Zutelligeuz-Blatt der freien MM Frankfurts »erkunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Getstpförtchen, SchlachchauSgasse 21.)
M 202.
Samstag dm 27. August
1859
Ueberblick der Creigniste im Gebiete der politischen «n- materiellen Interessen.
Frankfurt, 27. August. Der transatlantische Telegraph ist nicht in Vergessenheit gerathen, obwohl über die Anstalten der neuen Verwaltung bis jetzt wenig ins Publikum gedrungen ist. Es handelt sich vorerst um zwei Punkte: ein Kabel fahrt» ciren zu-lassen, das seiner Aufgabe am Besten gewachsen zu fein verspricht, und sich duses Kabel unter den vortheilhaftesten Bedingungen zu verschaffen. Ueber den ersten Punkt ist daS Gutachten der berathenden Fachmänner noch nicht fertig, und da ein großes Concilium darüber einberufen ist, so wird es wah schetnlich noch lange dauern, bis sie sich einigen, wenn dies überhaupt je der Fall sein wird. Was aber die Fabrikaten und Versenkung des Kabels betrifft, so ist in den letzten Tagen den Direktoren von einer Frma ein Antrag gemacht worden, der mit einigen Modificationen vielleicht angenommen w rd und dessen allgemeine Umrisse folgende sind: Diese Firma übernimmt die Fabrikation und Versenkung. Sie führt über die Kosten dieser beiden ganz von einander getrennten Operationen unter Aufsicht der Compagnie getrennt Buch und beansprucht nur dann gew sse Procente, wenn die Versenkung gelungen ist und das Kabel 30 Tage lang nach dirs-lben vollkommen gute Dienste leistet. Sie verpflichtet sich, der Compagnie überdies eine namhafte Summe zu zahlen, wenn die Operation der Versenkung misl ngt, und wird sich wiederum begreiflicher Weise gegen etwaige Verluste bei der Versenkung bei einer V.r- sicherungsgesellschaft sicher stellen. Man sieht, daß die Compagnie bei diesem Vorschläge nur zu gewinnen und nichts als allenfalls Zeit zu verlieren hat. — Die Nationalzeitung enthält einige sehr interessante Artikel, zur Reform des Zollveretnstarifs. Emer derselben schließt mit folgenden bemerkenswerthen Worten: Die gegenwärtig bestehenden Schutzzollsätze stehen so sehr im Widerspruch mit einer gesunden industriellen Entwickelung sowohl, als mit einer allseitigen Befriedigung der Consumtionsbcdürfnifse, sie bilden eine so schwere Last unrtnträgltcher Besteuerung, eine so eigensüchtige Unterbindung des internationalen Verkehrs, eine so engherzige Fesselung der produktiven Kräfte des Volkes, daß eine Umlenkung des Zolltarifs in eine freiheitlichere Bahn, eine rationelle Reform in der Höhe und in der Klassifikation der Zollsätze der Zustimmung aller Gebildeten sicher ist. Dem Prinzip der Handelsfreiheit sind Alle zugethan, selbst die extremsten Schutzzöllner werden nicht müde, das zu versichern. Aber so lange sie eben nur das Prinzip vor sich sehen und in den abstrakten Forderungen der Freihandelspartei die Absicht wittern, die ex remsten Cvnsequenzen dieses Prinzips sofort ins Leben zu führen, so lange winden sich Biele ab, weil sie nur in dem Festhalten