ZntelligenzBlatt
der freien Stadt Frankfurt, verLunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfutter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
â 133. Dienstag den 7. Juni 1859.
UeberblicS -er (Ereignisse im Gebiete -er politische« un- materielle« Interessen.
Frankfurt, den 7. Juni. Die offizielle „Preußische Zeitung" bringt den folgenden bemerkens werthen Artikel: „Die „N. Preuß. Ztg." hat an unsere neuliche Erklärung über die tendenziöse Verbreitung von Gerüchten, wonach die Sendung des Generals v. Willisen nach Wien mit der Absicht verbunden gewesen wäre, die Reformsrage des Bundes anzuregen, zu unserem Bedauern Auslassungen geknüpft, welche ganz dazu geeignet sind, jene Insinuationen zu fördern. Die „N. Preuß. Ztg." theilt nämlich mit, daß Vereinbarungen zwischen dem Berliner und Wiener Cabinette getroffen zu sein schienen, von denen noch nicht feststehe, ob sie die Zustimmung der übrigen deutschen Staaten erfahren hätten. Es wäre vielmehr das Gegentheil zu vermuthen. Hiernach würde es sich also bei jener Mission wirklich um Rechte dieser deutschen Staaten gehandelt haben! Eine andere Deutung ist kaum möglich. Denn so viel altpreußischen Sinn glauben wir auch bei der „Neuen Preuß. Ztg." voraussetzen zu dürfen, daß sie die Verhandlungen, die Preußen in Fragen europäischer Politik mit einer anderen Großmacht führt, nicht von der Beurtheilung und Zustimmung der übrigen deutschen Staaten wird abhängig machen wollen. Was aber Preußens Stellung zum deutschen Bunde betrifft, über welches Verhältniß gegenwärtig allein es einer Erörterung mit den übrigen deutschen Staaten, und zwar am gehörigen Orte bedarf, so haben die offenen Zusicherungen des Regenten vor der preußischen Landesvertretung und die bekannten Erklärungen des k. Bundestagsgesandten in der Bundesversammlung nicht den geringsten Zweifel darüber lassen können. Preußen hat die Vertheidigung des deutschen Bundes und seiner Territorien mit seiner Gesammtmacht übernommen und damit auch den einzelnen, dem Bunde angehörigen Staaten für ihre Gebiete eine Garantie gewährt, die über Preußens Bundespflichten hinausgeht. Als einzigen Dank hat es von seinen Bundesgenossen das Vertrauen beansprucht, daß ihm zu diesem Zwecke die Bestimmung des Zeitpunctes überlassen werde, wann weitere militärische Maßnahmen am Bunde zu treffen sein würden. Bei dieser ganz klaren Lage der Dinge wird es wohl keiner osficibsen Erläuterungen, wie sie die „Neue Preußrsche Zeitung" wünscht, bedürfen, um über die „moralische Stellung Preußens" in Deutschland zu beruhigen. Eben so wenig werden Kundgebungen in deutschen Ständekammern oder in deutschen Zeitungen, diö sich auf Verbesserungen der Bundesverhâltmffe beziehen, zum Gegenstände solcher Erläuterungen zu machen sein. Bekanntlich werden dergleichen Wünsche und Kundgebungen zu Zeiten großer Krisen in Deutschland immer laut. Es ist dieß eine