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Zntelligenz-BIatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21.)

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Dienstag den 8. März

1859

AbonnementSpreis für's halbe Jahr 2 fL 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags Einrückungs gebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

ISeberbttÄ der Greigniffe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 8. März Nock sind die eisernen Würfel des Krieges nicht gefallen So lange aber auch nur eine ' |C unb allein patrio-

und noch ist die Erhaltung des Friedens nicht gefährdet. So lange a entfernteste Möglichkeit desselben vorhanden wäre, so lange ist die einzig« tische Aufgabe der deutschen Presse, mit allen ihren Mitteln den Krieg abzuwehren. Nicht um den Preis deutscher und europäischer Interessen, daS versteht sich von selbst, wohl aber um den Preis eigensinniger Rechthaberei, übertriebener Ansprüche und selbst­süchtiger Bestrebungen. Nur wo keine andere Möglichkeit der Vertheidigung als durch den Krieg übrig gelaffen, nur da wird mit Fug die blutige Entscheidung der Schlachten augerufen; in jedem andern Falle heißt den Krieg heraufbeschwören oder zu seiner Heraufbeschwörung beitragen, mit jenem Höchsten frevelhaften Mißbrauch treiben. Unglücklicher Weise hat ein großer Theil der deutschen Presse bei dem unzweifelhaft red­lichsten Willen für Wahrung des Friedens sich zu einer Haltung bestimmen lassen, welche am wenigsten geeignet scheint, die drohende Kriegsgefahr fern zu halten. Um einen Bruch des allgemeinen Friedens zu verhüten, glaubte sie eben so unbedingt gegen Frankreich, als für Oesterreich Partei nehmen zu müssen, ohne zu untersuchen, ob der Aggression Frank­reichs wirklich nur Selbstsucht zu Grunde liege und ob die Defensive Oesterreichs wirklich nur ausschließlich dem Rechte und nichts Anderem als dem Rechte gelte. Durch diese demonstrative Haltung sollte Frankreich geschreckt, zur Zurücknahme seiner Forderungen, zum Frieden um jeden Preis gezwungen werden. Die unbedingte Parteinahme für die österreichischePolitik bestärkt diese in dem Widerstände auch gegen solche Ansprüche des Gegners, denen sie ohne irgend welche Gefährdung ihrer berechtigten Interessen nachzukommen vollkommen in der Lage ist. Kein Mensck in Deutschland wird von Oester­reich verlangen, daß es auf die Rechte der europäischen Verträge verzichte. An­dererseits aber muß man doch wohl absichtlich blind sein wollen, um zu verkennen, daß die gegebenen Zustände Italiens unb die Stellung Oesterreichs auf der appenninischen Halbinsel gar Manches in sichtragen, was mit jenen Rechten nichts zu schaffen hat, und daß sich daselbst Verhältnisse herausgebildet haben, welche, ohne gerade den Buchstaben der Verträge zu verletzen, doch mit dem Geiste dieser nicht vereinbar, zu begründeten Beschwerden Anlaß geben. Wie nun,