ZnteMgeuz-Blatt der freien MM Frsnksurii ^S^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, âM^MMD und dm Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. |
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaße 21.)
dS 182. Donnerstag den 4. August 1859.
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.
Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 4. August. (Der Friede.) In wenig Tagen wird der Kriegsgott seine blutigen Tempel gänzlich schließen, in dem freien Schweizerlande wird der Friede geschlossen werden. —Es ist möglich, daß bei einer Fortdauer des Kampfes vielleicht deutsche Interessen in denselben mit hineingezogen worden wären, allein diese Ansicht enthält nur eine Spekulation auf den ungewißen Zufall. Thatsache ist, daß Preußen unser Deutschland durch seine nun von allen Parteien anerkannte offene, ehrliche Haltung vor vielem Leid bewahrt hat. Deutschland konnte dadurch nur gewinnen, während die Nachtheile, welche mit jeden: großen Kriege für alle, auch die unbeteiligten Völker verbunden sind, es unvermeidlich treffen mußten. Deutschland hat daher alle Ursache Preußen zu danken, und mag den Frieden als ein Glück betrachten, weil er das Ende dieser gewißen Nachtheile bringt, und die Möglichkeit noch anderer größerer Uebel von ihm hinwegmmmt. Für die national-ökonomischen Interessen ist aber der Friede die Heimath, in welcher sie allein eine gedeihliche Lebenslust finden. Ihre Träger können sich zu Zeiten den Anforderungen höherer Pflichten unterordnen, sie können selbst freiwillig vorübergehende Opfer bringen; mag dann der Krieg als Nothwendigkeit, mag er als einziges Mittel zum Zweck erscheinen, vom wirthschaftlichcn Standpunkte aus bleibt er an sich immer ein Uebel. Der italienische Krieg hat somit auch die alte Wahrheit wieder bestätigt, daß er, wie alle Kr'-ege, das größte der Leiden der Völker war, er hat alle Schichten innig berührt, alle Verhältniße zerrüttet, den störendsten Einfluß auf die Geschäftswelt geübt. Wie sehr der Geldmarkt das Vertrauen verloren hatte, mit welchem Mangel an Zuversicht er die solidesten Unternehmungen beurtheilte, das zeigte die Frankfurter Börse, das zeigte der Cours- zettel; welche Entmu higung d e Manufactur-Jndustrie ergriffen hatte, das hat die letzte Fran furter Messe bewiesen-welche Stockung in der Fabrik- und Gewerbthätigkeit herrschte, davon überzeugte uns zeder Blick in die Werkstätten. Unsere deutschen Sciden- Mamifacturcn, unsere Kattundruckereien, unsere Fabrikation von wollenen und gemischten
Bergwerks- und Eisen-Industrie, — sie alle litten unter zunehmender
Geschäftslosigkeit, entließen massenweise die Arbeitskräfte. Das Geschäft nach dem Aus-