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Intelligenz-Blatt

-er freien Stadt Frankfurts ^T verbunden mit d;m Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichtm als Extrabeilage.

(Expeditton: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 131. Samstag den 4. Juni 1859.

Ueberbliâ der Greigniffe im Gebiete der politische« und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 4. Juni. (Zur Situation.) Die „Dänische Corresp." theilt mit, daß die Vorbereitungen zur Marschbereitschaft deS holstein-lauenburgischen Contingents als beendigt anzusehen sind. Das (zweite, aus Holstein recrutirte, jetzt in Nestved auf Seeland stehende) Dragonerregiment wird demnächst nach Holstein avge- hen, außerdem erfährt man, daß auch die zum Contiugent gehörende Batterie Artillerie vom Kriegsminister Ordre erhalten hat, sich mobil zu machen in Bezug auf alles zum Material Gehörende, und zugleich, da sie gemischte Mannschaft hat, die gebornen Dänen abzugeben, wogegen sie zur Eompletirung Holsteiner erhalten wird. Die Kosten der Marschbereitschaft betragen monatlich 140,000 Thlr., wozu noch ein für allemal 300,000 Thlr. kommen. Dem Vernehmen nach sollen im nächsten Monat in Südschleswig, namentlich bet der Dannevirke-Position, Vermessungen und andere Vorarbeiten zur Auf­führung der vor längerer Zeit projccttrten fortiftkatorischen Werke vorgenommen werden. Die Leitung dieser Arbeiten ist dem Ingenieur- Eapitän Schröger aus Schles­wig übertragen. — Es ist eine bemerkenswerthe Erscheinung, daß die Handelskrisis von 1857 auf die Einnahmen des Zollvereins fast gar keinen Einfluß geübt hat. Dieselben sind seit 1854 in fortwährendem Steigen geblieben und haben gerade im Jahre 1858 eine Höhe erreicht, welche die Geschichte des Zollvereins bis jetzt nicht kennt. Das Jahr 1858 brachte an Eingangsabgaben 2,000,000 Thlr. mehr als das Vorjahr, 5,500,000 Thlr. oder den vierten Theil mehr als 1854. Aber auch das von der Krisis heimgesuchte Jahr 1857 brachte gegen 1856 an Einganzsabgaben ein Mehr von fast 500,000 Thlrn. — Die „Elberfelder Zeitung" gab in der letzten Zett mehrere treffliche Leitartikel über die Finanzkräfte verschiedener Staaten; in einer ihrer jüngsten Nummern beschäftigt sie sich in einem längeren, trefflich geschriebenen Berichte mit den Finanzen Sardiniens in einem Artikel, überschrieben: „Sardinien und die Kriegsanleihen," der manches Bemerkens­werthe enthält. — Der Nachricht über ein Defensiv-Bündniß zwischen der Pforte und Oesterreich wird auf das Bestimmteste widersprochen. Es scheint vielmehr, daß man m Konstantinopel geneigt ist, in der Annäherung an Rußland Schutz zu suchen. Hiefur spricht auch die Bestätigung der Wahl Kusa's. Als ein bedeutsames Zeichen darf man es ferner betrachten, daß der Großfürst Constantin zur Zeit mit großem Gefolge im heiligen Lande sich aufhält und auch schon die heiligen Stätten besucht hat, die den Anlaß zu den Streitigkeiten zwischen Rußland und Frankreich gaben, aus denen sich im Verfolge der Er-