Zntelligenz-BIatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
J£ 58. Donnerstag den 10. März 1859.
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UeLerbliS -er Ereignisse im Gebiete -er politischen un- materiellen Interessen.
Frankfurt, 10. März. ES ist immer unsere Meinung gewesen, sagt die „Nat. Ztg." in einem ihrer jüngsten Leitartikel, daß es für Preußen viel schwieriger sei, seine richtige Stellung in dem Streite zwischen Frankreich und Oesterreich zu finden, als man in den übrigen deutschen Bundesstaaten öfter glaubt. Die Politiker in diesen Staaten haben im Grundsätze Recht, wenn sie dafür halten, daß im Zusammenstehen Preußens und Oesterreichs die beste Bürgschaft für die Sicherheit des deutschen Bundesgebietes zu suchen sei; und in so fern sie dann weiter von ihren eigenen Regierungen den engsten Anschluß an die beiden größten Genoffen des Bundes fordern, legen sie für die heutige Stärke des deutschen Nationalgefühls, ja der politischen Bildung in Deutschland ein Zeugniß ab, dessen Abstich von früheren langen und traurigen Erfahrungen überaus erfreulich ist. Aber eben dieselben verfallen in einen schweren Rechnungssehler, wenn sie Preußen oder Oesterreich nur als deutsche Bundesglieder in Betracht ziehen und wie zum Trotz gegen die wirklichen Verhältnisse nichts danach fragen, daß diese beiden Staaten zugleich jeder eine bestimmte Stellung unter den europäischen Großmächten einnehmen, und zu bewahren verpflichtet sind. Es ist erklärlich, wenn manche unserer Landsleute in den kleineren Bundesstaaten sich von jenem Gesichtspunkt der Einigkeit Deutschlands unter allen Umständen, eben weil er für ihre engere Heimath der nächstliegende ist, über Gebühr beherrschen lassen; die Wahrheit ist aber, daß der Gedanke der Einigkeit, unrichtig und oberflächlich aufgefaßt, zum entschiedenen Nachtheil Deutschlands ausschlagen muß. Das Wohl des Gesammtvaterlandes kann in der That nur dann gewahrt werden, wenn Preußen und Oesterreich beiderseits mit selbstständigem Geiste sich verbinden und mit gegenseitiger Anerkennung sich zu verständigen suchen. Preußen hat allerdings nur deutsche Zwecke und schlechterdings keine anderen: könnte man dasselbe von Oesterreich sagen, so würde die Frage der Verständigung zwischen ihnen beiden und damit die Frage der Einigkeit Deutschlands unendlich einfacher sein. Aber Oesterreich hat eine sehr bedeutende außerdeutsche Stellung inne, und so ist es unwidersprechlich, daß Oesterreich nicht für immer sich allein die Haltung Deutschlands bestimmen kann. Wenn das Wiener Cabinet Krieg an-