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Zntelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasie 21.)

M 50.

Dienstag den 1. März 1859.

AbonnementspreiS für'S halbe Jahr 2 ff. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Ltnrückungsgebuhren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberbttck der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 1 März. Die Abreise Lord Cowley's nach London hatte anfänglich zu beunruhigenden Gerüchten Veranlassung gegeben, indem man aus derselben auf eine Differenz zwischen dem framösischen und englischen Kabinet schließen wollte. Die Mission desselben Diplomaten nach Wien hat dagegen, wie das Steigen der Fonds beweist, in der Geschäftswelt einen günstigen Eindruck hervorgebracht, indem die Hoffnung auf Erhaltung des Friedens an diese Sendung geknüpft wird. Wie sehr die Vermeidung des Krieges von der öffentlichen Meinung gewünscht wird, geht unter Anderm auch aus dem friedlichen Zweck hervor, den man der Mission Lord Cowley's beilegt, obgleich über die demselben mitgegebenen Instructionen durchaus nichts Gewisses verlautet, und über die von diesem Diplomaten in Wien zu erfüllende Aufgabe nur mehr oder weniger wahrscheinliche Vermu­thungen aufgestellt werden können. Nichts in dieser Mission läßt, so viel bis jetzt von ihr bekannt ist, mit Sicherheit darauf schließen, ob sie mehr im Interesse Oesterreichs oder Frankreichs unternommen ist. In einer vom „Constitutionnel" bekannt gemachten Note wird erklärt, daß Lord Cowley sich einzig zu dem Zwecke nach Wien begebe, um dort über die der Conferenz vorzulegenden Gegenstände zu verhandeln. Diese Behauptung widerspricht jedoch der allgemein verbreiteten Ansicht, daß Oesterreich die Conferenz nur unter der Bedingung der ausschlteßenden Berathung über die Doppelwahl des Obersten Couza angenommen habe. Nach einem anderen Gerücht soll Lord Cowley von seiner Re­gierung beauftragt sein, dem österreichischen Cabtnet die Vermittelung Englands und Preußens in Betreff der zwischen Frankreich und Oesterreich über die italienischen Ange­legenheiten bestehenden Meinungsverschiedenheit anzutragen. Großbritannien habe vorge­schlagen , 1>ie Lösung der italienischen Frage auf folgende drei Grundlagen zu stellen: gegenseitige und gleichzeitige Räumung des Kirchenstaates von den französischen und österreichischen Truppen; 2) Oesterreichs Beistand für die von der französischen Regierung üi der Gesetzgebung und Verwaltung des Kirchenstaates geforderten Verbesserungen; 3) Durchsicht der zwischen Oesterreich und den unabhängigen italienischen Staaten abge schloffenen Verträge. Die Verantwortlichkeit für die Aufstellung dieser drei Grundlagen muß dem Pariser Korrespondenten der„Jndependance", die sie zuerst mitgetheilt hat, um so mehr über­lassen werden, als dieses Blatt selbst es für unwahrscheinlich hält, daß Oesterreich auf Unter-