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Znlelligenz-Blatt

der freien Ms-t Frankfurt verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

JK 146. Donnerstag den 23. Juni 1859.

Ueberblick -er Ereignisse im Gebiete -er politischen un- materielle» Interessen.

Frankfurt, 23. Juni. (Zur Situation.) Die „Nationalzeitung" bringt fol­genden Artikel: „Unmittelbar nach dem Erlasse der Mobilistrungsordre sind die deutschen Regierungen durch eine Circu.lardepesche von diesem Schritte benachrichtigt und ein- geladen worden, sich den diplomatischen und militärischen Maßnahmen Preußens anzu­schließen. Nachdem Preußen in so kräftiger Weise vorgegangen, ist zu erwarten, daß ihm von allen Seiten jenes Vertrauen entgegenkommen wird, welches unerläßlich ist, wenn die verhLngnißvolle Krise, welche über unsern Staat, wie über das deutsche Geiammtvaterland entscheiden wird, ruhmvoll bestanden ibetben soll. Es ist anzunehmen, daß die zu fassen­den Beschlüsse in freier Vereinbarung durch besondere, nach Berlin zu entsendende Bevollmächtigte zu Stande kommen werden; wenigstens halten wir diesen Weg in so ernster Zeit für den, der allein zum Ziele führen kann, während Verhandlungen in Frankfurt nach dem gewohnten Geschäftsgänge uns von vornherein in dem großen Anlaufe, den die Nation jetzt nach dem Gebote einer ehernen Nothwendigkeit nchmen muß, zum Falle bringen würden. Eine preußische Mobilistrung wird niemals verhängt, ohne das Dasein unseres Staates selbst cjnzusetzen. Zwischen drei so viel mäch­tigeren Wtlitârstaaten können wir großen Umwälzungen der europäischen Staatenverhält­nisse gegenüber unsere Selbstständigkeit und unser Ansehen nur durch eine aus's Aeußerste angespannte Kraftanstrengung behaupten. Jene drei Kaiserreiche besitzen in ihrer Regie­rungsform die Möglichkeit des raschesten diplomatischen und militärischen Vorschreitens. Für den straffen Zusammenhalt und die schlagfertige Einheit, die auf diesem Gebiete jeden Erfolg ganz und gar bedingen, muß dagegen Preußen vorzugsweise moralische Mittel auf­wenden. Es muß nicht nur auf die unbedingte Hingabe seiner eigenen Bürger an den Staatsgeist, auf einen der äußerste» Selbstverleugnung fähigen Patriotismus rechnen, welcher der Fahne folgt, ohne rechts oder links zu blicken, sobald einmal das Vaterland in Gefahr erklärt ist. Es kann auch Großes nur dann durchführen, wenn sein Aufruf für die nationale Sache in den andern deutschen Ländern den kräftigsten Widerhall findet. Möge der Ernst der Gegenwart alle bösen Geister kleinlicher Zwie­tracht bannen, welche in gewöhnlichen Zeiten jeder Vereinigung zu großen Zwecken entgegenzutreten pflegen unb die äußerste Noth wenigstens uns einig finden.' Das „Preußische Wochenblatt" bemerkt: „Preußen will auch heute nicht den Krieg; es will noch immer den Frieden. Wenn es möglich ist, den Frieden herzustellen und weiterem