Intelligenz-Blatt
der freien Sla-t Frankfurts z^T verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der Hiestgm Staatsbehörden, rIm und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. |
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(Expedition: am Getstpförtchen, Schlachthausgaffe 21.) ^bfcs-s'
M 162. Dienstag den 12. Juli 1859.
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UeberbttS -er Ereignisse im WeKieLe der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 12. Juli. (Zur Situation.) Zwischen Oesterreich und Frankreich werden demnächst directe Unterhandlungen in Verona durch Graf R>chberg und Graf Malewski eröffnet werden. — Man darf mit Sicherheit annebmen, daß von Napoleon und nicht von Oesterreich der Vorschlag zu dem Waffenstillstände und der Einleitung von Verhandlungen ausgegangen ist; letzterer als der besiegte, aber noch bet Weitem nicht niedergeworfene Theil, konnte nicht wohl mit Anträgen vorgehen, in denen man im Hauptquartier der Verbündeten nur einen Beweis der Ohnmacht gesehen haben würde. Daß Napoleon III. den Schein vermeiden wollte, unter dem Drucke einer Observationsarmee am Rheine zu stehen, und deshalb schon jetzt mit seinem Anerbieten hervvrtrat, unterliegt wohl keinem Zweifel. Auch liegt nahe, daß in Folge der letzten preußischen Eröffnungen in Petersburg und London von den beiden letzteren Höfen dringende Aufforderungen an das Pariser Cabinet gelangten, schon jetzt auf Verhandlungen etnzu- gehen, und man weiß, daß der Kaiser der Franzosen solchen Mahnungen grundsätzlich nie sein Ohr zu verschließen pflegt. Der Friede ist nun mit dem Waffenstillstände allerdings noch keineswegs hergestellt; vielmehr kann es fraglich erscheinen, ob es beiden Mächten mit der Beendigung der Feindseligkeiten Ernst ist. Möglicherweise sucht Oesterreich nur das Mittel, um unter entrüsteten Klagen über unbillige Zumuthungen seinen Hülferuf um so wirksamer zu erneuern, während Napoleon III. Oesterreich noch mehr zu vereinsamen strebt, indem er die Verantwortung für die Zurückweisung angemessener Bedingungen auf bas Wiener Cabinet schleudert. Jedenfalls aber ist Preußen in die günstige Lage versetzt, daß seine Intervention jetzt nicht mehr von den täglich veränderten Chancen auf dem Kriegsschauplätze abhängig ist; es kann vollkommen selbstständig entscheiden, auf wessen Seite das Unrecht liegt, wenn die