Znlelligenz-Blatt
her freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geisipförtchen, SchlachthauSgasie 21.)
â 114. Samstag den 14. Mai 1859.
Äeberbliek der (Ereignisse im Gebiete der psLMfchen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 14. Mai. Dem soeben erschienenen Commissionsberichte der preußischen Kammer über die Creditforderung der Regierung, so wie über die dieselbe begleitende Denkschrift entnehmen wir in Folgendem das Wichtigste. In dem ersten Theile des Berichts spricht die Commission ihre vollste Uebereinstimmung mit der von der Staatsregierung bisher eingenommenen Haltung aus, und es kann dieser erste Theil des Berichts gewissermaßen als eine in diesem Sinne gehaltene Umschreibung der Denkschrift betrachtet werden. Der zweite Theil beschäftigt sich mit der ferneren Stellung Preußens. Diese weitere Stellung ist vom Minister des Auswärtigen in der Denk chrift dahin ^bezeichnet worden, daß Preußen seine Aufgabe darin erkenne: erstens und vor All m Sorge zu tragen für den Schuß und die Sicherheit Deutsch, lands, und sodann zu wachen für die Aufrechthaltung der nationalen Interessen und des europäischen Gleichgewichts. Ueber die Srellunq der beiden anderen Großmächte zu dem Kriege machte der Minister des Auswärtigen in der Commission die Mittheilung, „daß England neutral bleiben wolle, so lange die Umstände und sein eigenes Interesse es gestatte, Rußland dagegen erklärt habe, daß es kein Abkommen mit anderen Mächten getroffen habe, welches ihm die Hände binve, daß es für jetzt eine abwartende Stellung einnehme, sich aber die volle Freiheit Vorbehalte, diese zu ändern, von dem Augenblicke an, wo andere Mächte sich in den Krieg etn- mischen würden." Der M'N ster sprach dabei die Ueberzeugung aus, „daß Angesichts der Krtegsrüstungen und des Kriegs der beiden größten Militärmächte, Preußen "sich in die Lage setzen müsse, jeden Augenblick seine gesammte Wehrkraft aufrufen zu können." Der Bericht fährt sodann fort: „Die Commission mußte sich überzeugen, daß die Regierung ohne Gefährdung der von ihr eingenommenen Stellung nicht darauf eingehen könne, die näheren Ziele, welche sie innerhalb der gestellten Aufgabe im Auge babe, und die Wege, welche sie zur Erreichung ihres Zwecke- einzuschlagen gedenke, der Commission und der Landesvertretung näher zu bezeichnen. Die Stellung selbst aber fand die Comms- sion ohne prinzipiellen Widerspruch aus den schon oben (im ersten Theile des Berichts) entwickelten Gründen für die den Interessen des Landes i i der jetzigen Lage der Sache entsprechende. Sie schöpft aus den Erklärungen, wie sie vorliegen, in Verbindung mit der bisherigen Politik der Regierung, die Ueberzeugung, daß der Krieg, welchen Oesterreich M Aufrechthaltung seiner Machtstellung und Politik in Italien mit Sardinien und Frankreich führt, an und für sich und selbst im Zusammenhänge mit dem durch manche