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Zntelligenz-Blatt der freien MdI Frankfurt. /€T^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^WM^^Äs und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. 1

(Expedition: am Getstpförtchen, Schlachchausgaffe 21.)

â 176. Donnerstag den 28. Juli 1859.

Äbo nnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politische» und materiellen Interessen.

Frankfurt, 28. Juli. (Zur Situation.) Die in Villafranca abgeschloffenen Friedenspräliminarien haben in der deutschen Preffe vielseitig eine Seherei vpn gräulich schwarzen Gesirenstern der Zukunft hervorgerufen. Sehr vielen erscheint es als eine aus- gemachte Sache, daß der Kaiser der Franzosen sitzt bald über Deutschland und namentlich über Preußen herfallen und sich Belgien und die Rheinprovinz holen werde. Fragt man diese angstvollen Zukunftsschauer, durch welche Gründe sie ihre thörichte, lächerliche Furcht rechtfertigen wollen, führen sie eine Menge möglicher Ereigniffe vor, die alle noch so tief in dem Schooße der Zukunft verborgen liegen, daß man auch nicht das geringste Zeichen ihrer Beschwängerung mit denselben zu entdecken vermag. Sie besorgen, daß der Kaiser der Franzosen den Kaiser von Oesterreich in demselben Grade gewonnen habe, wie den Kaiser von Rußland nach dem Krimkiiege und daß beide zum wenigsten neutral bleiben werden, wenn der Kaiser Napoleon es für gut finden sollte, die deutsche Frage — wo eine solche vorliegt, vergißt man uns zu sagen — durch seine Heere zu lösen. Betrachten ptr uns diesen eisigen Gedanken etwas näher. — Gewinnt der Kaiser Napoleon den Kaiser Franz Joseph wirklich in dem Grade, wie er den Kaiser Alexander gewonnen hat und hofft er von der Freundschaft des.Eisteren dieselben Früchte, welche ihm bis jetzt die herzliche Verbindung Mit Rußland gebracht, so ist das für Preußen und Deutschland nicht gerade sehr gefährlich. Rußland hat, beim Lichte betrachtet, in der schwierigen Frage der letzten Monate Oesterreich mehr genutzt, als seinem befreundeten Alliirten Frank­reich. Und wenn cs so gegen Oesterreich, über das eS sich mit Recht im Oriente zu beklagen hatte, verfahren hat, wird es dann ein anderes und feindliches Verfahren gegen Preußen etnschlagen, im Falle das Letztere durch etwaige Angriffe Frankreichs, die aber nach Lage der Dinge gar nicht zu erwarten sind, und an die Kaiser Napo­leon gar nicht denkt, in eine ähnliche Lage versetzt werde, in welcher Oesterreich sich be­fand? Diese Vermuthung ist völlig grundlos; sie ist es in einem solchen Grade, daß man fast mit Sicherheit voraussetzen darf, Rußland werde in einem Falle der Art, anstatt eine unschädliche Neutralität zu beobachten, Preußen in wirksamer Freundschaft zur Seite treten.