Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt, /^T
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabellage. H ■.<«»mi>«>i>»»»»
(Expedition: am Getstpförtchen, Schlachchausgaffe 21.)
â 112. Donnerstag den 12. Mai 1859.
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VeberblLck der Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 12. Mai. (Die englische Marine.) Im gegenwärtigen Augenblicke wird es nicht ohne Interesse sein, den Stand und die Entwickelung der englischen Seemacht seit dem Kriege gegen Rußland nach officiellenDokumenten kennen zu lernen. Nach Wiederherstellung des Friedens benutzte man englischerseits die gemachten Erfahrungen und baute hauptsächlich größere Schiffe, die freilich auch in der Gestalt und Einrichtung verschiedene Abänderungen erfuhren. Vor Allem aber galt es zu erproben, ob Eisen sich für Kriegsschiffe eigne. In den Jahren 1843—46 ließ die Regierung achtzehn solcher Schiffe bauen oder ankanfen; doch stand man trotz der größeren Schnelligkeit und Tragfähigkeit eiserner Schiffe bald davon ab, weil es schwer hält, den Rumpf, an den stch rasch ein Bart ansetzt, so oft wie nöthig zu reinigen, und weil eine Kugel größeren Schaden anrichtet, der zudem nicht so leicht zu repariren ist, wie bei hölzernen Schiffen. So bedeutend erschienen diese Nachtheile, daß seit 1850 kein eisernes Kriegsschiff mehr gebaut wurde. Desto wichtiger war die Einführung des Dampfes, der auch hier eine förmliche Umwandlung aller Verhältnisse hervorgerufen. Nachdem im Jahre 1815 die Schaluppe Congo versuchsweise eine Maschine erhalten, geschah bis 1821 darin weiter nichts und erst seit 1832 wurde eine größere Anzahl von Räderdampfschiffen gebaut. Als dann 1840 die schon früher einzeln angewandte Schraube in verbesserter Form eingesührt wurde und für Kauffahrtheischiffe mehr in Anwendung kam, wurden von Seiten der Admiralität wiederholte Versuche damit angeftellt und diese fielen so günstig aus, daß man sich entschloß, die Schraube auch auf der Kriegsflotte einzuführen. Freilich dauerte es drei Jahre, bis der erste Schraubendampfer, der „Battler," beendigt war, aber schon zwei Jahre später wurden alle Schiffe mit der Schraube gebaut. Auf zweierlei wurde dabei besonders gesehen, daß jeder Theil der Maschine unter dem Wasser liege und daß die Schraube selbst so angebracht wäre, daß man sie bet jedem Wetter mit Leichtigkeit befestigen und losmachen könne. Man ließ die bedeutendsten Firmen bei der Bewerbung mit ihren Plänen und Maschinen concurriren, und stellte tn den acht Jahren von 1840—1848 die umfassendsten Versuche an, so daß die 45 Schraubendampser, welche in diesem Zeitraume gebaut wurden, von 45 bis zu 2400 Tons, von 5 bis zu 780 Pferdekraft, von 63 Fuß Länge bis zu 246 und Maschinen der verschiedenartigsten Eonstruction hatten. Seit