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r—ien Stadt Frankfurt,

Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

â 92. Dienstag den 19. April 1859.

AbonnementSpretS für's halbe Jahr 2 fL 30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montagè. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

V^M^ Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Um­gegend in 4LOOO Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können ausden besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.

Heber blicS den Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 18. April. (Zur Situation.) Der Telegrapbendratb, der von der Diplomatie mit so viel Glück zur Förderung' von Verhandln gen benutzt wird, verhindert jedes politisch tiefer greifende Resümee, denn bis ein Situationsartikel aedacht, geschrieben und durch die Presie versendet ist, kündet der leichtbeschwingte Telegraph eine Verän­derung der politischen Lage, und was noch vor wenig Stunden paffend schien, zerfällt in Nichts und erscheint unwahr, auf so guifundirten Basen es auch zu ruhen schien. Für den Augenblick scheint es wenigstens, nach der Anschauung ruhiger Beobachter, als ginge durch die Krisis wied.r eine friedlichere Strömung. So wenig feste Anhaltspunkte für eine gütliche Ausgleichung des obschwebenden Streites auch leider momentan noch vorhan­den sind, so glauben doch wohlorientirte Personen auSdem jetzigen Gange der Dinge entnehmen zu können, daß der Zusammentritt des Kongresses defintiv gesichert ist. Man stützt sich dabei einerseits auf die erneuten Anstrengungen der vermittelnden Mächte, andererseits auf die einem Entgegenkommen geneigtere Stimmung der streiten­den Theile. Zunächst wird es als ein günstiges Zeichen gedeutet, daß Oesterreich auf dem ^ge der Unterhandlungen verbleibt, nachdem eS vor Kurzem mit der ernsten Absicht umzugehen schien, zur Herbeiführung einer möglichst raschen Entscheidung mit der Eröffn nung des Kampfes selbst die Initiative zu ergreifen. Dazu kommt, daß vom W euer ^âbmet auch in der so wichtigen Entwaffnungsfrage keineswegs eine so schroffe Haltung be­obachtet wird, wie die früheren Nachrichten von den aus diesem Gebiete von Oesterreich geltend gemachten Vorbedingungen anzeigen. Man hat sich bekanntlich in Wien jetzt bereit erklärt, von dem Verlangen der vorgängigen Entwaffnung unter der Bedingung Abstand zu nehmen, daß im Prinzip diese Maßregel allseitig als eine Nothwendigkeit anerkannt und dem