ZntettigenzBlatt der freien Stadt Frankfurt, ^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M^^^MS und den Frauksmter Nachrichten als Extrabeilage. s«B
(Expeditton: am Tetstpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)
JK 168. Dienstag den 19. Juli 1859.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete -er politische« un- materiellen Interessen.
Frankfurt, 19. Juli. (Alexander Kusa.) Der Hospodar der beiden Fürsten- thümer Moldau und Walachei ist im Jahre 1821 oder 1822 geboren. Er stammt aus einer kleineren Bojarenfamilie, die nach dem alten in den Donaufürstrnthümern geltenden Herkommen nie darauf hätte rechnen können, jemals eines ihrer Mitglieder zur höchsten Würde erhoben zu sehen. Dieser Kleinadel besteht aus Leuten, die einmal ein $(mt bekleidet, oder denen ihr Rang vom Hospodar verlieben worden ist, und hat mit dem höheren Adel keinerlei Verbindung. Lusa's Vater war Woruik, d. h. ein Beamter in der Behörde, welche mit der Vollziehung der von den Gerichten gefällten Urtheile beauftragt ist. Alexander Kusa wurde in der Unterrichtsanstalt erzogen, welche Herr Gall, ein Sohn deS bekannten Begründers der Schädellehre, in Bucharest uuterhÄt. Seine höhere Ausbildung erhielt er in Instituten des Auslandes. Er war eine Zeitlang Zögling des Cadettenhauses in Potsdam, machte in München gemeinschaftlich mit Gregor Ghika, dem frühern, jetzt verstorbenen Fürsten der Moldau, juristische Studien und besuchte auch Paris. In seinem Vaterland trat er in den Staatsdienst, und seine Kenntnisse und Talente fanden eine solche Anerkennung, daß er bald mit höheren Stellen betraut wurde. Er war unter Anderm Statthalter von Galatz und Director einer Abtheilung im Ministerium des Innern. Seine Verheirathung mit einer Tochter des Bojaren Rosetti verschwägerte ihn mit den Sturdza's und dadurch mit dem ganzen höher» Adel des Landes. Die Dame war nicht bloS vornehm, sondern auch gebildet, liebenswürdig und sehr reich, allein die Ehe war keine glückliche. Die beiden Gatten haben Jahre lang getrennt gelebt und sich erst im Januar 1859, nachdem Alexander Kusa zum Fürsten gewählt worden war, wieder vereinigt. Ihr Sohn, der gegenwärtig vierzchn Jahre zählt, wird im Potsdamer Cadettenhause erzogen. Im Jahre 1848 schloß sich Kusa der patriotischen Partei an. Der Einmarsch der Russen sprengte die Rechen derselben, und jeder chrer Angehörigen, der sich irgend hervorgethan, wurde verhaftet. Auch Kusa wurde nach geschafft, um dort in den Kerker geworfen zu werden, entkam aber unterwegs und rettete sich auf einen österreichischen Dampfer, mit dem er nach Wien fuhr. In Konstan- ttnopel vereinigte er sich mit den übrigen Verbannten, deren Vorstellungen eS endlich gelang, die Pforte über die wahre Lage der Dinge und über die von chren Hospodare»