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Intelligenz-Blatt der freien Stadt /rankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, ^-W^« und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. ^lWW^

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(Expoditton : am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.) '^s-s^^

JK 130. Donnerstag den 2. Juni 1859.

VL^^ Wegen der Feier des Himmelfahrttages wird morgen Freitag kein JnteMgenzblatt ausgegeben.

UeberbliA der Ereignisse im Gebiete der politische« und materiellen Interessen.

Fraukfntt, 2. Juni. Wir lesen in der „Weserzeitung": „Der Prinz-Regent von Preußen hat bekanntlich kürzlich die denkwürdigen Worte gesprochen: „Preußen hatinDeutsch- lgnd moralische Eroberungen zu machen." Hier liegt der Nachdruck offenbar auf dem Beiwort moralisch, denn es ist bekannt genug, daß Preußen durch ma­terielle Eroberungen Großmacht geworden ist, und was man im übrigen Deutschland insgeheim von Preußen fürchten mag, das schreibt sich von dem noch fristen Gedächtniß jener Ausdehnungsweise her. Aus diese will Preußen nun, wenn wir die Worte seines Regenten richtig verstehen, für die Folgezeit verzichten, nur daß es allerdings auf der Nothwendigkeit treuer Lehnsfolge imFalle äußererBedrohungen besteht. Hat Preußen in der That eine solche Entschließung bei sich gefaßt, so dürfen wir deren Verdienst nicht niedrig anschlagen. Bisher wenigstens galt ein größeres oder gertngeres Stück Landes als die einzig angemessene, und als eine wohlverdiente Belohnung, wenn ein Staat sich im ernsten Sport der Waffen rühmlich und erfolgreich hervvrgethan hatte. Warum sollte also der Preis nicht vorher bedacht werden und die Gluth der Anstrengungen erhöhen? Wäre aber für Preußen eine solche Prämie ausfindig zu machen, wo könnte sie liegen, als im nördlichen oder mittleren Deutschland? Obendrein hat die Annahme ihre Berechtigung, daß in manchen Gegenden das Sträuben gegen die Einverleibung nicht sehr stark sein würde. Es gibt ja Königreiche, in denen ganze Provinzen, und kleinere Vater­länder, die in ihrem ganzen Umfange von Alters her „preußischer Sympathien"^ ver­dächtig sind. In einem Augenblicke, wo Oesterreich nicht nur an seinen eigenen angegriffenen Grenzen vollauf beschäftigt ist, sondern wo für dieses vielgemischte, nothdürftig zufammen- gehaltene Reich die Gefahr vollständigen Zerfallens abermals drohend cmportaucht, treten diese Sympathien für Preußen besonders mächtig hervor. Wenn Preußen die Ver­suchung dieser großen Stunde besteht, so ist seine moralische Herrschaft, seine Hegemonie über Deutschland sür immer begründet, denn Selbstüberwindung ist der sicherste Anlauf zu Anderer Beherrschung. Auf der andern Seite wird nicht