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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21.)

â 72. Samstag den 26. März 1859.

Abonnementsprets für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Abonnements auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich, vom I. April begin­nend, zu ermäßigtem Preise von der Expedition angenommen.

UeberblirZ der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 26. März. Di: Eröffnung eines Kongresses zu Unterhandlungen über die italienische Frage wird von der öffentlichen Meinung so wenig bezweifelt, daß schon Gerüchte über den Ort, wo derselbe abgehalten werden' würde, und über die Namen der an ihm theilnehmenden Staatsmänner in Umlauf gesetzt werden. Brüssel, der Haag, Berlin, Aachen, London und sogar unser Fa nkfurt werden als Sitz des zu erwartenden Kon­gresses bezeichnet und Lord Cowley, Graf Persigny, Graf Pourtalès und Freiherr v. Hübner als die Bevollmächtigten ihrer respektiven Regierungen genannt. Ein Vertreter Rußlands ist unter diesen muthmaßlichen Erwähnungen noch nicht aufgeführt worden. — Die „Patrie" hebt bei Erwähnung der Revue auf dem Marsfelde die Begeisterung hervor, welche der Kaiser eben so sehr unter dem Volke wie unter den Soldaten erregt habe, und findet in der Abwesenheit jeder politischen Kundgebung einen neuen Beweis für das Vertrauen, welches Napoleon III. allen Klassen in Frankreich einflößt. Diese Revue, meint die „Patrie", könne als die beste Einleitung zu einem Kongreß angesehen werden. Die martialische Haltung der Truppen und die Theilnahme der Bevölkerung für das Staats-Oberhaupt würden zur Erhaltung des Friedens mehr als die eigennützigen Besorgnisse, beitragen, welche anderswo künstlich hervorgerufen würden. Das „Pays" sucht das französische Pu­blikum über die Bedeutung amd Tragweite eines Krieges zwischen Frankreich und Oester­reich aufzuklären und behauptet, daß derselbe nothwendig ein allgemeiner werden wurde. Die Annahme, daß derselbe auf Italien beschränkt werden könne, sei unstatthaft. Die deutschen Fürsten und Völker erinnerten sich noch sehr wohl, welches Unglück ihnen zur Zeit Napoleon I. ihre Uneinigkeit und die Gleichgültigkeit zugezogen habe, welche die einen bei den die andern bedrohenden Gefahren bewiesen. Sie hätten austen damals gemachten Erfahrungen Belehrungen geschöpft, und wären letzt kerne.weg geneigt, sich gegenseitig im Stich zu lassen. Oesterreich könne, selbst wenn der Krieg