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Intelligenz-Blatt der freien MM Frankfurts verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten al« Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, DchlachthauSgasse 21.)

â 212. Donnerstag den 8. September 1859

®elb verschaffen sann. Nachdem die große Krists strömten den New-Iorker Banken wieder Deposit!

Ueberblick der (Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 8. September. Ueber die Gefahr einer herannahenden Krisis im nord- amerikanischen Handel bemerkt die „Deutsche allgemeine Ztg." in einem größ rn Artikel: »Folgende Mittheilungen können dazu beitragen, über die jetzige Sachlage zu orientiren. Der Kaufmann will Geschäfte machen, und dehnt sie um so weiter aus, je billiger er sich Geld verschaffen kann. Nachdem die große Krisis von 1857 allmälig überwunden war, strömten den New-Aorker Banken wieder Depositen in Menge zu. Aber die Kaufleute waren noch ängstlich und wollten sich nicht in weitgehende Speculationen einlaffen. Das Banken nicht passen, weil sie dabei keine glänzenden Geschäfte machten; sie 1 deßhalb die Speculation dadurch anzureizen, daß sie Geld in Menge auf Papier , ? ^ Liner Unterschrift und lange Fristen verliehen. Damit war der Anreiz gegeben, und die Darlehen der New-Vorker Banken sind auf diese Weise um acht Millionen Dol­lars über den höchsten Stand von 1857 gestiegen. Diese große Willfährigkeit der Banken stet zusammen mit dem schlechten Ausfall der Leipziger Messe und mit dem Ausbruch des Steges, bei dessen längerer Dauer für manchen Artikel in Europa voraussichtlich keine angemessene Verwendung war. Diese glaubten Fabrikanten und Importeure in den Ver- o mgten Staaten zu finden, und so gingen sie „ins Geschirr." Letztere hatten billiges zur Verfügung; viele Waaren stellten sich gleichfalls billig, weil der europäische Ver- lkU ger sie mit geringem, im Nothfall auch ohne Nutzen losschlug, um nur aufzuräumen und

£ leiten zu können; — was hinderte also, daß man Geschäfte machte? Allein diese "Geschäfte" sind so kolossal geworden, daß sich dabei in ein einziges Jahr zusammendrangte, was auf zwei Jahre hätte vertheilt werden sollen. Nun wird den Banken, vielleicht nicht mit Precht, der Vorwurf gemacht, daß von ihnen nicht etwa ein gesundes Geschäft unterstützt, rn zum unverständigen Wagen planmäßig aufgemuntert worden sei. In der ersten j e deS verflossenen Finanz-Jahres (30. Juni 1858 bis 1. Juli 1859) waren die Ein- ;?ren mäßig und brachten guten Nutzen; man war noch vorsichtig. Während der leeren W Monate machten sich die Wirkungen der Bank-xoansion fühlbar: enorme Waaremm- und starke Ausfuhren von Gold. Bis in den Apul hinein lag das Geld wie Blei

war kaum anzubringen; die Bankbeamten ließen es überall ausbieten, munterten so 11 » b^culattonen auf, und gaben es gern, wie schon gesagt, auf Papiere mit nur einer ^"rschrift, auf sechs Monate, und in solcher Menge fort, daß sie ihre Portefeuilles mit ^gleichen vollgepropft haben, und sich jetzt besinnen, auf wirkliche solide Wechsel, die nur