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ZutelligenzBlatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.) '

â 122. Dienstag den 24. Mai 1859.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politische« und materielle« Interessen.

Frankfurt, 24. Mai. (Zur Situation.) Nachdem man l'nge auf bedeutendere Nachrichten vom Kriegsschauplätze gewartet, brachte zuerst der Telegraph von Paris, dann der von Wien Nachrichten von dem ersten bedeutenden Zusammenstoß. Jn^em Wir beide Depeschen hier folgen leflen, glauben wir bemerken zu müssen, daß wie clle Bulletins von Kriegsschauplätzen, von welcher Seite sie auch kommen mö„en, so auch diese sehr vorsichtig aufzunehmen sind; der Sieger malt gewöhnlich zu rosenrotb und mit zu grellen Pinselstrichen, der Besiegte sucht den ungünstigen Eindruck zu verwischen und d e Verluste zu verdecken. In dieser ersten wie in all n folgenden Affairen werden erst oussühr- liche Schilderungen vpn beiden Seiten über die Begebenheiten auf dem Kampfplatz, von unparthetischen Federn geschrieben, dem Publikum ein klares, wahrheitsgetreues und rich­tiges Bild zu liefern im Stande sein. Die Pariser Depesche besagt: Eine aus Alessandria vom 21. datirte Depesche des Kaisers Napol on an die Kaiserin meldet: „15,000 Oesterreicher griffen die Vorposten der unter den Befehlen des Generals Brraguay d'Hill er stehenden Truppen an. Nach vierstündigem Kampfe wurden die Oesterreicher von der Division Forey zurückgesch'agen, welche das Dorf Montebtllo nahm. 200 Oesterreichs, worunter ein Oberst, wurden gefangen genommen. Die Franzosen hatten 500 Todte und Verwundete. Die piemontesische Cavallerie schlug sich mit Energie." Der „Moniteur" fügt dem Bulletin noch zu, „daß General Beuret und Cammandant Ducket getödtet sind. Der Verlust der Oesterreicher beträgt 2000 Mann. Sie sind in vollem Rückzüge. — Der Kaiser hat die Hosptâler inVozhera besichtigt." — Die österreichische Depesche sagt: „Feldmarschalllieutenant Stadion forcirte für den 20. Mai die befohlen gew sene Re- cognosctrung zur Ermittelung der Stärke und Stellung des feindlichen rechten F ügels, und rückte demgemäß gegenTegliound Montebello vor; dort auf überlegeneFeindes- krâfte stoßend, zog Stadion nach hitzigem Gefecht in bester Ordnung über den Po zurück, nachdem er den Feind zur Entwickelung seiner Kräfte genöthigt hatte." So weit bis j tzt die tele­graphischen Nachrichten! — Nachdem Preußen gegen den von Hannover am 13 d. eingrbrach- ten Antrag auf Aufstellung eines Obs ervations co rps inSnddeutschland protestirt, hat der k. preußische Bundestagsgesandte, Freiherr v. U s e d o m, in der S tz ing vom 19. d., in Welcker dieser Antrag geschäftsordnungsmäßig zur Berathung gestellt war, bekannt! ch eine Er-, klärung abgegeben. Diese lautet wie folgt: „Schon in derselben Sitzung, in welcher der Anttag der k. haunover'schen Regierung eingebracht worden ist, hat der Gesandte im Auf­trage seiner allerhöchsten Regierung, entschiedenen Widerspruch gegen denselben