Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurts verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,/« und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
JK 152. Donnerstag den 30. Juni 1859.
UeberbliS -er Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.
Frank^rrt, 30. Juni. (Die preußische Vermittelung.) Mit der größten Spannung richten sich Aller Augen und vorzüglich diejenigen der industriellen Welt auf das Werk der Vermittelung, welches die preußische Regierung in diesem Augenblick zwischen den beiden gewaltigen Gegnern auf der italienischen Halbinsel beginnt. Man darf nicht gerade an der Thüre des Conseils gelauscht haben, um sich eine einigermaßen klare Ansicht über die Natur der preußischen Vermittelungsvorschläge und somit auch über die Ansicht auf Erfolg zu bilden, welche dieselben bieten. Es handelt sich bei der gegenwärtigen politischen Situation in Italien zunächst darum, ob es gelingen werde, eine Basis für die formelle Behandlung einer eventuellen weiteren Negociation zu gewinnen. Die Herstellung einer solchen Basis muß daher das erste Ziel derjenigen Thätigkeit sein, welche der Graf Pourtales zunächst bei dem österreichischen und sodann bet dem französischen Kaiser zu entwickeln haben wird. Es wird als Grundlage für jede weitere Be- handlung der italienischen Frage an den Kaiser Napoleon die Forderung gestellt werden müssen, daß er unumwunden erkläre, die bisher in Italien stattgefundenen Verletzungen des völkerrechtlichen Rechts- und Besitzzustandes, die Einrichtung provisorischer Regierungen und die Dictatur des Königs Victor Emanuel seien nur provisorische, faktische, durch und durch für den Krieg getroffene Maßregeln, welche an sich weder Reckte geben, noch aufheben können. Wir glauben nicht schlecht unterrichtet zu sein, wenn wir annehmen, daß eine solche Forderung des preußischen Cabinets auch durch den Lok von St. Petersburg unterstützt werden möchte, und wir glauben darum die nicht irnhcarfmbete Hoffnung hegen zu dürfen, daß die obenbezeichnete Erklärung von Kais rNapöleon werde abgegeben werben. Wenn nun die Vermittelung derkönigl. . preußischen Regierung in diesem ihrem ersten Schritte den gewünschten Erfolg erreicht, so ist damit allerdings noch nichts weiter geschehen, als das Terrain für die in ihrem Ausgange immerhin noch sehr zweifelhafte Verhandlung über die künftige Organisation Italiens gewonnen, und es liegt auf der Hand, daß für den Gang dieser eventuell rueröff- nenden Verhandlung sich mit Sicherheit Nichts vorhersagen lassen kann. Es ist indessen klar daß eine Macht, welche, wie Preußen, in diesem kritischen und schwierigen Augenblick die Vermittelung zwischen zwei mächtigen und erbitterten Gegnern in ihre bewaffnete Hand nimmt, daß eine Macht, welche die Herstellung einer Negoctationsbasis kategorisch fordert, zugleich auch diejenigen Gesichtspunkte aufstellt oder wenigstens andeutet, welche sie für die