Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgafle 21.)
Jg 82. Donnerstag den 7. April 1859.
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 A. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.
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RebekblLÄ der Ereignisse im Erbiete der politischen und Materiellen Interessen.
Frankfurt, 7. April. (Die Rheinbrücke bei Kehl.) Bekanntlich ist am 16. September 1857 zwischen Baden und Frankreich ein internationaler Vertrag abgeschloffen worden, welcher die Errichtung einer stehenden Brücke über den Rhein zwischen Kehl nnd Straßburg zur Verbindung der beiderseitigen Eisenbahnen bezweckt. In Folge dieses Vertrages und des in Uebereinstimmung damit am 2. Juni 1858 festgestellten Pro- jsctes sind die französischen Ingenieure der Ostbahn mit der Fundation der 4 Strompfeiler und 2 Widerlege! für eine Flußöffnung von 235 Meter beauftragt, während der Oberbau der Brücke von badffchen Ingenieuren auszuführen ist. Die bis auf eine Tiefe von 80 Meter ausgeführten Sondirungen des Flußbettes haben herausgestellt, daß cs sich hier um eine seit Jahrhunderten gebildete Kieslage handelt, welche, dg die Geschwindigkeit der Strömung an manchen Stellen 4 bis 5 Meter pr. See. beträgt, stetewVeränderungen unterliegt. Es muß daher die Fundirung der Pfeiler zur Erlangung einer soliden Basis in großer Tiefe stattfinden, wozu man sich der Methode der Gründung durch Anwendung comprimirter Luft bedient, welche mittelst starker Maschinen in wasserdichte Behälter mit starken widerstehenden Wänden gepumpt wird, in welchen die Arbeiter sich aufhalten können Vor Allem handelte es sich um Herstellung einer Nothbrücke zum Transport der Gründungsmaterialien u. s. w. Diese ruht auf 40 Centim. starken Pfählen, welche mittelst Dampframmen 10 bis 12 Meter tief im Flußbette eingetrieben wurden. Diese Nothbrücke ist auf der französischen Seite bis zur Stelle des ersten definitiven Strompfeilers vorgerückt. Die Pfeilergründung witd nun, wie folgt, vorgenommen. 2 Pfahlreihen, beiläufig 3 Meter von einander abstehend, umgeben den für den Pfeiler bestimmten Rauni und bilden einen Schutzdamm für denselben. Ein zweietagiges Gerüst ist rundherum errichtet, dessen oberste Fläche in einem Niveau mit der Fahrbahn der Nothbrücke sich befindet und rechts und