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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurts , verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M und den Franlsmter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

JE 196.

Samstag den 20. August

1859

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer MontagS. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 20. August. (Der Schutz der deutschen Küsten.) Die Angabe einiger hiesigen Blâttter , daß von Seiten Preußens bereits Anträge in Betreff des größeren Schutzes der deutschen Küsten am Bundestage gestellt seien, ist, wie wir be­reits in der Tagesgeschichte berichtet, vollkommen ungegründet. Anträge in dieser Beziehung sind ncch keineswegs gestellt worden und ist vorläufig die Sache auch noch nicht so weit gediehen, daß solche Anträge bereits vorbereitet werden können. Der Stand der Sache ist äußerem Vernehmen nach, folgender: Die Preußische Regierung ist damit beschäftigt, den Gegenstand in reiflichste Erwägung zu ziehen, um in Betreff deffen, was dem gemeinsamen Zusammenwirken der deutschen Küstenstaaten zur Grundlage dienen soll, vorerst selbst zu einer festen Anschauung zu gelangen. Es wird namentlich darauf an­kommen, den Umfang und die Begrenzung für dieses beabsichtigte Wirken zum Zwecke eines größeren Schutzes der deutschen Küsten zu finden. Niemand wird sich verhehlen, daß bet weiter Ziehung der Grenzen, innerhalb deren gemeinschaftlich gewirkt werden soll, außerordentlich reiche Mittel zu Gebote stehen müssen, um das angestrebte Ziel einiger­maßen zu^ erreichen. Der Geldpunkt ist mithin bet dieser Angelegenheit ein sehr wesent-

Sân die von Preußen ausgehenden Vorschläge Aussicht auf Verwirklichung haben, so dürften dieselben nicht im Mißverhältniß zu der Leistungsfähigkeit der betreffenden Küstenstaaten für den besagten Zweck stchen. Das Z u v i e l w o l l e n würde offenbar dem, was wirklich letzt geschehen kann, als sehr nachtheilig sich erweisen. Es ist daher anzu- n-hmen, daß die preußische Regierung in den Vorschlägen, welche sie den Küstenstaaten und Hansestädten zur Vereinbarung und zum gegenseitigen Austausch der Anschauungen und der erkannten Bedürfnisse zu unterbreiten gesonnen ist, die vollste Rücksicht auf die den betreffenden Staaten auch zu Gebote stehenden Mittel obwalten lassen werde. Hat Preußen sich mit den Küstenstaaten und Hansestädten in Betreff dessen, was zur wirklichen Ausführung gebracht werden soll, geeinigt, dann wird cs erst Zeit sein, mit bestimmten Anträgen, dann aber auch mit Nachdruck, vorzuschreiten, um für den größeren Schutz der deutschen Küsten den ernsten Anfang zu machen; denn bet dem, was noch Alles