Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt. /E^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, âââD und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. s^W
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 158. Donnerstag den 7. Juli 1859.
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D^b" Bestellungen auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich von der Expedition für dieses Semester angenommen.
Ueberblick -er (Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 7. Juli. (Zur Situation.) Sehr viele vornehme Nasen werden Serümpft werden, wenn man den dazu gehörenden vornehmen Ohren von der Bedeutung er öffentlichen Meinung in den großen politischen Angelegenheiten der Gegenwart redet. Was versteht der Bürgers- und Bauersmann, sagen sie' in gewissen Mintsterkrei- sen, von den feinen und verwickelten Fragen der hohen Politik, von der künstlichen Berechnung des Gleichgewichtes der Macht, von der strategischen Wichtigkeit dieser und jener Provinz, von den Verträgen und ihrem Werthe? Und welches Gewicht sollen die leitenden Staatsmänner der Meinung gerade dieser zahlreichen Bcvèlkerungsklaffen beilegen, deren politischer Gesichtskreis selten über den Graben einer einzelnen Stadt oder die Feldmark eines Dorfes hinauSreicht? Es ist sehr richtig, daß das Volk in seiner Masse sehr selten im Stande sein wird, über die Einzelnheiten einer politischen Verhandlung ein zutreffendes Urtheil sofort zu fällen; es folgt aber aus diesem Umstande, daß daS Volk für den Erfolg einer solchen ihm unklaren Verhandlung nur dann ein lebhaftes, zu Opfern bereites Interesse hegen wird, wenn die Leiter der Verhandlung ihm alS vertrauenswürdige, dem öffentlichen Wohle rückhaltslos ergebene Männer bekannt sind, wenn cs aus Erfahrung weiß, däß diese Männer für die Wohlfahrt und Würde der Nation unbestechlich und unermüdlich wirken, wenn mit anderem Worte diese Männer sich auf die öffentliche Meinung stützen können. Damit ist nicht gesagt, daß die öffentliche Meinung sich lediglich von einem blinden Instinkte, von einer launenhaften Vorliebe für gewisse Personen leiten lasse. Sie bemißt ihr Urtheil nach einigen wenigen einfachen Gesichtspunkten, aber diese Gesichtspunkte sind gewöhnlich vollkommen rationell. Sie fragt nach den leitenden Ideen eines Staatsmannes und nach seinen Erfolgen, d. h. genau nach denjenigen Dingen, welche für sie faßlich und welche für die praktische Wirksamkeit des Staatsmannes entscheidend sind. Die großen Hauptfragen der Menschheit sind keineswegs von der Art, daß nicht auch die Masse des Volkes sich eineit Begriff von dem Verhältnisse machen könnte, in welchem der Einzelne zu ihnen steht. Nur Wenige find