Intelligenz Blatt
der freien Stadt Frankfurts verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, Oa und den Frankfurter Nachrichtm als Extrabeilage. l"WWW
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(Expedition: am Getstpförtchen, SchlachchauSgasse 21.)
4£ 198. Dienstag den 23. August 1859.
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Etnrückungs gebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
Äeberblick -er Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
w Frankfurt, 23. August. (Zur Situation.) Der Eindruck, welchen die Amnestie des Kaisers Napoleon in Europa gemacht, ist, wie sich von selbst vcr- steht, ein allgemein günstiger, und namentlich ist das Publikum erfreut, daß die Amnestie weder aus Kategorien beschränkt, noch an Bedingungen geknüpft ist, sondern daß sie eben «ne ganz unbedingte ist. Vom politischen Gesichtspunkte betrachtet, ist die Amnestie ein Beweis, daß die französische Regierung sich stark genug glaubt, um die feindlichen Parteien nicht fürchten zu brauchen. Es ist eben ein großer Act des Kaisers, der um so mehr ins Gewicht fällt, als er nach dem 14. August kam, und also nicht ausgeführt wurde, um die Feier des Einzugs zu erhöhen und den Enthusiasmus anzufeuern, sondern sich durch die ganze Art und Weise, wie der Gnadenact vollzogen wurde, als eine innere, im Interesse der Freiheit und des Einlenkens auf liberalere Bahnen großmüthige Hand- lung bezeichnet. Man muß dies in Frankreich um so höher anschlagen, da nicht nur die republikanische Partei, sondern alle Fractionen der verschiedenen Prätendenten diese gewährte Freiheit zu ihrenP r t v a t zwecken ausbeuten werden; es ist dort ein ganz anderes Verhältniß als bei uns in Deutschland, wo es keine Kronprätendenten gibt, und wo sich selbst die demokratische Partei neuerdings mit den gemäßigten politischen Elementen zu einer rein nationalen Part« umgestaltet hat. Daß die ultramontane Presse an diese Amnestie Consequenzen für die Sicherheit unseres Vaterlandes zu knüpfen sucht, ist ebenso lächerlich, als das Gebühren dieser Partei im „Mainzer Journal," die in den jüngsten Tagen unter der in letzter Zeit leider oft vorgenommenen deutschen Maske, auch gegen die seit Jahren statt- habende harmlose kirchliche Feier des NapoleonStages in ihren Organen eiferte; ein klarer. Beweis, daß Napoleon III. die Wünsche des „Untvers" und seiner Schildknappen in Mainz, doch nicht ganz zu erfüllen bereit war. Warum sollen französische Diplomaten am Namenstage ihres Kaisers nicht ebenso gut für dessen Wohl in den Kirchen beten lcffm surfen, als deutsche Diplomaten für ihre Fürsten? Und worin liegt das Anstößige? Glaubt man, der liebe Gott mache einen Unterschied in der politischen Farbe? Es ^mme^iderltch^enr^^^^^â^^^W^L^ÜLÜ^üL^Üi^^Mi^â