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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,^ und den Frankfutter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpföttchen, SchlachthauSgasse 21.)

JS 52. Donnerstag den 3. März 1859.

AbonnementSpreis für's halbe Jahr 2 R. 80 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

UeberblitE ber Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 3. März. Die „Londoner deutsche Zeitung" bringt in ihrer jüngsten Nummer folgenden bcmerkenswerthen Artikel: „Es ist nicht zu verkennen, daß die gegen- avârtige Lage eine derartige ist, wie sie in der Weltgeschichte noch selten dagewesen sein mag. Man wähnt sich am Vorabend eines Weltkrieges, und sucht ihn namentlich in den Tendenzen des Kaisers der Franzosen, dem man die Absicht unterschiebt, minder rasch aber beharrlicher alle die Intentionen seines Onkels durchzuführen. Der erste Napoleon fühlte sich als eine Art römischen Imperator, die Vereinigung aller romanischen Stämme unter seinem Gebote, und mittelst derselben Beherrschung der anderen Ra<;en, namentlich der germanischen, schwebte chm fortwährend vor Augen, es schien sogar, als habe er sie reali- sirt, und dennoch hatte der Schein getrogen und das deutsche Volk erhob sich mächtig aus der Erniedrigung, um zu beweisen, daß, wenn es keinen deutschen Kaiser mehr gäbe, auch das römische Jmperatorenthum unmöglich geworden sei. Wir glauben kaum, daß der Neffe die gescheiterten Pläne seines Onkels wieder aufzunehmen Willens sein könne. Dieser war vor Allem der Mann des Schwertes; das Kriegshandwerk war ihm, wie Anderen eine Schachparthie, Gegenstand der Unterhaltung geworden. Er hatte daS Bewußtsein, ein Feldherr zu sein wie kein Anderer, und hielt sich auch dann noch für un­besiegbar, als er schon erlegen war. Der jetzige Kaiser der Franzosen mag immerhin im Kriegswesen ebensowohl wie im Frieden Bescheid wissen, aber nicht die Kriegs-, sondern Friedenswünsch/ haben ihn zum Oberhaupte der französischen Nation gemacht. Frank­reich wählte ihn, weil es unter seiner Leitung Friede, nicht Sieg und Schlachten hoffte. Die Absichten seines Onkels dürfen nicht die seinigen sein, eben weil seine Stel­lung, weil die französische Nation von heute eine andere ist, als in dem aus der ersten Revolution hervorgegangenen Frankreich, das mit ganz Europa im Kriege begriffen gewe­sen und noch von ganz Europa mißgünstig angesehen ward. Das hatte der Mann, der sonst wohl überlegt, erkannt, als er zu Bordeaux im Kaiserreiche den Frieden pro- klamirte; er hatte es erfaßt,daß dieses heutige Frankreich nicht im Kriege, sondern durch friedliche Arbeit reich, groß und mächtig geworden war; er gelobte ihm diese zu erhal­ten und die Nation jauchzte ihm Beifall zu, und wie richtig er damals gesehen, beweist eben der Widerwille, den das französische Volk heute gegen einen Krieg bekun-