der steten MM Frankfurt, / verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,^^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
. ■..*<<*<» »»»»>> u
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.) \
M 160. Samstag den 9. Juli 1859.
D^b" Bestellungen auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich von der Expedition für dieses Semester angenommen.
Ueb erblick der Ereignisse im Gebiete der politischen
~ und materiellen Interessen.
Frankfurt, 9. Juli. (Zur Situation.) Antiv art ist in den jüngsten Tagen zu einer Bedeutung gekommen, die eS nie früher hatte. Die Türken und Slaven nennen diesen Ort Bar. Antivart heißt ex eigentlich, weil er der neapolitanischen Stadt Bari, am entgegengesetzten Ufer der Adria, gegenüber liegt (Anti-Bari ---- Antivari.) Der Hafen ist sehr geräumig und 1% Stunde von der Stadt entfernt. Antivari liegt von dem südöstlichen Skutart 6, von der Karawanenstraße, welche die österreichische Grenze mit Skutari verbindet von dem österreichischen Bazar Smilova Uglizzä 2^, von dem nächsten montenegrinischen Orte Gluido 1% Stunden entfernt. Für die Sicherheit und Befestigung dieses für sie so wichtigen Hafens haben die Türken mit gewohnter Apathie nie etwas gethan. Auch die Stadt selbst entbehrt ordentlicher Befestigungen. Am nordöstlichen Ende derselben liegt eine halbverfallene Citadelle mit fünf unregelmäßigen Bastionen, deren Courtincn, ohne Wall und ohne Brustwehr, nur durch eine zwei Schuhe dicke und sechs Schuhe hohe Mauer gedeckt sind. Die Bevölkerung ist vorwiegend slavisch, etwa 6000 Seelen, darunter ungefähr 1300 mohamedanische) 1000 griechisch-nichtunirte, und der Rest katholischer Religion, unter diesen letztern 500 katholische Arnauten. Der Hafen liegt am Eingang einer tiefen Bucht und wird nur durch einige Magazine ange- deutet. Hier nun, wo sonst nur wenige österreichische und türkische Küstenfahrzeuge und dèd regelmäßige Lloyddampfer zu sehen waren, ist jetzt eine furchtbare französische Flotte versammelt. .Die Umgebungen des Hafens sind paradiesisch, mit Oliven- und Cypresien- Hatnen bedeckt. In drei Stunden gelangt man zum Triplex Confinium (die österreichische, türkische und montenegrinische Grenze) und bedroht den österreichischen Grenzdistrict von Budua. — Die Insel Lussin, auf der die Franzosen landeten, ist eine Geviertmeile groß, 4 Meilen lang gestreckt und an der schmälsten Stelle kaum tausend Schritte breit. Sie ist von der großen Insel Cherso nur durch einen schmalen Meeresarm, Cananella d'Ossero genannt, getrennt, welcher auf einer Zugbrücke überschritten werden kann, welche, wie der Ttttgraph meldet, jetzt zerstört ist. Die dritte große Insel ist Vèglia, welche von dem kroatischen