(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgafle 21.)
Znteliigeuz Blatt
der freien Stadt Frankfurt, /£»
verbunden mit dem AmtMatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, Sä und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. r^H
â 180. Dienstag den 2. August 1859.
Abonnements preis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politische« und materiellen Interessen.
Frankfurt, 2. August. (Zur Situation.) Man schreibt einem Rheinischen Blatte aus Brüsiel folgenden bemerkenswerthen Artikel: „Inunserem neutralen Lande sind die ~ J - ----
Die fünf
heftigen Erschütterungen im übrigen Europa nicht ohne jede Wirkung geblieben, lstlich erregte Stimmung, die von England herüberwehte, hat manche unsrer Mtt- ^eger in den Wahn gebracht, daß die belgische Freiheit und Unabhängigkeit vom gallischen Eroberer bald wieder bedroht sein könnte. Daraus, daß Frankreich in kurzen Zwischen« raumen Krieg gegen Rußland und gegen Oesterreich begann, hat man geschloffen, daß England und Preußen in kurzer Zett ebenfalls mit den französischen Legionen Streit bekommen wurden, und daß im Verlause des letzteren, der belgische Boden, als alter Histo- ri cher Tummelplatz Europäischer Raufereien, in Kürze seine blutige Rolle wieder spielen dürfte. Der Gaumen des Publikums, durch die vielen drastischen Genüsse der letzten Zeit blasirt, hat von seiner Publictpik mitunter sehr gepfefferte Kost verlangt, die ihm denn auch reich ich, wenn auch zuweilen nicht ganz wahrheitsgetreu, in der Tagespreffe gereicht
Die Gemäßigten und die Weitersehenden, das heißt leider sehr oft die Minoritäten des Publikums, haben sich von diesem Taumel nicht Hinreißen lassen, und bezweifelten stets, daß der in Italien durch so viele Gründe und Leiden hervorgerufene Krieg auch in den Gefilden des Rheins, wo gottlob weder solche Gründe noch solche & ru treffen sind, eine Wiederholung finden könnte. Diese Bedächtigeren sagen mit Rechts daß der Kaiser Napoleon, der allerdings seine eigenen Wege geht, dem krieaslustiaen Publikum nicht den Gefallen thun würde, eine Complication hervorzurufcn die alle phtlt- st-riösen Kaffeehauspolitiker seit sechs Monaten von früh bis ipAt H Wären diese stnden^Ä^" tu der That keine politischen Maulwürfe, so würden sie es viel logischer schickten stiebt fn0^^ Kaiser, der das italienische Festungsvtercck durch einen ge« da« linââ zu machen gewußt hat, sich nicht unnöthiger Weise in
daß Deutickla ^toct^tn, tvurde. Jedes Kind in unserm Nachbarlande weiß, Armee, btHeineu ^^ »< ne Rheingrenze, geschützt durch Preußen« tapfere
nenFeind furchtet, und keinen zu fürchten braucht, zu einer unwider-