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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, /S^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachchausgaffe 21.)

M 206. Donnerstag den 1. Septemder 1859.

Ueberb lick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 1. September. (Zur Situation.) Die in Eisenach von einer großen Anzahl patriotischer deutscher Männer am 14. Aug. vereinbarte 6 rklârung lautet wörtlich: „Die augenblicklichen gefährlichen Zustände Europa'- und Deutschlands und das Bedürfniß, politische Parteiforderungen der großen gemeinsamen Aufgabe der deutschen Einigung unterzuordnen, haben eine Reihe Männer, welche theils der demokratischen, theils der constitutionellen Partei »»gehören, aus verschiedenen deutschen Ländern zusam­mengeführt, um sich über die Herbeiführung einer einheitlichen deutschen Verfassung und dia zur Erreichung eines solchen Zieles erforderliche gemeinschaftliche Thätigkeit zu verständigen. Dieselben haben in Anschluß an die Eisenacher Erklärung vom 17. und die hannoversche Erklärung vom 19. Juli d. J. über folgende Punkte sich vereinigt: 1) Wir erblicken in der gegenwärtigen politischen Weltlage große Gefahren für die Unabhängigkeit unseres deutschen Vaterlandes, welche durch den zwischen Oesterreich und Frankreich abge­schlossenen Frieden eher vermehrt als vermindert worden sind. 2) Diese Gefahren haben ihren letzten Grund in der fehlerhaften Gesammtverfassung Deutschlands, und sie können nur durch eine schleunige Aenderung dieser Verfassung beseitigt werden. 3) Zu diesem Zwecke ist es nothwendig, daß der deutsche Bundestag durch eine feste, starke und bleibende Centrâlregieriilng Deutschlands ersetzt und daß eine deutsche Nation Iversamm'ung einbe- rufen werde. 4) Unter den gegenwärtigen Verhältnissen können die wirksamsten Sdntite zur Erreichung dieses Zieles nur von Preußen ausgeben; es ist d her dahin zu wirken, daß Preußen die Initiative dazu übermhme. 5) Sollte Deutschland in b<r nächsten Z it von außen wieder unmittelbar bedroht werden, so ist bis zur definitiven Co stituaung ter deutschen Centralrègierüng die Leitung der deutschen Militärkräfte und die diplomatische V'rtretung Deutschlands nach außen auf Preußen zu übertragen. 6) Es ist die Pflicht eines jeden deutschen Mannes, die preußische Regierung, in so weit ihre Bestre­bungen davon -usgehen, daß die Aufgaben des preußischen Staates mit den Belürfnissen und Aufgaben Deutschlands im Wesentlichen zusammenfallen, und soweit sie ihre Tbäitq- kett auf die Einführung einer starken und freien Gesammtverfassung Deutschlands richtet, nach Kräften zu unterstützen. 7) Von allen deutschen Vaterlandsfreunden, mögen sie der demokratischen oder dxr constitutionellen Partei angehören, erwarten wir, daß sie die na- * tionale Uaathä^igkâ und Einheit höher stellen, als diè Forderungen der Partei, und für die Erreichung einer kräftigen Verfassung Deutschlands in Eintracht und Ausdauer