Nationen wird nicht eher schwinden, als bis der deutsche Name auf allen Oceanen und allen 6on« »nisten des Erdballs denselben imponirenden Erzklang hat wie der englische amerikanische. Unsere Seegeltung muß unserem Welthandel nach- ^achsen, wenn es auch nur um diesen dauernd gut bestellt sein soll. Das sociale ^hältniß, das den Menschen die Ex stenz eines Dinges wie die nationale , K n to’S Gedächtniß zurückzurufen geeignet ist, haben wrr kürzlich erst selbst «lebt und stecken mebr oder minder noch immer darin. Es ist die Bedrohung des Vaterlandes vurch äußeren Angriff, gleichviel, ob diese thatsächlich oder nur in d« Einbildungs- rrafr der Bedrohten vorhanden sei. Denn eben aus der Einbildungskraft entspringen die üblen Folgen des Verhältnisses. Furcht, sagt der Volksmund, lähmt. Wo der nächste