ZntelligenzBlatt der freien Stadt Frsnkfuü, zf? verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^A und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 137. Samstag den 11. Juni 1859.
W" Des heil. Pfingstfestes wegen wird das nächste dienstägige Intelligenz-Blatt erst Mittwoch ausgegeben; Inserate für dasselbe werden noch Dienstag Vormittag angenommen. Montag den zweiten Feiertag bleibt das Comptoir geschlossen.
Veberblick der Ereignisse im Gebiete der politische»! nn- materiellen Interessen.
Frankfurt, 11. Juni. Die „Elberfelder Zeitung" enthält einen längeren Artikel über Preußens Finanzen, der gerade bei der gegenwärtigen Aufnahme des preußischen KrtegSanlehens interessant ist. Wir entnehmen demselben folgende Stellen: „Als Preußen im Jahre 1815 glorreich aus dem Kampfe mit Frankreich trat, so befand sich die Regierung in derselben Lage, in welcher alle anderen Regierungen waren. Die Finanzen waren in den langen Kriegen in Verwirrung gerathen, und man hatte eine Arrtere zu ordnen, deren Größe man selbst noch nicht genau kannte. Dieser Zustand fordert« die ungetheilte Aufmerksamkeit der Regierung mehrere Jahre hindurch, und indem sie diese dem großen Gegenstand zugewendet, ist es ihr gelungen, seiner Herr zu werden. Zuerst verwendete sie die 157,921,786 Franken Kriegscontribution, welche sie an ihrem Antheile von Frankreich erhielt, rind die 42 Millionen Thaler betrugen, zur Bezahlung der laufenden Schulden. Sodann eröffnete sie 1818 ein Anleihen von 30 Mill. Thalern in England zu 5 pCt. Zinsen zum Durchschnittspreise von 72 pCt. Dieses betrug 22 Millionen Thaler in Silber. Endlich nahm sie ein neues Anleihen von 30 Millionen Thalern Staatsschuldscheinen im Jahre 1820, welches mit einer Prämien-Lotterie verbunden war. Man kann dieses Anleihen auf 20 Millionen berechnen, da die Staatsschuldscheine nur 4 pCt. bezahlten und der Cours auf 66 stand. Diese drei außerordentlichen Einnahmen des Schatzes betrugen zusammen 84 Millionen Thaler: Mit den 42 Mill. Thalern Kriegscontribuiion aus Frankreich war die Hälfte des ganzen Rückstandes bezahlt worden. Mit den angeliehenen 42 Millionen in Silber wurde die andere Hälfte bezahlt, so daß durch die Berichtigung der ssotttrenden Schuld eigentlich nur eine Vermehrung der Staatsschuld von 42 Millionen Thalern in Silber stattfand, deren Nominalwerth aber in 4 und 5 pCt. tragenden Obligationen und Staatsschuldscheinen 60 Mill. Thaler betrug. Nachdem diese Regulirung des älteren Schuldenwesens stattgefunden, betrug die gesammte Staatsschuld 217 Millionen Thaler, die in Hinsicht ihrer Entstehung in folgende Hauptsummen sich zerlegen: