Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
â 148. Samstag den 25. Juni 1859.
VeberblLS -er Ereignisse im Gebiete der politischen und Materiellen Interessen.
Frankfurt, 25. Juni. (Zur Situation.) Keine MachtEuropa's hat während der ganzen italienischen Verwickelung eine Friedensliebe in solcher bestimmten Ausprägung bethätigt, als gerade Preußen. WaS dasselbe gegenwärtig unternimmt, ist lediglich eine Wiederaufnahme des Friedenswerkes, welchem vor dem Ausbruche des Krieges seine unermüdlichsten Bemühungen gewidmet waren. Das Preußische Cabinet wird zu diesem Zwecke die genaue Kenntniß der Anschauungen der sich gegcnüberstehenden Cabinette zu erlangen suchen, um durch gerechtes Abwägen eine Vermittelung zu ermöglichen. Es ist ein Widerspruch in sich selbst, daß eine Friedensvermittelung von einem kriegerischen Geiste eingegeben sein soll, der die Oberhand gewonnen habe. Die Stimmung in Bezug auf die Mobilmachung ist in Preußen, wie man von Berlin schreibt, — man darf sich darüber nicht täuschen — leider eine sehr getheilte. Von Manchen wird die folgenschwere Maßregel Preußens getadelt, weil sie zu spät, von Anderen, weil sie zu früh vorgenommen fei; noch Andere tadeln dieselbe, weil ihnen der Zweck der Einberufung des Volksheeres und die Ziel- und Endpunkte der preußischen Politik nicht bekannt sind, weil sie eine Mediation vorerst gar nicht am Platze halten, weil sie in der Maßregel eine ungerechtfertigte Störung der bürgerlichen Verkehrsverhältnisse Preußens und Deutschlands erblicken. So zahlreich derartige Stimmen in Preußen auch sein mögen, sie werden von den sich drängenden Ereignissen übertönt. Inhaltsschwerer sind dagegen die Urtheile der Presse, welche sich größtentheils, namentlich in Berliner Blättern gegen eine Mobilmachung und eine Mediation aussprechen. Es liegt jedoch auf der Hand, daß die Preußische Regierung die geheimen Fäden ihrer Politik, welche die Mobilmachung veranlaßt haben, in das tiefste Geheimniß hüllen muß. Man hat, seit dem Bestehen des Ministeriums Hobenzollern-Auerswald, in Bezug auf die innere Politik, so vielfach das öffentliche Vertrauen für dasselbe angerufcn; warum will man denselben Männern mißtrauen, wo es sich um die Lösung einer wichtigen Frage der äußeren Politik handelt!? Preußen soll seinen Beruf als europâischeGroß macht und als politischerHegemon des deutschen Vaterlandes erfüllen; es kann dies aber nur durch ein selbstständiges, national-deutsches, kräftiges Auftreten, welches von einer kampfgerüsteten Kriegsmacht nachdrücklich unterstützt wird. Was so oft von den s ü d d e u t s ch e n M i t t e l st a a t e n und von ihren Bevölkerungen begehrt worden, ist jetzt geschehen: Preußen hat die Vertheidigung