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Intelligenz-Blatt der freien MM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 62. Dienstag den 15. März 1859.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fL Einrückungsgebühren: 6 kr. für die

30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags, ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

UeberbliS -er Ereignisse im Gebiete -er politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, 15. März (Die Wohnungsnoth.) Großstädte, sowie kleinere Gewerbe- und Fabrikstädte leiden neuerdings an einer drückenden Wohnungsnoth, dieser ahzuhelfen, ist eine der wichtigsten materiellen Fragen der Gegenwart, Vorkommnisse, wie dir, daß in öffentlichen Blättern großer Städte arme Arbeiter mit Kindern, eine Wohnung oft vergeblich durch die Presse suchen, sind sebr traurig, und solche Fälle stehn leider nicht einmal vereinzelt da. Nicht allein der Wohnungs­mangel und die Steigerung der Mietpreise haben alle Klassen schwer betroffen, es wird auch die schlechte Beschaffenheit der Wohnungen von Tage zu Tage fühlbarer. Die arbeitenden Klassen wohnen für ihre Erwerbsverhâltnifse durchgängig viel zu theuer, sie müssen eine ihren Haushalt beschränkende Quote ihres Verdienstes für Wohnung verwenden. Die alte Norm, daß der Wohnungsaufwand höchstens Vio des Einkommens absorbiren dürfe, hat längst ihre Gültigkeit verloren; regelmäßig nimmt derselbe in der Gegenwart vielmehr %, %, ja % des Erwerbes. Manche Wohnungen bestehen nur in einem einzigen Raume, der von ganzen Familien, von mehre­ren Bewohnern bisetzt ist; oft wohnèn sogar in demselben Räume mehrere Miether mit ihren Familien zusammen, ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht. Die arbeitende Be­völkerung ist häufig in einer Lage, welche sie die Wohnungsbequemlichkeiten der Verbrecher in unseren Gefängnissen beneiden läßt, so daß sie ihre Wohnungen gerne mit diesen vertauschen möchten. Und dabei hat das Uebel seinen Höhepunkt noch gar nicht erreicht; die Theue­rung und Unzulänglichkeit der Wohnungen in den Handels- und Fabrikstädten ist noch im Fortschritte begriffen in Folge des starken Andranges der Landbevölkerung zu den Städten und des allgemeinen Strebens, sich von der Ackerbauthätigkeit den Gewerben und der Industrie zuzuwenden. — Der Einstuß der Wohnung auf den Bewohner in Beziehung auf Sittlichkeit und Wohlstand ist allgemein anerkannt. Der Bewohner einer vollgepfropf­ten Hütte, die zur Häuslichkeit anreizenden Bequemlichkeiten in seiner Wohnung vermissend K leicht öffentliche Schenklokale auf und folgt dèr Anziehungskraft dieser Quellen des lichen Elends und moralischen Ruins, wenn sie allzuhäufig besucht werden. Dieser Einfluß der Wohnung, die moralischen und materiellen Wirkungen des Besitzes eines